Das Reich des Saturn

Goethe, der Olympier und der Jupiter, und der Olymp der Wissenschaften. Goethe war ja auch ein bisschen bodenständig. Jenseits des Olymps und des Reiches des Jupiter liegt, in den sich entziehenden Tiefen, das Reich des Saturn. Das Reich der jenseitigen, transzendenten Geister dann, die die materielle Hyle vollständig durchstoßen. Über Perelman hat man bemerkt, nachdem er seinen Jahrhundertbeweis über die Poincaré-Vermutung erbracht hat, sei ihm der Olymp der Wissenschaften offen gestanden, der ihn dann aber nicht mehr interessiert habe. Ja, wie denn auch? Die Zeit im Reich des Kronos ist älter als die Weltzeit, der Raum stürzt in seine eigenen ahnungsvollen Tiefen und gebiert sich fortwährend aus sich selbst heraus, dort. Die Materie wird zu reinem Geist. Über Perelman hat man, nach seinem Verschwinden, bemerkt, jemandem, dem es gelungen sei, die Poincaré-Vermutung zu beweisen, seien die Meinungen der Menschen über ihn wahrscheinlich ganz gleichgültig. Das, was gegenüber der Relativität der Meinungen ganz gleichgültig ist, ist das Absolute. Das Reich des Saturn gilt als schattenhaft. Ja, die Konturen dort sind unermesslich und tiefengestaffelt. Der Olymp und der Geist von Goethe spiegeln alle Welt. Das Reich des Saturn überschreitet alle Welt und kann von aller Welt nicht vermessen werden. Um bei der Mathematik zu bleiben, war Galois, der sich mit gut 21 totschießen hat lassen, auch ein Angehöriger des Reiches des Saturn. Dante gehörte dem Olymp an, Shakespeare war jenseits davon, Büchner war weiter drinnen und Attar ziemlich weit drinnen im Reich des Saturn. Goldenes Einhorn auf Titan!

Unicorn!

Weitere, beunruhigte Zwischenbemerkung

Hier sitz ich nun also, forme Gedanken. Meine Gedanken betreffen die ganze Welt und legen sich über die ganze Welt. So wie die Masse des Blob legen sie sich über alles, sie legen sich gallertartig um diese Ecke und jenes Grasbüschel und versuchen sich mit ihm zu verbinden, mit ihm zu verschmelzen, eine höhere Einheit mit ihm einzugehen: meine Gedanken beinhalten und empfinden dann dieses Grasbüschel, und dieses Grasbüschel kennt dann und empfindet dann mich und meinen Geist. Ein Verhältnis der guten Symbiose. Was aber, wenn das gar nicht so ist und so sein kann? Als Atlas trage ich die ganze Welt, intellektuell ist das sogar relativ leicht für mich (wenngleich auch natürlich viel Arbeit und Auseinandersetzung dahinter steckt), spirituell auch, allerdings nicht ganz so leicht und möglicherweise ganz unmöglich und auch das ganz Falsche, so was zu tun oder zu probieren, da Möglichkeiten der spirituellen Verbindung nicht immer gegeben sind zu den Objekten und den Subjekten in der Welt. Der Geist ist leicht, weil er so leicht ist. Die Dinge sind schwer, weil sie so schwer sind. In seinem Buch „Wunschdenken“ zitiert sogar Thilo Sarrazin Schiller: „Eng ist die Welt, und das Gehirn ist weit. Leicht beieinander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen.“ Ich bin in guten Verhältnissen aufgewachsen, persönlich wie sozial, in einer guten lokalen Ecke in einem, was ebendiese Ecke betrifft, guten Zeitalter. Es gab immer Anlass zur Hoffnung, dass das – im Wesentlichen – so weitergehen würde: Hindernisse mag es geben auf dem Weg zum Fortschritt, doch der Fortschritt und das Fortschreiten der Zivilisation seien die eigentliche Macht, und nicht der Rückschritt. Es kann schon sein, dass im Rahmen des jüngsten, sich anbahnenden Abschnittes der Industrialisierung (hierzulande genannt „Industrie 4.0“) gegen Mitte des Jahrhunderts umfassende Umwälzungen zum Positiven stattgefunden haben werden. Aber vielleicht werden die gar nicht so wichtig sein, da das eigentliche Zentrum des geschichtlichen Verlaufes in negativen Entwicklungen bestehen mag. Kann ich mir dann auf die Schulter klopfen und sagen: Im Rompf-Roman (dem „uninterpretierbaren Traum“) habe ich das unzeitgemäß vorhergesehen! Ein Szenario, wo es, global betrachtet, immer nur Inseln gibt – Inseln des Guten und Inseln des Schlechten oder Bösen – die sich über die Zeit wandeln und sich eventuell in ihr Gegenteil transformieren mögen, ohne wiederum darin beständig zu sein – das Zusammenspiel von Kosmos und Chaos als ewiger weltgeschichtlicher Prozess! Das Thema des Rompf-Romanes war die Auseinandersetzung zwischen Geist und Welt, ihrer ewigen möglichen Zusammenarbeiten und Symbiosen, ihrer ewigen gegenseitigen Indifferenzen oder aber auch Feindseligkeiten. Die Sichtweise auf Inseln der Ordnung und des kosmisch in sich Zusammengefügten im weltgeschichtlichen Prozess, die mit der Zeit erodieren oder von anderen Entwicklungen überholt werden, und die dann ins Chaos abgleiten – nicht allein wegen der identifizierbaren menschlichen Dummheit, sondern aufgrund der mehr oder weniger anonymen und schwer adressierbaren Dummheit von Gesellschaften, die ihr Eigenleben fristen und die ihre eigene Schwerkraft ausstrahlen. Gut behütet kann man also auf das schöne Farben- und Formenspiel blicken, das der weltgeschichtliche Prozess ist, das allsehende Auge tut das. Kierkegaard spricht von einer Art Position des allsehenden Auges vom Ungeheuer des weltgeschichtlichen Prozesses, das „selbst so ungeheure Portionen wie China oder Persien verschlinge wie nichts“ (was zähle und was ewig sei, sei allein das Verhältnis des Einzelnen zu Gott). Man mag da, von der Position des allsehenden Auges, den weltgeschichtlichen Prozess anblicken, da tut sich hin und wieder was, neue Dinge geschehen, neue Technologien oder Ereignisse kommen auf und produzieren „Gewinner“ und „Verlierer“ (die aber durch den insgesamt guten Verlauf kompensiert werden), bunt ist das, prächtig, mosaikhaft! – Doch könnte das Ganze vom Beschaulichen bald ins Unbeschauliche kippen. Es wurde zwar vorhergesagt, dass sich im Rahmen der heutigen Entwicklungen innerhalb des Post-Cold War World Orders (unrichtige Formulierung, aber ich lasse sie, da sie mir gerade eben gefällt) die Dinge auf der Arena der internationalen Politik sich komplexer und komplizierter gestalten können und somit für die Verantwortlichen immer schwieriger, sie positiv zu gestalten, mit der Gefahr also, dass die Entwicklungen überhaupt zu entgleiten drohen. Und solche Feuerzeichen scheinen immer deutlicher. Die Degeneration der Demokratie und der zivilisierten Politik in der westlichen Welt! Die mögliche Degeneration des „aufgeklärten“ Despotismus in China unter Xi hin in einen plumpen und gefährlichen Despotismus wie unter Mao (möglicherweise nicht aufgrund von buonapartistischen Ambitionen von Seiten Xis, sondern weil ansonsten die Kontrolle über die chinesische Gesellschaft ganz zu entgleiten droht)! Die mögliche Degeneration der islamischen Kultur und Zivilisation in die Barbarei (in ihren Heimatländern wie auch in den Ländern anderswo)! Die Verwerfungen, die der Kapitalismus entlang der Industrie 4.0. produziert, ohne dass man gegen die Grundtendenzen (den technologischen Wandel und der Probleme, die er erzeugt, durch die Ersetzung des Kapitalismus durch irgendein anderes System was tun könnte)! Am Schlimmsten aber die möglichen Konsequenzen des Klimawandels!! Jüngst wurde eine Studie veröffentlicht, wonach die voraussichtliche Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur zwar nicht höher oder schneller ausfallen würde als bisher angenommen, dass aber eine diese (vergleichsweise moderate) Erhöhung viel drastischere Folgen zeitigen könnte als angenommen! Der Klimawandel und seine negativen Folgen werden seit den 1970er Jahren vorhergesagt, als die „Grenzen des Wachstums“ sich dann doch nicht so eng erwiesen haben wie 1972 ursprünglich prognostiziert, hat der Alarmismus wieder abgenommen, in etlichen Zukunftsszenarios wird dem Klimawandel kein herausragender Platz zugesprochen. Man kann sagen, ein wärmeres Klima ist besser als eine Abkühlung, möglicherweise schützen wir uns mit der Aufheizung der Erde in Wirklichkeit vor einer neuen Eiszeit; immer noch läge die globale Durchschnittstemperatur unter dem langfristigen Mittel (wobei die Frage aber ausgespart bleibt, was passiert, wenn die Erhöhung des Klimas so schnell wie noch nie stattfinde und wie gut sich die Ökosysteme daran vergleichsweise kurzfristig anpassen könnten). Onkel Karli, der Alpenfreund, meint, am deutlichsten sehe man den Klimawandel am Rückgang der Gletscher in den Alpen, und den müsse man gesehen haben, um es tatsächlich glauben zu können. Der neue Klimareport sagt drastische globale Konsequenzen des Klimawandels bereits innerhalb der nächsten 20 – 30 Jahre vorher, räumt allerdings noch ein gewisses Zeitfenster ein, um gegenzusteuern. Man kann hoffen, dass diese Vorhersage falsch und tendenziös ist. Was aber, wenn es nicht so ist? Dass die Menschheit in einem so kurzen Zeitrahmen die notwendigen Mittel ergreift, um einer gar nicht mal eindeutig bestätigten Gefahr gegenzusteuern, erscheint wenig aussichtsreich. Man kann zwar sagen, dass die Menschheit letztendlich, wenn der Hut brenne, dann doch einlenke und das Richtige tue – aber in so etlichen Fällen ist auch das nicht der Fall, und vor allen Dingen stehen die Chance wohl schlecht, wenn die Menschheit dazu gar nicht über die adäquaten Mittel verfügt (in dem Fall über grüne Technologien, auf die man großflächig umsteigen könne). Man könnte meinen, es werde nicht so heiß gegessen wie gekocht wird, doch, wie Hannah Arendt mit Rückblick auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts gemeint hat, wurde da immer heißer gegessen als es je einem Koch in den Sinn gekommen wäre. Wenn wir an das 20. Jahrhundert zurückdenken, an dessen „Urkatastrophe“ des Ersten Weltkrieges, in den die Herrschenden unwissend als „Schlafwandler“ hinein geschlafwandelt seien, nichts ahnend, das Verhängnis nicht ahnend? In seiner monumentalen Kafka-Biographie verwirft Reiner Stach ein solches Verständnis: die Herrschenden hätten genau gewusst, worauf sie sich da wahrscheinlich einlassen, die Mittel des modernen Krieges hätten sie gekannt, dass Blitzsiege unwahrscheinlich seien, hätten sie gewusst. Trotzdem seien sie fatalistisch in den Ersten Weltkrieg und in das Elend, das er produziert hat, „hineingeschlittert“. Wobei Stach aber nicht hinweist, warum sie so fatalistisch hineingeschlittert seien. Weil ihnen das innerhalb des Gemengelages der Zeit wohl als unausweichlich erschienen ist. Da hatte man: eine imperialistische Konkurrenz zwischen aufsteigenden und absteigenden Großmächten (wobei das aufsteigende Deutschland sich (aufgrund der kombinierten Rüstungsanstrengungen der Entente) als militärisch am absteigenden Ast gesehen hat und die möglicherweise letzte Chance nutzen wollte, das Blatt noch einmal zu wenden); Probleme im Inneren im Hinblick auf Soziales wie Nationales (v.a. in der Habsburgermonarchie); die Desintegration des Osmanischen Reiches und der Frage, wie man mit der Konkursmasse (v.a. am Balkan und im Nahen Osten) umgehen solle bzw. wie diese Konkursmasse selber mit sich umgehen werde, was die Strahlkraft von internationalen Zankäpfeln produziert hat; kapitalistisch-imperialistische Konkurrenz; die Herausforderung durch den Sozialismus. All das (und wohl anderes mehr) an Gemengelage hat eine Situation erzeugt, wo man fatalistisch in eine „Urkatastrophe“ reingeschlittert ist bzw. eine solche tatsächlich erzeugt hat bzw. sie sogar gewollt hat. Ein anderer Denkrahmen war nicht vorhanden. Es wurde mehrmals gesagt, das Problem der heutigen Zeit sei, dass es zunehmend komplexer werde und sich inmitten dieser Komplexität immer unsicherer navigieren ließe. Aber das ist möglicherweise zu tief gestapelt. Vielleicht wird die Wirklichkeit viel krasser. – Es gefällt mir, dem weltgeschichtlichen Prozess zuzusehen, wie er selbst so ungeheure Portionen wie Persien und China verschlingt wie nichts, aber bald könnte es sein, dass ich auch da nichts mehr zu lachen habe, da die Probleme nicht mehr im Grunde genommen bewältigbar seien, wie ich es bis jetzt geglaubt habe, sondern eben nicht (mehr) bewältigbar. Dann erweist sich auch mein Geist als sinnlos. Mein Geist erfreut sich an der Komplexität und an der Welt, die tief ist und tiefer also der Tag gedacht – also an der Tiefengestaffeltheit der Welt, deren bezaubernde und mitunter quälende Reize nie aufhören und man fraktalsmäßig immer wieder auf neue Reize stößt. Was aber, wenn die Komplexität und die Tiefengestaffeltheit sich mitunter als gar nicht so sexy und amourös erweisen? So wie im Fall von Wirtschaftskrisen, sozialen Problemen oder eben des Klimawandels? Das Spiel mit der Komplexität und die Mimesis mit der Komplexität also gar nichts Gutes, sondern etwas abgrundtief Gemeines, das für uns bereitgehalten wird am Ende? Der Klimawandel ist einfach eine (abgrundtiefe) Gemeinheit weniger des Menschen als der Natur, die immer schon gemein war und wegen der die Menschheit ja die Industrie entwickelt hat, als relatives Bollwerk gegen die Gemeinheit der Natur. Mein Geist beherrscht, intellektuell und spirituell, mehr oder weniger die ganze Welt. Andererseits beherrscht er gar nichts und er wird ja auch kaum wahrgenommen und etliche haben auch gar kein Interesse daran, dass er wahrgenommen wird. Verschwörungstheorien entladen sich in Ideen, wonach es bestimmte Einzelpersonen, Gruppen oder Elemente seien, die den weltgeschichtlichen Prozess steuern und manipulieren, weil sie die Macht und die Kontrolle haben (und solche Verschwörungstheorien machen dann deren Anhänger glauben, dass sie intellektuelle Macht und Kontrolle hätten und „den Durchblick, weil sie in Wirklichkeit durch überhaupt nichts durchblicken). Es ist aber eher so, dass niemand die Macht und die Kontrolle über den weltgeschichtlichen Prozess und über die Sachen hat. Das mag befreiender wirken. Oder aber eben beunruhigender. Trotz seiner nahezuhen Allmächtigkeit verschwindet mein Geist dann auch nur im Malstrom des weltgeschichtlichen Prozesses und er kollabiert oder zerschellt an den Sachen. Was bleibt, ist sein Echo.

„Die Welt neigt zum Verfall. Das Gute manifestiert sich von Zeit zu Zeit in einzelnen Personen und in Ereignissen, … doch insgesamt ist die Entwicklung negativ.“

Kurt Gödel

 

The evil that men do lives after them, the good is oft interred with their bones.“

Shakespeare, Julius Caesar

 

Schwierigkeiten, sich mitzuteilen

Hauser sagt, das Genie hat Probleme, sich vollständig mitzuteilen, da das Genie die reine Leistungsfähigkeit ist, die die jeweilige (und seine jeweiligen) Leistung/en übersteigt. Daher das „offene“ Kunstwerk des Genie, das ausfranst oder explodiert, in einem gleichzeitig stabilen, erzenen Rahmen. Das transzendente Genie, das ich immer in Form einer weißen, sich stets verformenden Aura sehe. Hauser auch über die Einsamkeit Goethes, der einen Gutteil seiner Lebenszeit kaum ein Publikum hatte, und kaum gewirkt hat. Das habe ihn sehr belastet, da er, laut Schiller, doch der „kommunikabelste aller Menschen“ war und „nach Teilnahme, Wirkung, Verständnis lechzte“. Ja, wem sagt er das! Götter, Helden und Wieland. Wieland hat an Kleist bemerkt, wie Kleist, wenn er präsent war, immer auch abwesend schien und mit mehreren Gedanken gleichzeitig beschäftigt und wie ein einziges Wort „wie ein Glockenspiel“ etwas in ihm anziehen konnte und eine ganze Flucht und Assoziationskette hervorrufen. Man kann sagen, ein großes Kunstwerk, wie der „Ring des Nibelungen“, kann mit jedem Zeitalter neu interpretiert werden, weil das große (transzendente) Kunstwerk über dem (zeitgebundenen) Künstler stehe. In Wahrheit mag das aber eher so sein, weil der (transhistorische) Geist des Künstlers eben umgekehrt über dem Werk stehe und mehr beinhaltet, als das Kunstwerk unmittelbar zu vermitteln scheint. Hölderlin spricht von dem dunklen, akausalen Grund, aus dem die Gedanken hervorsteigen, und den kein Gedanke aber jeweils völlig ausleuchten kann (eine wichtige Figur im Buch vom seltsamen und unproduktiven Denken: der Grund). Das ist die reine Imagination. Malewitsch hat sich damit auch identifiziert. Mit den Mitteln der Kunst könne man den dunklen, akausalen Grund besser ausleuchten, als mit der spekulativen Vernunft, und erst recht besser als der reine (endliche) Verstand. Ja, das kenne ich. Nietzsche sagt, durch seinen extravaganten Faltenwurf scheint das Genie ungeheuerlich, obwohl es, über ihn verdeckt, in Wahrheit auch immer nur mit seinen selben sechs, sieben alten Stücken komme. Da glaubt man eine starke Persönlichkeit Nietzsches zu merken, dass er sich so was Unerhörtes zu sagen traut!

Zwischenbemerkung

Das, Schwester, sind die Grenzen des menschlichen Denkens. Das hier sind die Grenzen des menschlichen Empfindens, das hier sind die Grenzen der menschlichen Seele. Die Grenzen des menschlichen Denkens werden erreicht im tiefen, empathischen Versenken in die Materie, in dem Versuch, ihr die letzten Geheimnisse zu entreißen. Es ist eine tiefe Introspektion. Es ist eine tiefe Meditation (die möglicherweise sogar über „das (semi-triviale, Anm.) Geheimnis“ hinausschießt, und es so dingfestverschwommen macht, erleuchtet). An den Grenzen des menschlichen Denkens bewegen sich z.B.: Kafka, Wittgenstein, Nietzsche, van Gogh, von Kleist, Pessoa, Weininger, Einstein. Fast lauter Figuren, die mit einem Bein im Grab stehen! Das nicht als Halluzination, sondern adäquate Reflexion, denn der Charakter der Welt ist ein Doppelgesicht! Glanz und Elend, gleichermaßen, ohne dass das eine ein Übergewicht über das andere zu haben scheint – was für den Forscher, der Ruhe finden will (möglicherweise im Nihilismus), sehr anstrengend sein kann. So ist man also, an den Grenzen des menschlichen Denkens, zur einen Hälfte im Himmel, in den Sphären, zur anderen in der Hölle, vulgo mit einem Bein im Grab, und ergibt insgesamt einen scheinbar purgatoriumsmäßigen Lebenslauf jener Zeitgenossen. Zu dem, was die Regierung macht, kann ich nicht viel sagen, da Regierungen im Vergleich zu mir praktisch überhaupt keinen Verstand haben. Sonst würden sie ja auch gar nicht funktionieren, wahrscheinlich. Es hat ja ganz China nicht so viel Verstand wie ich! Und so bemerke ich tatsächlich, dass ich viel mehr über die Politik in China lese, als über die Politik bei uns! Wenngleich ich natürlich auch China nicht ganz ernst nehmen kann, aus dem eben genannten Grund. Daraus ergeben sich gewisse Schwierigkeiten in der Kommunikation, und ich frage mich, was ich machen soll. Meine Verwandten Nietzsche oder Wittgenstein haben sich in den Übermenschen gestützt oder in den sokratischen Monolog; Kierkegaard hat es so gemacht, dass er für den „Einzelnen“ philosophiert hat und daraus Rückschlüsse allgemeinster Natur gezogen hat. Ich will das vielleicht so fassen, dass das Problem, oder der Problemrahmen von dem, was mich insgesamt beschäftigt, das Problem des Sehr Tiefen Denkers ist. Wenn ein Sehr Tiefer Denker, wie Laotse, Dostojewski oder Nietzsche, daherkommt, ein Denker, der an der letzten Schicht arbeitet, also heute kommen würde, was würde der sagen? Er würde versuchen, den Status seines Zeitalters festzustellen. Und darüber den Status eines jeden Zeitalters, und einen neuen Horizont eröffnen, denn der Sehr Tiefe Denker ist universell und auch außerdem transzendent. Fortlaufende Bemühungen in dererlei Hinsichten haben dazu geführt, dass ich selber zum Sehr Tiefen Denker geworden bin, im Lauf der Zeit, und mein Projekt besteht also darin, zu sehen und zu beobachten, was ich selber sage. So könnte man das formulieren. Ich frage mich außerdem: Wie könnten die geistigen Grundlagen der nächsten Jahrhunderte aussehen? Politisch könnte die Frage der nächsten Jahrhunderte sein: Was sind die Grenzen und Möglichkeiten für eine planetarische Gesellschaft? Die Regierung hilft, das auszutesten (wie auch schon die Regierung vor ihr), und ich beobachte sie dabei. – Vielleicht geht das, was ich sage, einfach an der Menschheit vorbei, frage ich mich oft, denn es hat ja den Anschein? Aber, ah, bah! Letztendlich tut es das NICHT, nichts ist mehr mit der Menschheit verwachsen als der „Yorick“. (Nicht zuletzt) angesichts des nicht-hierarchischen Charakters meines Denkgebäudes frage ich mich hin und wieder, wie man sich in Zukunft wohl an mich erinnern wird, und wie das die Zukunft beeinflussen wird. M.E., die auskunftsfreudige weibliche Soziopathin, meint, ein bevorzugtes Opfer für SoziopathInnen seien u.a. (neben allerlei Gestalten, die im Leben wenig Halt haben) die „too smart for their own good“. Ich nehme an, so was könnte ich seien, eine Art Säulenheiliger für die „Too smart for their own good“. Hegel (?) sagt, Napoleon sei der „Weltgeist zu Pferde“. Naja, ich schaffe das scheinbar sogar ohne Pferd! In einer inwendig hohlen Parallele von wegen Napoleon, der Tatmensch und Ich, der Reflexionsmensch, komme ich mir auch vor wie die Reflexion des Weltgeistes, oder die Metaebene des Weltgeistes. Unerhörte Empfindungen! Das, Schwester, die Grenzen des menschlichen Denkens. Das hier sind die Grenzen des menschlichen Empfindens, das hier sind die Grenzen der menschlichen Seele. Wenn der Geist, das Empfinden, die Seele vollständig realisiert sind, wird es grenzwertig.

Nachbemerkung

Die Doppelgesichtigkeit der Welt. Wenn wir uns schon mit christlichen Mystikerinnen (und Mystikern) beschäftigen, erinnern wir uns auch an Cusanus, und seine Idee von der coincidencia oppositorum; wonach also alle Gegensätze der Welt im Unendlichen, in Gott, in eins zusammenfallen. Das glaube, wer kann. Cusanus sagt, mit dem Verstand erkennt man Gott nicht, denn der Verstand kann nur anschauliche, daher endliche Dinge miteinander ins Verhältnis setzen und so ihre Verhältnishaftigkeit bestimmen. Die Vernunft, die in abstrakten Begriffen denkt, kann Gott anvisieren, letztendlich bleibt er aber im Wesentlichen für die Vernunft paradox und verborgen (Cusanus war hierin auch von der negativen Theologie des Pseudo-Dionysius beeinflusst, später hat ja auch Kierkegaard Aufhebens darum gemacht). Was uns zu Gott zieht, ist die Liebe, mithilfe derer wir ihn allein tatsächlich (annähernd) erfassen. Schlegel sagt: „… Cusanus. Ein Philosoph in dem Sinne, dass Leibniz und solche ganz flach und seicht dagegen scheinen. (Er ist) wie der Grundstein vom festesten, gründlichsten Tiefsinn.“ Wenn ich an die Theologie von Dionysius Areopagita denke, sehe ich dunkles Licht, dunklen Ton, und einen dunklen Scheinwerfer, der allmächtig schweift – bei Cusanus hingegen hat man auch die Dunkelheit und das tiefe Brummen, jedoch auch einen gelblich-orangenen Strahl, der sich eventuell zu einem Ring formt, bevor er sich eventuell wieder öffnet. Humor und Verständnis für die kleinen Freuden im Leben, und die Freuden der kleinen Leute im Leben sei, trotz seiner allfälligen sonstigen guten Eigenschaften, im Übrigen keine große Stärke des Universalgenies Cusanus gewesen, vermerkt der Biograph und durch gewisse kirchenväterliche Inflexibilitäten habe er sich unbeliebt und verhasst gemacht. Daher plädiere ich auch für die Heraufkunft des Einheits-Bewusstseins, das ALLES umfasst, und über dem Universalgenie steht und seine Unzulänglichkeiten überwindet – wobei freilich Cusanus mit seiner coincidentia oppositorum und der Vorstellung, dass in Gottes Sichtweise alles eine einzige Einheit sei, schon etwas, in seiner unnachahmlichen Weise, uns hierzu beigebracht hat. Ach, für einen wie mich, der es hasst, im Mittelpunkt zu stehen, ist es nicht leicht, hier so auf die Pauke zu hauen, was die Beschreibung meines Geistes anlangt! Aber es ist eben, soweit ich sehe, eine angemessene Beschreibung meines Geistes. Wenn einer so auf die Pauke haut, könnte man meinen, er habe eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Aber wenn einer, der ein Sehr Tiefer Denker ist, sagt: Ach, mein Geist! Ist doch ganz normal! Muss man kein Aufheben machen darum, hätte er eher einmal eine selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung!, denn seine Einschätzung wäre nicht adäquat. Kafka hat das eventuell betroffen.

Nachruf auf meinen Vater Hans Hautmann (22. August 1943 – 3. Juli 2018)

Am 3. Juli 2018 am frühen Nachmittag ist mein Vater Hans Hautmann im Wiener Hanuschkrankenhaus verstorben. Er ist dort die letzten fünf Wochen gelegen, nachdem sich seine Krebserkrankung plötzlich massiv verschlechtert hat.

Vor einem Jahr wurde Lungenkrebs bei ihm diagnostiziert. Es war ein sehr aggressiver, schnell wachsender Krebs. Gleichzeitig hat es sich dabei um eine seltene Mutation gehandelt, die allein mit einem neuartigen Medikament erstaunlich unkompliziert behandelt werden konnte, und die Behandlung hat so gut angeschlagen, dass wir zuversichtlich waren, dass sie sich noch auf unbestimmte Zeit fortsetzen ließe. Als „Glück im Unglück“ hat alles nicht so schlecht ausgesehen.

Ende Mai wurde er jedoch mit Verdacht auf Metastasen im Bauchraum ins Krankenhaus eingewiesen. Dort hat er auch plötzlich starke Bauchschmerzen entwickelt, die man dann aber für eine Entzündung gehalten hat. Dann hat ein Darmverschluss gedroht, der zunächst aber auch wieder abwendbar erschienen ist. Als es dann aber – aufgrund eines Tumors im Bauchraum – fast dazu gekommen wäre, musste rasch eine Notoperation eingeleitet werden, von der gar nicht klar war, ob sie überhaupt erfolgreich sein kann und er sie überleben kann – der schlimmste Moment für uns alle. Das hat er aber, und am nächsten Tag waren wir alle wieder einmal verwundert, wie erstaunlich gut es ihm gegen alle medizinische Erwartung gegangen ist. Am Tag darauf setzten dann aber die Wundschmerzen ein, die mit starken Medikamenten, inklusive Psychopharmaka behandelt werden mussten. Von da an hat er sich nicht mehr wirklich erholt, es wurde festgestellt, dass die Metastasen im Bauchraum, die sich vorher nicht wirklich bemerkbar gemacht hatten, sehr ausgeprägt waren, so dass die Aussichten auf eine Behandlung zwar da waren, aber erfordert hätten, dass er wieder mehr zu Kräften gekommen wäre. Dafür war sein Körper aber dann schon zu schwach. Am Ende ist noch eine Lungenentzündung dazugekommen. Man hat versucht, sie zu behandeln, aber an jenem 3. Juli hat sein Körper den Kampf aufgegeben.

Als er im Krankenhaus war, war ich kurz in Linz, in Auhof, wo ich aufgewachsen bin; bin die Wege gegangen, die meine ersten gewesen waren. Habe mich erinnert, wie er mich an der Hand geführt hat oder das Fahrradfahren beigebracht hat. Eltern sind diejenigen, von denen man was bekommt, wenn man was will, und die das kapriziöse Verhalten der Kinder erdulden und uns trotzdem lieben, und das sehen wir als selbstverständlich an. So war das dann auch. Später im Leben hat mir meine Tante Luise gesagt, dass mein Vater für die damaligen Verhältnisse und Geschlechterrollenverständnisse (in den 1980er Jahren) ein erstaunlich engagierter Vater gewesen sei, der viel mit uns unternommen hat. Wir haben viele Ausflüge unternommen oder Nachtfahrten mit dem Auto, die meinen Bruder und mich als Kinder natürlich fasziniert haben. Meistens haben wir das am Samstag gemacht. Oder wir sind, neben vielen anderen Orten in der Linzer Umgebung, nach Enns gefahren und dort den Stadtturm rauf und nachher in eine Konditorei. Daran habe ich mich erinnern müssen, als ich auf dem Weg nach Linz dort vorbei gefahren bin. Bei einem Urlaub in Annaberg hat er mir den Sternenhimmel gezeigt, dessen Pracht dort für mich als Stadtkind ungewöhnlich gewesen ist. Er hat mir erklärt, was die Milchstraße ist und der Andromedanebel und sie mir gezeigt. Wahrscheinlich im Zusammenhang damit wollte ich einige Zeit später dann Astronom werden und das Universum erforschen. Das war offensichtlich der Grundstein für mich, Wissenschaftler zu werden, wobei ich durch alle möglichen Wissenschaften mäandriert bin. Die reichhaltige Bibliothek zuhause war da sicherlich hilfreich. Später, in unserer Jugend, sind wir Samstag oft in die Plus City gefahren, was essen, Billard spielen und dann ins Kino. Ich erinnere mich, wir haben dort künstlerisch wertvolle Filme gesehen wie „Dark City“ und auch so tiefsinnige und philosophische Filme wie „Independence Day“.

Mein Vater hatte ein akzentuiertes Weltbild und war ein politischer Mensch. Dabei hat er nicht versucht, uns ein Weltbild aufzuoktroyieren, aber versucht uns Werte zu vermitteln, die man als allgemein humanistisch bezeichnen kann. Inmitten der zeitweiligen Graben- und Fraktionskämpfe innerhalb seiner Partei hat er versucht, eine vermittelnde und mediatorische Rolle einzunehmen. Ich kann mich erinnern, wie ihn diese Grabenkämpfe belastet haben und traurig gemacht haben. In meiner Jugend habe ich dieses Weltbild auch übernommen und es auch, in einer sehr allgemeinen Weise, beibehalten. Der Kampf zwischen dem Fortschrittlichen und dem Reaktionären und die Frage nach der Gestaltung einer harmonischen Gesellschaft ist so alt wie die Menschheit selbst und stellt sich in jeder Epoche, auch jeder Generation, und inmitten gänzlich unterschiedlicher Herausforderungen immer wieder neu. Der Kampf zwischen Gut und Böse um die Vorherrschaft im Menschenreich mag womöglich noch lange unentschieden weitergehen. Was aber wohl zählt, ist, auf welcher Seite man war.

Während der letzten Zeit im Krankenhaus war mein Vater allgemein sehr schwach und oft kaum ansprechbar, unter anderem wegen der starken Medikation, wodurch er aber immerhin meistens vergleichsweise schmerzfrei war. Trotzdem ist es uns am 2. Juli noch gelungen, ein letztes Gespräch zu führen, auch wenn es danach an diesem Tag dann wieder gar nicht ausgesehen hat, da noch Vitalität aufgeblitzt ist. Es ging dabei um Bücher und um die Weltrevolution.

Womöglich hätte mein Vater den Wunsch gehabt, zu Hause, inmitten seiner Bücher und Arbeitsräumlichkeiten diese Welt zu verlassen. Dieser mögliche Wunsch war nicht mehr zu erfüllen. Dabei war aber der 3. Juli ein schöner, sonniger, klarer Tag, ohne dass es schon garstig heiß gewesen wäre. Das Hanuschkrankenhaus ist ein geschmackvoller Bau und es geht dort mit wenig Hektik zu und es ist auf einer kleinen Anhöhe im 14. Wiener Bezirk, eine weitläufige und irgendwie idyllische und lauschige Gegend. Wenn man an sein Ende nach Westen fährt, nach Hütteldorf, geht es, bei der Straßenbahnendhaltestelle, in die Natur über. Man könnte meinen, dort beginnen die elysischen Felder.

Seien wir glücklich, dass sein Leben eine sinnvoll abgeschlossene Erzählung bildet! Obwohl auch in seiner Pension voll wissenschaftlichem Tatendrang, konnte er zuletzt doch sein Werk als mehr oder weniger abgeschlossen und getan betrachten. Obwohl Angst und Besorgnis seit Bekanntwerden seiner Erkrankung natürlich da waren, ließ er sich davon nicht übermannen. Was die allerletzten Wochen in seinem Kopf vorgegangen sein mag, wissen wir nicht wirklich. Es gab aber kein sichtbares Hadern oder wütende Unzufriedenheit.

Wir sehen uns wieder in den elysischen Feldern! Auch wenn wir als dialektische Materialisten wohl nicht ganz daran glauben mögen, aber zumindest als ideellen Raum gibt es sie ja doch.

Gehab dich wohl, mach´s gut und hab eine schöne Ewigkeit.


Nachruf der Alfred Klahr Gesellschaft

Nachruf in den Oberöstereichischen Nachrichten

Hans Hautmann

Heute am frühen Nachmittag ist mein Vater Hans Hautmann im Wiener Hanuschkrankenhaus gestorben. Er ist dort die letzten fünf Wochen gelegen, nachdem sich seine Krebserkrankung plötzlich massiv verschlechtert hat. Er war in dieser Zeit allgemein sehr schwach und oft kaum ansprechbar, unter anderem wegen der starken Medikation, wodurch er aber immerhin meistens vergleichsweise schmerzfrei war. Trotzdem ist es uns gestern noch gelungen, ein letztes Gespräch zu führen, auch wenn es danach gestern dann wieder gar nicht ausgesehen hat, da noch Vitalität aufgeblitzt ist. Es ging dabei um Bücher (zufälligerweise um Biographien) und um die Weltrevolution.

 

Fußball WM 2018

Was an Fußball interessant sein soll, habe ich mich oft gefragt; dass das also die große Klammer ist, die das Menschenreich zusammenhält – was sagt das über die Leistungsfähigkeit des normalen menschlichen Gehirns wohl aus? Aber es hat sich auch z.B. Beckett für Tennis interessiert und auch für das noch langweiligere Kricket – also will ich da nicht richten – und ich muss auch zugeben, dass die Spiele, die ich bislang bei der jetzigen WM gesehen habe, gar nicht mal schlechte Unterhaltung waren! Also: nicht richten (damit ihr nicht gerichtet werdet)! Ich schaue nun also auch WM, und das Abschneiden von Argentinien interessiert mich noch am meisten, aber ich habe so die Möglichkeit, an der Welt teilzuhaben, mich in den Gesamtzusammenhang einzufügen, mit der Menschheit in ein Bündnis zu treten; außerdem bin ich, wie immer, gierig darauf, die „Tiefenstruktur“ hinter dem Fußball zu entdecken und neue Einsichten zu gewinnen, auch wenn mir klar ist, dass die Tiefenstruktur hier zwar vorhanden, aber eher flach ist. Schade finde ich, dass das Publikum eher selten eingeblendet wird, denn ich sehe mir gerne Leute an, vor allen Dingen gefühlsmäßig aufgewallte, euphorisierte Leute, die sich unschuldig an was erfreuen. Da ich sehr empathisch bin, beziehe ich daraus Energien und kann mich in ein Verhältnis setzen oder so, vor allem, wenn es sich um die lieben Kinder handelt! „Ein Mann, der sich in der Menge langweilt, ist ein Dummkopf! Ich verachte ihn“, meint Constantin Guys, der „Maler des modernen Lebens“, und Baudelaire zitiert ihn so. Schade, dass ich noch keine Spiele von Saudi-Arabien, Iran oder Ägypten gesehen habe, denn insbesondere sehe ich mir gerne die weiblichen Fans an. Bei der WM kann man euphorisierte Massen aus aller Herren Länder, vulgo der Welt, sehen, und das will ich gerne tun! Sieben Milliarden Menschen auf der Welt, jeden einzelnen würde ich gerne erforschen oder zumindest in Augenschein nehmen, und die WM gibt mir tangential eine Möglichkeit dazu. Ich fände es gut, wenn ich das ganze Stadion austrinken könnte, jawohl! Austrinken und mir so einverleiben! Was soll das bringen? Kierkegaard sagt, der Wald nimmt sich am besten auf Abstand aus, aus der Nähe ist er ein gelöstes Rätsel (denn so interessant und zur Kontemplation anregend sind einzelne Bäume ja nicht), das Wasser hingegen werde interessanter, je mehr man sich in es vertieft, also denke ich mir halt die Masse als ein Fluidum, eine Weltseele, dann sehe ich sie richtig. Nietzsche sagt, gelänge es einem Menschen, das Bewusstsein der gesamten Menschheit in sich zu vereinigen, er würde mit einem Fluch auf das Dasein zusammenbrechen. Eventuell, aber dann steht er wieder auf, denn der gesunde Geist wandert, und der Geist der Menschheit wandert auch. Gelänge es einem Menschen, den gesamten Geist der Menschheit in sich zu vereinigen, wie würde sich das anfühlen? Ich kann von meiner bescheidenen Warte aus sagen, dass es sich so und so anfühlt. Das ist das tiefste Geheimnis, das So und So. Irgendeine wahnsinnige sphärische Einheit, ja, die ist zwar da, aber andere Dinge auch. Ich sage immer, wenn ich den lieben Kindern auf ihren Kinderspielplätzen zusehe, das ist zugleich mein Inneres, ein Abbild dessen, wie es in mir aussieht. In mir also die – leicht chaotische, aleatorische – Menge. Ich glaube, so ist das, so kann man das beschreiben. „Ein Mann, der sich in der Menge langweilt, ist ein Dummkopf“. Was ich, und wie ich das schon öfter mal moniert habe, bemerke, ist, dass sich Menschen in der Menge im Allgemeinen aber weniger langweilen, als gar nicht wirklich beachten. Sie rennen über die Mariahilferstraße und beachten einander nicht. Sie sehen bei Extreme-Metal-Konzerten auf die Bühne, aber niemals um sich ins Publikum, in die Menge, nur ich tue das! Die Augen mit dem nach innen gerichteten Blick seien das untrügliche Kennzeichen des Genies, so Lichtenberg, das kenne ich und kann ich verstehen; wenn ich durch die Menge laufe, habe ich den Blick in den Augen nach außen gerichtet, die anderen Leuten meistens in sich hinein oder eben ganz einfach auf den Weg vor ihnen. Denn in mir ist eben die Menge. Dementsprechend. Was ist schöner als eine schöne, bemalte Frau, die sich über ihr Fußballteam freut; vor allem, wenn sie aus irgendeinem komischen Land kommt? Sie gehen und treffen sich zu Fußballspielen, die Leute, um sich zu freuen und euphorisiert zu sein! Das können sie dann gut, vor allem in Argentinien. Und dann, obwohl ich äußerlich unbeteiligt erscheine, freue ich mich mit ihnen mit! Das ist das magische Band zwischen uns. Es ist ein tiefes Geheimnis. Es ist zutiefst magisch. Als Gotama auf der Suche nach dem Buddha war, fand er ihn schließlich nicht in mühevoller Selbstkasteiung, sondern in einer Erinnerung, als er als Kind in einem frisch gemähten Feld gesessen und dort nicht nur zerschnittene Grashalme sondern auch tote Insekten bemerkte – was ihn mit tiefer Trauer erfasste. Diese plötzliche und urtümliche Welle an Empathie und Teilhabe, begriff er im Nachhinein, war jedoch tatsächlich das, was das Nirvana ist, und das Aufgehen in seiner eigenen Befreiung ermöglicht. Mahavira, ein Übermensch, der vor Gotama lebte, erreichte inmitten von Kasteiung kevala, in dem er plötzlich „alle Realitätsebenen gleichzeitig in jeder Zeit- und Raumdimension wahrnehmen konnte, als ob er ein Gott wäre“ (Karen Armstrong: Die Achsenzeit. Vom Ursprung der Weltreligionen, München, Siedler S. 318). Auf Mahavira geht jene extreme empathische Bewegung zurück, die jedes Insekt und jeden Kieselstein achtet und von der Heinrich Himmler einmal bewundernd gesprochen hat.

EM

Liliana Medina no puedo decir nada porque esta mi bandera allí ,y…como sabes fanatica del futbol ,el futbol es religión en Argentina,pero como toda religión tenemos alguna oveja descarriada o vendida ,como el actual d.t. de mi equipo ,pero ,bueno ,esto va a pasar y ya jugaremos el próximo mundial ,no como chile e que lo mira por t.v.

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Liliana Medina maldito perro¡¡¡

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About Water and the Sea

 

Para Liliana y la familia

Like Tarkovsky and other creatives, I like water and I like the sea. I like to look at it and touch it. I don´t know the exact reason for it and it took me almost two years now to sit down and write a note about it (because there will be a short intermission concerning notes atm and so I can fill the hole with water). Obviously I like water because it is meditative, innocent, mindless, as well as „full of secrets“. Don´t look to the ocean, restless in its dreaming / Don´t look to the heavens, for they will tell you nothing (sing Cop Shoot Cop in Room 429, a splending song about, as I guess, intimacy). That Cop Shoot Cop song is both a bit elegic, as well as assertive, there is some tenderness in it, amidst the possible wildness and roughness the sea can relapse into. Water is both more innocent and fresh, recycling, as well as more powerful and ancient than we are. They think it will win over the rock, though finally it will evaporate as the sun gradually dies and inflates, and only rocks will be left. It is, obviously, the necessary element for any organic life to come into existence on a planet. In its mindlessness, it mirrors the innocent, ready-to-be-productive, recpetive mind – because of this, the mind rejoices when meeting its twin, the water. They say the ocean is sublime, as it is envisaged without boundaries. What is sublime strucks awe in us, says Kant, reverence for „the (unknown) law“. What is sublime annihilates the subject, but then empowers it, as the subject recognises itself in its „infinity“ and „endlessness“. In the sublime, the nuanced, sophisticated subject will view itself in its limitlessness and its limitations; realising one´s own limitations will inspire awe for an, at least abstract, instance that is less limited; realising one´s own limitlessness and limitedness will give a sense of compactness as well as openness and will give the sense of a warming ball inside oneself. Furthermore, the ocean gives me a sense for planet. Gazing at the ocean (or the sky) in the southern hemisphere gives me a sense for the existence and presence of that that is the other, of otherness, that is – thank God – tangible and can be internalised (internalising otherness, encircling the earth and becoming psychologically water-like is path to the overman, as we remember). I also like to think of megacities, looked at from above, in the night, Los Angeles for instance, at the great frontier, following the eternal call of the west. The network of millions of lights, seems to imitate and mirror the mind/brain, consciousness. I like to think having my mind amalgamated with the big abstract city at the frontier, mirrored in it. Think of standing at a skyscraper of megacity at night, somewhere in the future, in the mid- or later 21st century. Think of the megacity at night in the later 21st century, and internalise it. That gives a sense of mind, and consciousness. Think of another city, in the southern hemisphere, Buenos Aires. One megacity turns out not to be enough to make up the mind, it has to contain at least two, next round. With this, you will finally reach into the cosmos. When I sat at the Danube, in summer 2016, with Tanja, Xav and some others, who have invited me to Linz to talk about my creative approaches (and not many people followed the invitation), I was talking about the sentiments and concepts water gives to me, improvising. Unfortunately, I never came to exactly remember something of crucial importance that I elaborated then. That´s how it goes. But I remember, introspecting into water is a kind of permanent leaving from and returning to base. A hypercycle.

Liliana Medina No soy tan buena para escribir para escribir elogios ,pero se que el agua causo un efecto ,que no todos sienten ni ven , solo los que tienen un alma y corazón abierto y puede expresar con tanta sabiduría como tu lo hiciste ,me queda decir gracias y compartir algo sobre una palabra que aprendi ,y que ahora veo en otros lugares y que tambien conoci contigo en el Museo Mar “:La ataraxia es el estado perfecto del sabio, al que le da lo mismo morir que vivir, porque ha comprendido que él no es tan importante como se creía, que sólo es una piececita del todo que va mucho más allá de lo que le envuelve.”
― Arthur Schopenhauer
Philip Hautmann Miras, tu entiendes el valor des cosas… por eso eres mi diosa

 

About People That Run Amok and Science Cranks

America has a problem with gun fetishism, due to a cowboy-macho mentality, and since people mimic other people there is an ongoing tradition of the USA being plagued by mass shootings. I.e. there are people with some sinister character that more easily hear their „call“ (to become mass shooters) in an environment where there are also other people who do – in contrast to the notion that such people are „ticking time bombs“ that are set to „inevitably“ explode I guess most people with sinister character won´t (at a large scale): it depends on their environment on how much they get triggered to really act out like that. Mass shooters seem to be a mysterious case since they usually accept their own death or being thrown into jail for lifetime (and I guess a substantial amount of people who may want to become mass shooters are held back just because of this perspective). What is the damage that is inside them? I remember there was a dicussion about the condition of Norway´s mass murderer/terrorist Anders Behring Breivik, of whether he is actually insane or can be held accountable for his acts (i.e. suffers from paranoid schizophrenia or has a massive personality disorder which however does not render him truly insane). There were psychiatrists who considered him insane and others who did not (public pressure however has been on being able to hold Breivik accountable for his deeds, which he also strived for himself). I remember how an Austrian psychiatrist said in an interview that the „insane“ grin of Breivik would remind him of a patient he had in an insane asylum that had cut off his penis but simply smiled at him, like a naughty child, showing his parents the mess it had done. I was wondering what kind of insanity that could be? Are there more, and more individual forms of insanity than just schizophrenia and bipolar disorder? I also remember a Norwegian psychiatrist who had to deal with Breivik in his youth said he was thinking Breivik had Asperger Syndrome (which may lead to difficulties in capacity to empathise, though more in the intellectual sense than in the moral or emotional sense). More recent American mass shooter Adam Lanza was also believed to have been aspergeroid. Could it be that an Aspie with an evil character and who had to suffer severe frustrations due to being a social misfit can turn into a monster? In some cases, maybe. However, I also read a „confession“ of another young mass shooter once (respectively I have screened it since it consisted of ca. 150 pages): It was a quite bright teenager, maybe with IQ 150, who had written a lenghty, well elaborated statement, the message however was that he was jealous of other (supposedly) happy (and romantically engaged) teenagers and hated them – as he did not consider himself able to ever lead such a happy life. So some kind of teenage angst – it remained unclear why, at such a young age, he considered himself unlikely to ever be able to live a life like those he envied – however, given the darkness or emptiness of his soul his guess that he wasn´t loveable (which he did not express directly, although I have read only parts of the suicide note) was likely correct. What is astounding is the level of hatred against a world about which he felt that it had wronged him and that he would have deserved better. I also remember a case of a juvenile interviewed in prison who had murdered someone, because he had felt that all the others at school were „someone“ whereas he himself had been „nothing“ – and so, in order to be „someone“ he killed a popular girl from high school and went into prison. Strange individuals (also like Mark David Chapman who shot John Lennon in order to become a celebrity himself): Are they extremely narcisstically wounded (due to a personality disorder that makes them so vulnerable) or do they have an even more severe identity diffusion that makes them feel so empty inside so as that they commit the most extreme acts, with which they also hurt themselves, just to „be someone“ (in the case of MD Chapman a more severely disturbed case than just a narcissist, reaching into mental illness, seems evident)? There has been an article „Inside the Mind of the Mass Shooter“ in the aftermath of a more recent mass shooting in the USA, leaving dozens of people dead and hundreds of people injured at a country music festival in Nevada, carried out by 64-year old Stephen Paddok. The article says mass shooters frequently show signs of paranoid schizophrenia and an illusion of narcissistic grandeur – that has been frustrated, and because of this, they act out, also taking into account their own death which does not matter to them anymore, or is desired by them. Apart from their narcissistic fantasies, which do not unfold in reality, they are obviously so empty inside that all that is left in them is to „settle the scores“ with a world seen as hostile or unworthy, and then obliterate themselves. – As far as I can see, a condition common in mass shooters seems to be a paranoid personality disorder. People with a paranoid personality disorder are extremely touchy against personal setbacks (for which they usually blame others), suspicious and anxious against possible setbacks, they hold long or everlasting grudges, they are argumentative, have a sense of entitlement and often are self-referential or have a superiority complex and fantasise about being omnipotent (in contrast to the narcissist they, therein, do not strive for admiration, neither (in contrast to the histrionic) for attention, but obviously just for power respectively for being regarded as superior for its own sake). There does not seem to be so much inside them concerning warmheartedness, their emotional apparatus rather mainly consists of feelings of anger and resentment. When, in their fantasies of superiority they see themselves questioned by others (regardless of whether that is the intention of the other person or not), they become extremly angry and, in a way of projecting their own hostility into others, paranoid (and maybe also their fantasies of large conspiracies against them is a projection of their own grandiose and grand-scale fantasies). Paranoids aren´t easy people and they are likely to become ever more lonely in the course of their life. A paranoid personality disorder can also develop into a paranoid schizophrenia. I think that paranoids aren´t just paranoid i.e. suspicious and deluded (maybe due to an attachment disorder in early childhood) but that they (at least in many cases) have severe problems of regulation of self-esteem and that their paranoia is to a considerable degree a projection of their own proneness to feel hostility towards others. They may lack inner resources and inner riches. They may even know that their paranoid fantasies are bs and irrational, but they hold on to them since they comfort them emotionally. So I guess paranoid personality disorder probably is the most frequent condition inside the mind of mass shooters. (However, among the possibly many causes a murderous instinct may also be caused by a brain tumor: Such was obviously the case of famous mass shooter Charles Whitman who went up a tower and shot several people and made it very difficult to catch him in the 1960s – he had been a normal guy who had become increasingly plagued by the desire to murder and, therein, felt that something „wasn´t right with his brain“ – after his death a tumor was found in his brain. Likewise, also another special breed – serial killers – aren´t necessarily lunatics or sociopaths. They might be neurotypical – apart from the fact that they have murderous impulses inside them. Also sadists aren´t necessarily sociopaths: that they get triggered by sadistic fantasies may be an isolated feature in the arena of their entire personality.)

A while ago also the crackpot/crank personality attracted my attention. A crank is someone who inflexibly holds on to beliefs that are widely considered as wrong (or not-even-wrong) or irrational, obviously as, although cranks may appear to be humble, they also have a massive desire to see themselves as superior towards others. According to Wikepedia characteristics of cranks include: 1) Cranks overestimate their own knowledge and ability, and underestimate that of acknowledged experts 2) Cranks insist that their alleged discoveries are urgently important 3) Cranks rarely, if ever, acknowledge any error, no matter how trivial 4) Cranks love to talk about their own beliefs, often in inappropriate social situations, but they tend to be bad listeners, being uninterested in anyone else’s experience or opinions 5) Cranks seriously misunderstand the mainstream opinion to which they believe that they are objecting 6) Cranks stress that they have been working out their ideas for many decades, and claim that this fact alone entails that their belief cannot be dismissed as resting upon some simple error 7) compare themselves with luminaries in their chosen field (often Einstein, Newton, Edison, etc.) implying that the mere unpopularity of some belief is in itself evidence of plausibility 8) Cranks claim that their ideas are being suppressed, typically by secret intelligence organizations, mainstream science, powerful business interests, or other groups which, they allege, are terrified by the possibility of their revolutionary insights becoming widely known 9) Cranks appear to regard themselves as persons of unique historical importance. – So, although „perhaps surprisingly, many cranks may appear quite normal when they are not passionately expounding their cranky belief, and they may even be successful in careers unrelated to their cranky beliefs“, also the crank condition seems to be an expression of a personality disorder. But what common personality disorder would apply? Obviously you have narcissistic, histrionic and schizotypal features here, yet neither NPD, HPD or StPD seem to truly apply. Upon relfection, it may also be paranoid personality disorder, if we consider the problem of self-esteem regulation, desire for quasi-omnipotence and holding on to colossal belief systems which turn into the delusion of colossal conspiracies being plotted against oneself when ego becomes frustrated. In the German version of the crackpot article on Wikipedia there is a link to the querulant, a somehow similar condition to that of the crank, and as it turns out, querulant behaviour is regarded to stem out of a paranoid condition. Personality disorders are often hidden and people with personality disorders may „function“ relatively well in everyday life – only when you meet them more intimately you see there is something wrong with them. On the other hand, when you meet someone who acts inappropriately and inflexible there is a high probability that such a person has a personality disorder. There is a continuum between (harmless) eccentricities and massive personality disorders. It is good to have knowledge about psychopathology since you are about to meet many people equipped with such a disorder and they may bring severe upheaval in your life. Walter Riso, a therapist who has written a valuable book about dangerous romantic liaisons with problematic people estimates that 20 – 30 percent of people are equipped with PDs („and if we take into account lighter cases, that number would increase significantly once more“). Meditate about that.

Individuals who (obviously) combine a high IQ with a paranoid personality disorder may have been Bobby Fisher, Ted „Unabomber“ Kaczynski, Jean-Jacques Rousseau and Christopher Langan. Bobby Fisher was an entertaining and flamboyant chess genius before he turned into a person that made antiamerican and antisemitic comments at every occasion, as if he had been compulsed to do so. At September 11 2001 he welcomed the terrorist attacks (in a Japanese radio show) as „wonderful news“ and in his last radio interview in Iceland (where he lived in „exile“) he could not refrain expressing his sympathies for the North Korean Dear Leader. Yet already in former times it had been noted that Fisher was deeply troubled, arrogant and with a short temper, which however he had managed to somehow balance with being funny and exiting and a genius. Psychologists noted that for Fisher playing and winning at chess was about fantasies of power, and in a TV interview he once gave answer to the question what he would experience as „the greatest pleasure“ in chess: The moment when he „breaks the opponents ego“. – Ted Kaczynski was a normal child at first. At age 2 however he suffered from a shock of the immune system and had to be isolated in hospital. After that experience he had become a very reclusive child and person. I guess, apart from genetic disposition, personality disorders stem out from severe frustrations in early infancy where the infant does not have a fully developed concept of self and the own body and cannot recall memories (therefore, unlike neuroses, personality disorders do not appear as something „attached“ to a personality, but an element deeply ingrained in that personality itself). Apart from being a maths genius hardly understood by anyone Kaczynski became a reclusive and bizarre individual who gave up mathematics to become the Unabomber. Despite employing a primitivistic (and a bit Rousseauian) ideology he admitted to himself that the true motive for his criminal crusade had been his „hatred“ for people. When I once took a short look at his manifest, I noticed that it was full of paranoid hatred against the political left (I would have liked to analyse that further since it appeared to me as an expression of an inferiority complex, respectively a hatred against everything that is „soft“ and tolerant because of self-hatred for one´s own perceived inner weakness, but I am not interested to do that at the moment). – I have not read or studied Jean-Jacques Rousseau a lot, but it is commonplace that he sent his offspring to orphanages and that after a while he antagonised against everyone, became suspicious about Voltaire et al. betraying him or plotting against him. When he finally arrived in England, David Hume welcomed him, therein dismissing warnings that Rousseau is known as a problematic person, only to find those warnings justified after a while. Maybe his entire apparently humanistic but also anti-civilisational philosophy is an expression of his paranoid condition, an attack against a society about which he thought that it did him wrong (note that intellectually a paranoid person may well be a humanist). – Christopher Langan is noted as a person with one of the highest IQs currently on stage. He developed a metaphysics, the Cognitive-Theoretical Model of the Universe (CTMU) as a „Theory of Everything“ (ToE) i.e. as a „theory of theories“ that finally explains (or provides a framework for understanding) the entire reality. I have read  some of his texts and also the counterarguments by others (which Langan however says they do not exist or are invalid) but still do not know what to think about it. As far as I can see it contains at least some plausible claims or suggestions as well as apparent exaggerations, as Langan claims he can prove the existence of God, of the afterlife, of the ethical character of reality and the like (note that in Langan´s theory those categories are somehow distingiushed from what is commonly understood by them). I cannot discuss the CTMU at the moment, but, as Christopher Langan appeared on Facebook (in a group for discussion of the CTMU) a while ago, I can discuss his behaviour: He joined the group as people in it have expressed curiosity why Langan had spoken out for Donald Trump. He went there to explain his motives and since then, apart from engaging in discussion and explaining about the CTMU, he compulsively rants against academia (which he flat out denounces as all corrupt and interested in anything but scientific truth), immigrants, left-wingers, „cultural marxists“, tech-billionaires, („stooge-like“ and sociopathic) politicians, atheists, (philosophical) materialists, liberals and people who don´t stick to guns – regardless of whether it is any issue in the respective thread or not. He bitterly blames „academia“ for not being „famous like Einstein“ and disrespecting the CTMU (what he fails to mention however is that the CTMU has also met opposition in the high IQ communities) and, as it becomes apparent after a while, he rants against the elites as well as the more stupid parts of the populace of a world that fails to acknowledge that the CTMU is the greatest intellectual achievement of all time and the overall solution to everything and that Christopher Langan is the greatest genius of all time and the greatest saviour since Jesus Christ (as, concerning the more stupid parts of the populace, he likes to engage in dreaming about eugenics). There is some rationality and things being worthy of consideration in what he says, but it becomes apparent that Langan says them for psychological reasons and that he is not at all a balanced individual. In arguments he goes ad hominem pretty quickly and he employs an uncannily contemptuous and scornful language in which he dehumanises others: he does not radiate much goodness and warmheartedness. He is excessively self-referential and, in contrast to humbleness and proneness to question and re-evalute one´s own ideas and beliefs as common characteristics of the genius he never ever comes up with any sort of „self-irony“. He is excessively sensitive to being „trolled“ (which, of course, he occassionally gets, however he seems to understand every disagreement as „trolling“, specifically if the other person has a point: in such a case, when he runs out of arguments, he simply derisively claims that he is much smarter and the other person an idiot). Like the paranoid person I have personally known, he permanently complains how hard his life is and how „infinitely entitled“ immigrants are (because of plutocratic-cultural marxist anti-christian conspiracy engineered by tech-billionaires and the government (if it is run by democrats or an „Obamamessiah“ and where only Trump can be a saviour)). Concerning his fantasies about conspiracies and plots he even goes that far to come up with conspiracy theories that the attacks of 9/11 were an inside job carried out by the government (and fantasises about the purpose having been to distract public attention from the game-changing and mass illuminating CTMU) – whereas no serious intellectual, regardless of nationality or ideological affiliation comes up with such a thing since to anyone who is capable of critical thinking it is evident that those conspiracy theories are much less plausible than the „official version“. In general, also as an intellectual he is pretty picky in taking into account stuff that confirms his vision and neglects stuff that does not. For someone who claims to be „closer to absolute truth than anyone else“ in history, Langan is quite casual in making claims he, at least somehow, knows himself that they aren´t exactly appropriate or pay tribute to „absolute truth“, but preeminently serve the purpose of comforting him emotionally. For someone who humble-brags „Do I think this (my achievements/IQ) makes me better than anyone? No, I still work in a bar“ he is quite immodest (note: the quotes are from a video portrait about Langan easily to be found on Youtube). And, at any rate, someone who claims to be the „smartest man in America“ and then speaks out for Trump! Ok, granted that Langan is a conservative, but also most of the more illuminated conservatives turned away from Trump. However, Langan finally makes it clear that he endorsed Trump because Trump runs against left-wingers and „cultural marxists“ which he deems accountable for lack of success of the CTMU – I mean, so much for Langan as an honest intellectual who claims being solely interested in the progress and enlightenment of humanity, but endorses an aggressively anti-intellectual/scientific individual who is a slap in the fucking face for any rational person and is irresponsible enough to elect someone like Trump into the most decisive office in the world! Ok, granted again, Trump is a personality disorder guy and a narcissist like Langan, but an intellectual should first and foremost ask whether someone is intellectually honest and accountable. – To sum up, while operating at a high intellectual level and at least containing elements that should not be dismissed the CTMU makes the impression of being something Christopher Langan wants to come up with to prove that he is the greatest genius in history (i.e. a toy, not a theory). Certain paranoid elements like its grand dimensionality, dismissal of „moral relativism“ in favor of an absolute truth/logos that Langan equates to a pantheistic/psychic deity (that equates to the universe itself) (and where Langan is his prophet) seem to be there, or could be interpreted along these lines. – I actually feel a bit uneasy mentioning all of that since Chris Langan hasn´t done anything bad on me personally, but I am, among other things, here to document my age, and that is how he exposes (and deconstructs) himself online (and, as I can see, he doesn´t do it only on Facebook, but also in various other threads on the internet – as for instance HERE). I have been aware of Chris Langan for some years now and have been reading and observing this and that in bits and pieces from time to time and did not know what to think about him, but given such exposure – which, by the way, does not invalidate (parts of) his theory, but sheds a strange light on it – I am skeptical.  On Facebook I can even a bit understand his „eccentricity“, as in the respective group there is a considerable number of people who applaud to Langan and kiss his ass to anything this idiot says, no matter how outrageous it ges (for one or many reasons). Even if they are sympathetic to his views or his theory, I do not quite get why many of those folks do not see, at least after a while, that Langan simply is not a balanced individual and that his behaviour is flat out abnormal. Of course, his frustrations can be understood – thinking that he has come up with one of the most significant intellectual/spiritual achievements of all time, with important implications for self-understanding of man and is not credited for it – yet contrary to good intentions, a basic abrasiveness of his personality is obvious (what is most frustrating that some individuals fall out with Langan after a personal unpleasant encounter, but not so often because of his genral behaviour). They think they are geniuses themselves and oh, so special and so damn clever when they endorse Langan and the CTMU, or so. Concerning true geniuses, it gives me an indication why folks like Einstein preferred to solely talk at length with Gödel, Nietzsche went to Sils Maria, Wittgenstein went to Norway to think or to Lower Austrian children to communicate or Emily Dickinson refused to leave her house after a while (as now does Perelman). I mean, those highly gifted physicists around Einstein, what did they do? Crying „Hurra!!“ when the First World War broke out, and then again crying uncritically „Hurra!“ when a tricky thing like quantum mechanics manifested! There seems to be a bit of a lack of inner clarity in those people! Even people who are not commonly retarded may follow dangerous leaders. The fog of the world. That is the quintessence of „Moby Dick“ (with Ahab coincidentally being a perfect example for a paranoid personality disorder).

UPDATE April 1 2018 (sic!): In the CTMU group on Facebook they are meanwhile, spearheaded by Christopher Langan, up to attributing personality/mental disorders to „demons“, with Chris Langan claiming that the CTMU, as a theory of everything, would also allow for a „very advanced theory of demonology“ – without, unfortunately, seeing much use in writing an extensive paper on that subject, since the always ignorant and stupid academia would not be interested in it. („While the CTMU happens to support the development of a very advanced „theory of demonology“, this is not something in which most academic journals would presently be interested. (A shame, given the liabilities of abjectly clamming up and letting a howling pack of oligarchical demons do a collective hotdog dance on the face of humanity.)“)

UPDATE, from a conversation in the CTMU group August 4 2018:

Christopher Langan: All I’m sure of is this: the time has come to get insistent – very, very insistent – about putting a stop to it. (There are definitely egregores hostile to our survival – that’s the only way to formulate it with logical certainty. The questions are about its exact biological composition – you know, international bankers, demons from hell, space aliens, interdimensional fungi, or what have you).

James B.: One can take that line of thought somewhat further — but not far enough by any stretch of the imagination — by examining the history of the Frankfurt School Jews. I’ll lay it out in brief: Having abandoned class Maxism after WW I, they became resentful of working class Germans. When working class Germans saw a „savior“ of sorts in Hitler, the Frankfurt School migrated to Columbia University prior to WW II. With the onset of WW II, and the US-Soviet alliance, they were admitted to the inner sanctum of the Office of Strategic Services, as propaganda consultants. Under their guidance the OSS developed what became known as „denazification“ propaganda. This propaganda was supposed to target the German population but, through the OSS’s connection to the film industry, it also began targeting the US population. During this time of alliance with the Soviet economic Marxists, the cultural Marxists in the US learned to ensconce themselves in the heart of the intelligence community of the US. At the end of WW II, the denazification propaganda network was ramped up, not only in Germany, but in the US with the establishment of the CIA which suffered the congenital cultural Marxist defect imposed by the Frankfurt School from its role in the OSS. When Sen. Joe McCarthy tried to clean house, he had no idea of the kind of „denazification“ mass media propaganda infrastructure he was up against — and it, in effect, killed him. (Roy Cohn, McCarthy’s assistant displacing RFK so as to „protect McCarthy against charges of antisemitism“, was a Jewish Columbia graduate, homosexual — blackmail material there — and possible pedophile… and also became Trump’s lawyer shortly before dying of AIDS!)

Kameradschaft mit der Wirklichkeit / Bergson, de Chirico

 

„Man erhält nicht von der Wirklichkeit eine Intuition, wenn man nicht ihr Zutrauen durch eine lange Kameradschaft mit ihren Offenbarungen gewonnen hat. Und es handelt sich nicht bloß darum, sich die bedeutsamsten Tatsachen zu eigen machen; man muss eine ungeheure Masse anhäufen und zusammenschmelzen … So nur wird die rohe Stofflichkeit der Tatsachen aufgehoben.“

Henri Bergson, Schöpferische Entwicklung

cook spaghetti fire

„Vor allem ist ein großes Feingefühl nötig. Sich alles auf der Welt als Rätsel vorstellen, nicht nur die großen Fragen, die man sich immer wieder gestellt hat – warum die Welt erschaffen wurde, warum wir geboren werden, leben und sterben -, denn vielleicht liegt in all dem, wie ich schon gesagt habe, kein Sinn. Aber das Rätsel mancher Dinge verstehen, die im Allgemeinen als belanglos betrachtet werden. Das Geheimnis mancher Phänomene im Bereich der Gefühle, der Merkmale eines Volkes spüren, so weit kommen, dass man sich sogar die schöpferischen Genies als Dinge vorstellt, als äußerst merkwürdige Dinge, die wir nach allen Seiten drehen und wenden. Auf der Welt leben wie in einem unermesslichen Museum voller Seltsamkeiten, voller wunderlicher, bunt gescheckter Spielsachen, die immer wieder anders aussehen, die wir manchmal kaputt machen, um zu sehen, was drinnen ist, und enttäuscht merken, dass sie leer sind. – Die unsichtbaren Bande, die ein Volk mit seinen Schöpfungen vereinen. – Zum Beispiel, warum die Häuser in Frankreich auf ihre bestimmte Weise gebaut sind und nicht anders; man kann noch so viel Geschichte zitieren; die Gründe nennen, die zu dem oder zu jenem beigetragen haben, man beschreibt, doch erklärt man nichts, aus dem ewigen Grund, dass es nichts zu erklären gibt und das Rätsel doch immer bleibt.“

Giorgio de Chirico, Das Geheimnis der Arkade

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