Kritik der Kritik der schwarzen Vernunft

La Defense

Wittgenstein meint angesichts seines Tractatus: Das wichtige sei wohl weniger das, was drinnensteht, sondern das, was nicht drinnenstehe. Bei der Kritik der schwarzen Vernunft von Achille Mbembe könnte man auf so einen Gedanken auch kommen. Von schwarzer Vernunft erfährt man dort eigentlich nichts, nur dass sie (bzw. die Arbeitskraft der Schwarzen) ausgebeutet und unterdrückt ist/wurde. Über den äthiopischen Philosophen Zera Yacob (1599 – 1692), der vieles von der europäischen Aufklärung, von Kant, von Descartes, von Hume vorweggenommen hat, der aber kaum bekannt ist, hätte ich gerne mehr erfahren – ein großer Stolz und ein wahrhafter Triumphpokal müsste er sein für die schwarze Vernunft – aber es steht da nichts über ihn. Die Kritik der schwarzen Vernunft konzentriert sich viel eher darauf, wie „der Neger“ bzw. „der Negersklave“ von außen (bzw. von den Europäern) „gemacht“ wurde und über vereinfachende Stereotypen fortwährend reproduziert wurde/wird, die in ihrer Simplizität höhnisch und selbstsicher dekonstruiert werden, von wegen: So einfach sei die schwarze Vernunft ja gar, wie die Weißen das gerne glauben machen wollen! Es gäbe da ja noch viel mehr Facetten u. dergl., bis hin zu der Behauptung, dass „Afrika“ gar nicht existiere (sondern „gemacht“ wurde). Das sind freilich Dinge, die man überall findet, wenn man nur genauer hinsieht (und „Europa“ existiert, in seiner Vielfältigkeit, ja auch nicht, sondern wird von imperialen, unverständigen, vereinnahmenden und folgerichtig vereinfachenden Mächten, die freilich in dessen Zentrum sitzen, künstlich zusammengehalten lol). „Afrika“ sagen heißt stets – beliebige – Figuren und Legenden über einer Leere zu errichten“ und „Spricht man das Wort „Afrika“ aus, so unterstellt man in der Tat stets einen grundlegenden Verzicht auf Verantwortung“ und „Das Konzept der Schuld wird hier eliminiert“ (S. 105). Damit sind die Weißen gemeint bzw. überhaupt alles außerhalb von Afrika, aber ein verantwortungsvoller Diskurs und eine verantwortungsvolle schwarze Vernunft sollte doch auch berücksichtigen, dass die Länder Afrikas im Verzichten auf Verantwortung und im Abwälzen von Schuld auf andere selber ziemlich gut sind, im Zusammenhang mit ihrem Klientilismus, ihrer Big Man und The Winner Takes It All Herrschaftsprinzipien, ihrem Fatalismus, ihrem Analphabetismus, ihrer Irrationalität und ihrem Patriarchat (nicht nur bei den schnell beleidigten Feministinnen sondern auch dem einen und der anderen, ja dem Weltgeist insgesamt, muss es im Übrigen einen langen, schrillen Schrei provozieren, dass in der gesamten Kritik der schwarzen Vernunft fast nie von NegerINNEN gesprochen wird, sondern der Negersklave ziemlich eindeutig männlich bleibt). Man erfährt, dass die Verfassung Haitis (dessen Unabhängigkeit durch einen Sklavenaufstand hervorgegangen ist) von 1805 weit radikaler und demokratischer als die der Vereinigten Staaten von Amerika war, aber (zumindest eben nicht im Buch) nicht, dass die Vereinigten Staaten das (erfolg)reichste Land der westlichen Hemisphäre ist, während Haiti dort das Shithole Country Nr. 1 stellt. Erinnere ich mich an die eine Afroamerikanerin, die Gott dafür dankt, dass ihre Vorfahren als Sklaven verschleppt wurden, so dass sie jetzt in den Vereinigten Staaten von Amerika leben kann und nicht in denen von Afrika leben muss. Über die Gräuel und die Foltermethoden, die von den Franzosen gegenüber der algerischen Unabhängigkeitsbewegung angewendet wurden, ist die Rede, aber eine Beleuchtung des unabhängigen Algerien als exemplarisches Beispiel für einen postkolonialen Rentiers- und Klientelstaat, wo sich kleine, manchmal rivalisierende oder sich brutal bekriegende Gruppen die Macht teilen und die Pfründe an sich reißen, hätte mich (insofern es gerade zu Algerien diesbezüglich wenig Literatur gibt), auch interessiert. Der Sklavenhandel und der Kolonalismus waren großes Unrecht und entsetzlich und eine traumatische Erfahrung für Afrika. Die Sklaverei und der Sklavenhandel hat allerdings (in Afrika und sonstwo) eine lange Tradition: (das unabhängig gebliebene) Äthiopien hat die Sklaverei erst 1902 abgeschafft, Marokko 1922 und Mauretanien erst 1981 (und erst 2007 unter Strafe gestellt). Nicht erwähnt wird in der Kritik der schwarzen Vernunft, dass auch die Orientalen in großer Zahl und über Jahrhunderte hinweg Sklavenhandel mit AfrikanerInnen betrieben haben, nur halt dass die unter dem Alpdruck ihrer archaischen Religiosität stehenden und das auch noch gut findenden Moslems nicht erfolgreich darin waren, diese Sklavenarbeit so zu organisieren, dass sie selber zur weltbeherrschenden Macht aufsteigen konnten (wofür diese ja auch ganz gerne mal den Westen verantwortlich machen). Während der Kolonialherrschaft gab es wenigstes keine Kriege und gewalttätige Konflikte in Afrika. Insgesamt kann auch festgestellt werden, dass der Einfluss des Westens auf Demokratie und Menschenrechte – auch in ehemaligen Kolonien – häufiger positiv als negativ gewesen ist (vgl. dazu Ruud Koopmans: Das verfallene Haus des Islam, München 2020 S. 73-80). Vor Jahren habe ich einmal ein Interview mit einem schwarzen Ökonom bei der Weltbank (wenn ich mich recht erinnere) gelesen, der sich darüber ausgelassen hat, dass die gerne hochgehaltene Solidarität unter den schwarzen Brüdern und Schwester die chimärenhafteste Solidarität in der Welt sei, und nirgendwo der Egoismus und die Idiotie ausgeprägter seien als in Afrika. Die Kritik der schwarzen Vernunft fordert Restitution und Reparation, „Wiedergutmachung und Entschädigung im ökonomischen Sinne“, aber da ist Afrika als Milliardengrab für Entwicklungshilfe, weil die Gelder immer wieder in erster Linie gestohlen wurden (freilich von den Westmächten auch so, also im Sinne von Korruption, verteilt wurden, um sich afrikanische Potentaten im Kalten Krieg warm zu halten). Mbembe redet zwar nicht von den „schwarzen Brüdern und Schwestern“ (von den Schwestern zumindest redet er eben praktisch gar nicht), aber die Schwarzen reden gerne davon, dass sie schwarze Brüder (und Schwestern?) seien: Als Kontrastprogramm in der Realität hat man dazu aber einen haarsträubenden Mangel an Kooperation zwischen afrikanischen Staaten, auch und vor allem im Fall von humanitären Katastrophen, eine Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid der eigenen Brüder und Schwestern, die von Seiten des Westens oder der „internationalen Gemeinschaft“ kaum mehr übertroffen werden kann, als Kontrastprogramm hat man da auch z.B. die Ineffizienz der Afrikanischen Union, deren Hauptsitz in Äthiopien – trotzdem Afrika eigentlich ein sehr reicher Kontinent ist und viele afrikanische Potentaten allein auf Milliardenvermögen sitzen – vor ein paar Jahren erst von den Chinesen gestiftet und ausgestattet worden ist, dessen Finanzierung die Afrikanische Union also nicht sich selbst sondern den Chinesen überlassen hat (mit der Konsequenz, dass der Hauptsitz der Afrikanischen Union folgerichtig jahrelang bequem vom chinesischen Geheimdienst ausspioniert werden konnte und wurde). Mbembe spricht sie zwar an, die Viktimisierungshaltung, deren Möglichkeit diversen Befreiungsideologien innewohnt, sprich, dass man die eigene Gruppe, die reales Unrecht erlitten hat, bzw. sich selbst ausschließlich als Opfer sieht, das dabei auf Wiedergutmachung drängt (die, inhärent, mit blutrünstigen Rachephantasien oftmals einhergeht), er räumt ein, dass eine solche Haltung neurotisch, negativ und zirkulär ist und auf Ressentiment beruht (S. 169f.), allerdings kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Kritik der schwarzen Vernunft selbst nicht so ganz verschieden davon ist. Ganz am Schluss von der Kritik der schwarzen Vernunft (S. 332) wird der Hoffnung Ausdruck verliehen auf eine „Welt, die befreit ist von der Last der Rasse und des Ressentiments und des Wunschs nach Rache, die jeder Rassismus auslöst“. Dort, am Ende eines Buches, wo gemeinhin etwas Schwülstiges, Belebendes, Hoffnungsvolles und selig Schwebendes steht, steht bei Mbembe also was von Rache. Das ist ein wenig disharmonisch. –  Harmonie wird erreicht, wenn Gegensätze aufgearbeitet und versöhnt werden. Hat mal jemand gesagt, geistige Überlegenheit bestünde darin, dass man zwei sich widersprechende Gedanken gleichzeitig denken könne. Irgendwann muss man Identität finden, man muss Heimat finden, sonst wird man krank; das Bedürfnis danach und die Kämpfe, die man auszufechten hat, um Identität zu erlangen und Heimat, sind keineswegs trivial, vor allem nicht, wenn man Neger ist. Angesichts der Schwierigkeiten, die damit verbunden sind, müssen die, die nicht involviert sind, teilweise auch zurücktreten. Klar. Heimat und Identität kann man auch in der Neurose und der Rache finden – und angesichts der Trägheit der Welt ist es wohl auch gut, wenn über Neurosen und Rachegelüste Kräfte des Guten und des Ausgleichs, der Restitution und der Reparation mobilisiert werden – aber zumindest ich würde davon abraten. Meine kleine Philosophie und Lebensweisheit bestehe darin, dass man nicht nur versuchen solle, zwei (scheinbar) sich widersprechende Gedanken gleichzeitig zu denken und anzuerkennen, sondern mindestens fünf! Tatsächlich widersprechende Gedanken gibt es so auch nicht unbedingt, denn die Welt ist nicht tatsächlich widersprüchlich; im Rahmen bestimmter Ideologien und Denkmuster kann schnell etwas in Widerspruch zueinander geraten, aufgrund der verengten Perspektive. Man soll also versuchen, so viele Gedanken wie nur möglich gleichzeitig zu denken und anzuerkennen! Dann erscheint, nach vielen Jahren, endlich das Feld der Widerspruchsfreiheit und das totale Reich des Geistes und der Erlebnisfähigkeit:  die Weiße Hütte (White Lodge), wo die Inhalte der Welt bestenfalls nur mehr als mögliche Erscheinungen in einem ubiquitären weißen Licht erscheinen und innerhalb dieses Lichts einfach handhabbar sind; in der alle Fäden der Welt zusammenlaufen und von der alle Fäden wiederum ausgehen. Um das Licht der Weißen Hütte zu sehen, muss man seinen Blick wiederum senken, in die Nacht und in die Finsternis der Welt, in das unten liegende Becken der Finsternis: denn die Welt ist zum größeren Teil Nacht und Finsternis und Unbekanntes. In dieser Nacht muss man fortwährend Verbindungen herstellen zwischen Bekanntem und Unbekanntem, so wirft man Licht in die Welt, und in sich selbst. „Licht in das eine und andere Gehirn zu werfen“, sei das Ziel seiner Philosophie, schreibt Wittgenstein im Vorwort zu den Philosophischen Untersuchungen, und das ist auch das Ziel der (schwarzen oder sonst jeglichen) Vernunft. Auch Probleme hinsichtlich Heimat und Identität werden dann Probleme, die man unter sich hat.

Jetzt habe ich einige Sachen gesagt, ohne dass ich sie übrigens so gern gesagt habe. Aber eine Kritik der schwarzen Vernunft kann eben eine Kritik der Kritik der schwarzen Vernunft nach sich ziehen, sollte das sogar, so entsteht die Möglichkeit für einen perfekt geschlossenen Kreis. Und ich darf all diese Sachen ja sagen, entgegen der arroganten oder bequemlichen Attitüde, dass man als Außenstehender nicht über eine andere Gruppe urteilen dürfe, denn ich bin ja selbst ein großer Neger. Ich bin kein Philosophieprofessor wie Achille Mbembe, sondern Philosoph, und damit ein großer Neger. Hinter mir stehen keine Universitäten und auch kein Suhrkamp-Verlag. So einen wie mich wollen die da nicht. Mich werden die nur ausbeuten und kolonialisieren wollen, nachdem sie mich unter die Erde gebracht habe, denn ich bin ein echter Philosoph und damit ein schwarzer, tiefschwarzer Neger. Ein tiefschwarzer Neger bin ich! So tiefschwarz wie die Mädchen in La Defense, die eine meiner besten Begegnungen im letzten Jahr waren. Eine Gruppe von tiefschwarzen Mädchen in tiefschwarzen Martens in tiefroten Hosen und schwarzer Armeekleidung, die im menschenarmen La Defense am verregneten Samstagvormittag ihre Tanzübungen gemacht und ihre Choreographien einstudiert haben. Meinen Künstlerfreund Bernhard habe ich letzten Oktober in Paris besucht, weil er für dort ein Stipendium bekommen hat. Zu einer Veranstaltung rund um die Neuerscheinung eines Buches von Francois Laruelle bin ich gegangen, an jenem Samstagvormittag, um bei dieser Gelegenheit Francois Laruelle kennenzulernen, was ich oberflächlich auch getan habe. In einem Kellerseminarraum neben dem Centre Pompidou. Etwa ein Dutzend Leute war dort. Da die dreistündige Veranstaltung auf Französisch war und ich das nicht ausreichend verstehe, bin ich stattdessen nach La Defense um erst gegen Ende des Seminars wiederzukommen. Ein grauer, vernieselter Samstagvormittag also, an dem ich diesen großartigen, am Wochenende eher ausgestorbenen Stadteil dann zum ersten Mal gesehen und erlebt habe, vereinzelt Menschengrüppchen als karger Kontrast zu den unermesslichen, in erhabenen Formen aufschießenden Beherbergungskapazitäten – da, da weit vorne geht wieder einer, und da drüben telefoniert eine Frau, inmitten dieser Landschaft stummer, erhabener, statisch-dynamischer architektonischer Präsenz. Ein meditativer Ort, speziell an diesem jenen vernieselten Samstagvormittag. Ich glaube, ich habe Glück gehabt. Ich habe wohl exakt die richtige Zeit erwischt, um am richtigen Ort zu sein. Ich glaube, um zu einer so exakt richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, dafür stehen die Chancen eine Million zu eins. An einem Nebenweg haben einige schwarze Mädchen Tanzübungen gemacht und wohl die spiegelnde Fassade eines der riesigen Gebäude genutzt um eine Choreographie einzustudieren. Sie waren schwarz wie die Nacht und hatten die appetitlichste Kleidung der Welt, schwarze Martens, tiefrote Hosen, schwarze Lederjacken, teilweise militärähnliche Kleidung – in hundert Millionen Fällen trifft man vielleicht einmal auf etwas derartig Unerwartetes! Sie waren grenzenlos schön und sie waren so schwarz, dass sie einen Stich ins Tiefbläuliche hatten. Was für ein Negerstamm ist das, der schwärzer ist als die Nacht, so dass er einen Stich ins Tiefblaue hat? Der Abgrund des Tiefsinns und des tiefsinnigen ästhetisch-philosophischen Eintauchens in die Welt kann nicht anders sein, und wenn ich die neunte Sinfonie von Mahler höre, dann taucht in diesem Schwarz auch ein Blau auf, das schließlich zu Gold wird. Was für eine ungeheure Begegnung, was für ein unerhörtes Erlebnis, die tiefschwarzen Mädchen von La Defense! Eigentlich habe ich diese abgerissene und (absichtlich) schlecht geschriebene Kritik der Kritik der schwarzen Vernunft primär deswegen aufgesetzt, weil die Mädchen von La Defense in meinen Aufzeichnungen unbedingt erwähnt werden müssen, als Epiphanie und als wichtige ästhetische Begegnung und auch als implizite Anleitung, wie ästhetische Begegnungen möglich sein können. Vielleicht ist diese abgerissene und schlecht geschriebene Form auch die optimale Form für eine Kritik der Kritik der schwarzen Vernunft, insofern sie ihre Absolutheit dadurch reduziert, aber ich will irgendwann noch einmal breiter und genauer auf all das eingehen. Und ich will eine so hochaufschießende moralische Instanz sein, dass Rassismus und Rache wegen Rassismus gleichermaßen nicht so einfach da durchkommen! Um die Ecke hat noch ein anderes, gemischtrassiges Grüppchen von französischen Teenagers eine Choreographie geübt, aber die pechschwarzen Mädchen waren einfach viel besser. Sie haben, wie ich später extra herausgefunden habe, zu einem Lied („Icy“) einer K-Pop Girlband („Itzy“) getanzt, in dem es darum geht, wie man als halbwüchsiges Mädchen auf coole und freche Weise selbstständig und emanzipiert ist, bevor sich, anzunehmenderweise, der Alpdruck des gesellschaftlichen Konformismus auf sie legt, und sie sich dem dann auch, anzunehmenderweise, freudig ergeben. Ich finde es sehr schlecht, dass ich nicht gewusst habe, wie ich mit diesen Mädchen ins Gespräch hätte kommen können und sie jetzt wohl für alle Zeit für mich verloren sind und ich nie mehr weiß was aus ihnen geworden sein wird, ich finde es sehr gut, dass ich sie in dieser Konstellation aber überhaupt gesehen habe. Eine unerhörte ästhetische Epiphanie, wahrscheinlich nicht nur auf das letzte Jahr bezogen, sondern überhaupt in meinem ganzen Leben! Aber ich kann ja auch ohne weiteres wieder weiterziehen, da es mein Geist und meine Seele ist, die die ästhetische Epiphanie ist und es mein sehr spezifischer Geist und meine sehr spezifische Seele ist, mit der ich ästhetische Epiphanien dauernd irgendwo wahrnehme, mal besser, mal schlechter, meistens halt nicht so gute wie die kleinen schwarzen Tänzerinnen an jenem Regenvormittag am Samstag in Paris in La Defense. Es war so ein halbes Dutzend schwarzer Mädchen in La Defense, und es war so ein Dutzend Leute bei der Diskussion zum neuen Buch von Francois Laruelle, zu der ich dann wieder zurück bin. Francois Laruelle ist, in den Worten von Gilles Deleuze, der unbekannteste bedeutende Philosoph Frankreichs. Ich habe just vorher was von ihm gelesen, ein weniges, was von ihm übersetzt vorliegt, und habe seine Interdependenzthese zwischen Epistemologie und Ontologie sehr gut gefunden, währenddem ich an meinen Reflexionen zu Schopenhauer beschäftigt war. In aller Eile wollte ich einen Kontakt zu ihm herstellen, was mir dann auch oberflächlich gelungen ist, nach dem Ende der Veranstaltung, und nachdem ich in La Defense die bildhübschen tiefschwarzen Mädchen erlebt habe, die so schwarz waren, dass ihre Schwärze einen Stich ins Bläuliche hatte.

La Defense

What happens when you put African philosophies at the centre of learning

What You Should Know About Contemporian African Philosophy

Dale Carnegie and La Rochefoucauld

As a most appropriate literature for the period of the cornonavirus lockdown Dale Carnegie´s How to Win Friends and Influence People may come to mind. I have read it ten years ago or so, and now just read it again. Although written for another, and a positive purpose, together with the maximes of La Rochefoucauld it, inadvertently, is probably the bleakest and most uncanny literature around. It may serve as giving an answer to one of the most pressing questions in literature and in life in general: to the question about what is probably the most central motive behind man´s actions? As we know, there are many motives behind the actions of man, yet one would be curious to find out if there truly is a most central motive; and if that should be the case, what this central motive would be? Is it the desire to help starving children in Africa? Is it the desire to dive into an oceanic feeling of togetherness and connectedness between all man and all creatures and a transcendent experience of unity? Is it the obsessive desire to know what happens at the center of a black hole? – Not quite: according to both Dale Carnegie and Francois de La Rochefoucauld the human leitmotif is vanity. I.e. somthing that is unsophisticated, annoying and ridiculous. It is inherently neurotic and unelegant and a root cause for evil. It makes people (happily) fall prey to populists, demagogues, manipulative sociopaths and cult leaders. It is where the easy, transparent and crystal clear realm of philosophy ends and the dark and opaque and convoluted realm of psychology begins. It makes people unlogical and unreflected. As Carnegie notes, few people think logically. Most hold prejudices, are subjective, are led by opinionatedness, jealousy, suspiciousness, fear, envy and pride (as you can see, mostly negative qualities). People think unlogically not only because they are not good at thinking, but because of their egoism and their vanity that tries to convince themselves that they´re the bearers of truth. As far as I am concerned, qualities like vanity, jealousy, greed, hatred or hostility are alien to me, to a degree that I simply consider them as manifestations of a primitive psychology. I do not know how such things can arise in anyone and I cannot even communicate with such a psychology. I do not want to win their friendship and I do not want to influence it. If their pits should be bottomless, I will install an Apartheid regime against them. On p. 202 Dale Carnegie quotes La Rochefoucauld btw. Apart from that, How to Win Friends and Influence People is a book that greatly empowers the good in man and that everyone should have read. Dale Carnegie was a great humanist.

Happy ever after, although both the books of Dale Carnegie and Francois de La Rochefoucauld are very worthwhile reads, they are written for certain, and limited purposes, and as you reflect on them, you may find out that they are full of flaws, and every maxime of La Rochfoucauld can easily be disputed as well as it could be taken for granted. They are not fully to be taken seriously. I know this from myself (and, after all, making generalised statements upon  the human realm is tricky per se). When I say something, it is also usually not to be taken completely seriously. The things I say are only to 93 percent meant to be serious, the rest is tongue-in-cheek and serves as leaving a room for doubt. If we assume that what is stated in the books of Dale Carnegie and Francois de La Rochefoucauld is only to 93 percent true, than the subjective overall conclusion about the true nature of man being his vanity is only to 93 percent true, reducing the truth of the original statements even further. That is sloppy maths, i.e. also not 100 percent true, etc. If we perform progressively such – sloppy as well as generous, yet, due to the flexibilty and influencability of man, justified – operations on the original assumption of vanity as the leitmotif of man, we can progressively diminish it and reduce it to a healthy degree inaswhich vanity would be reduced probably only to the degree of serving a legitimate purpose i.e. as a legitimate psychological self defense, and so could overcome endless seemigly unnecessary hardenings and conflicts between men as well as reaching a higher level of individual psychological gratification that is brought about by self-transparency, a lofty world could pop up and we could happily live ever after. The End.

Zeitlichkeit und Ewigkeit

Petrarca war sehr ruhmsüchtig, und er war, wie ich finde, ein schlechter Dichter. Pessoa hat gemeint, eine Art abstrakter Unsterblichkeit wäre ihm lieber, und er war, wie ich finde, ein guter Dichter. Petrarca hat sich viele Sorgen um die mangelnde Beständigkeit des Ruhms gemacht, Pessoa hat zu seinen Lebzeiten kaum was veröffentlicht. Ruhm erscheint als etwas Unbeständiges, da auch die Ruhmseligkeit eine subjektive Motivation ist, und daher, so scheint es, als geradezu notwendiges Korrelat, von fremder subjektiver Motivation erhalten, zerstört oder zumindest erheblich gefördert oder beschädigt werden kann. Die abstrakte Unsterblichkeit, die Ewigkeit hingegen, kann einem keiner mehr nehmen. Es ist daher besser, in der Ewigkeit anzulangen und dort vollkommen in sich zu ruhen, als nach Ruhm, der eine Sache der Zeitlichkeit und der subjektiven Motivation ist, zu streben.

Die Zeitlichkeit ist etwas Fragmentiertes und Relatives, vom Ewigen erhofft man Objektivität und erzerne Beständigkeit. Somit verweist auch die Zeitlichkeit auf das Leben, und die Ewigkeit auf den Tod, oder, hoffentlich, auf das ewige Leben; auf jeden Fall aber auf einen Seinsbezirk, der mit der Zeitlichkeit in keinem direkten Kontakt steht, nicht direkt mit ihr kommuniziert, sondern, irgendwie, jenseitig ist. Somit ist zwar das Zeitliche möglicherweise was Lächerliches und Eitles, das Ewige aber auch möglicherweise etwas Morbides und (subjektiv) nicht eben Erstrebenswertes. Wenn man, primär, die Zeichen der Ewigkeit sieht, so wie Pessoa, wird man von der Zeitlichkeit gerne ignoriert, und man hat dann halt nur seine kleine Ewigkeit. Die Zeitlichkeit hofft aber auf die Ewigkeit, um in ihr die Möglichkeit ihrer Transzendenz zu erblicken. Zeitlichkeit und Ewigkeit stehen in einem Wechselverhältnis und sind nur über dieses einigermaßen begreifbar.

Zeitlichkeit und Ewigkeit ist, scheinbar, das Zusammentreffen von Subjektivität und Objektivtät. Die Subjektivität wird im Objektiven (positiv oder negativ) aufgehoben und in ihr geborgen, die Objektivtät aktualisiert sich notwendigerweise aber eben im Subjektiven. Wenn das Subjektive so bedeutsam wird, dass es objektive Bedeutsamkeit und Gültigkeit erlangt, erreicht man die Sphäre des Ideals. Das Ideal ruht in sich selbst und ist unzerstörbar und ist ewig. Es ist geronnen und erstarrt, und es geht durch die Zeit und es ist lebendig. Es ist der Ort, wo die zeitliche Subjektivität und eine eherne, ewige Objektivität sich treffen. Das Ideal hat keine feste Form und es ist unvorhersehbar. Wer aber in der Sphäre des Ideals angelangt ist, ist, zumindest dort, frei. Es kann aber durchaus sein, dass es von dort aus komisch aussieht. Die Ewigkeit können ungute Räume sein (nichtsdestoweniger aber trotzdem interessante Räume).

„Ich sehe die wirklichen Genies und Sieger – die großen wie die kleinen – durch die Nacht der Dinge segeln, nicht wissend, was ihre stolzen Buge durchpflügen in dieser Sargassosee aus Verpackungsstroh und Korkresten.“

„Eure Argonauten trotzten Ungeheuern und Ängsten. Auch ich musste auf der Reise meines Denkens Ungeheuern und Ängsten trotzen. Auf dem Weg zu abstraken Abgrund, auf dem Grund aller Dinge, gilt es Schrecknisse zu durchstehen, unvorstellbar für die Menschen unserer Welt, und Ängste, fremd aller menschlichen Erfahrung; das Kap des gemeinen Meers, das zum Unbestimmten führt, ist menschlicher vielleicht als der abstrakte Weg zum Vakuum der Welt.

Der Heimatstatt beraubt, vom Heimweg vertrieben, Witwer für immer der Annehmlichkeit eines immergleichen Lebens, erreichten eure Sendboten endlich – ihr wart schon verstorben – das ozeanische Ende der Welt. Sie schauten – stofflich – einen neuen Himmel und eine neue Erde.

Ich, fern der Wege meiner selbst, blind vom Sehen des Lebens, das ich liebe, (…), habe endlich auch das leere Ende der Dinge erreicht, das unwägbare Ufer der Grenze aller Wesen, die Pforte ohne Ort zum abstraken Abgrund der Welt. Ich trat, Herr, durch diese Pforte. Ich irrte, Herr, über dieses Meer. Ich starrte, Herr, in diesen unsichtbaren Abgrund.“

„Der Wert der Kunst besteht darin, dass sie uns aus dem Hier holt.“

(Fernando Pessoa: Das Buch der Unruhe)

Die Möglichkeit, die Ewigkeit zu sehen, liegt im Geist, und sie liegt in der Seele. Sie liegt, am Besten, im Zusammenspiel von Geist und Seele. Der Geist durchdringt sich selbst und frisst sich in die Dinge. Das ist sein Wesen. Er vertieft sich in sich selbst. Er korrodiert die Dinge und relativiert ihre Bedeutung und schafft neue Dinge. Durch die Reflexion über die Reflexion sprengt er schließlich die Begrenzungen und die materielle Hyle und gelangt in ein neues Reich der Bedeutungen, und gelangt in das Reich der ewigen Bedeutungen, wenn der Geist sich vollständig realisiert hat, und somit die ewigen Bedeutungen begreift.

Das Begreifen der, scheinbar starren, ewigen Bedeutungen ist dabei ein höchst dynamischer, sich ständig wandelnder Prozess, eben die Reflexion der Reflexion, als der letzten Wirklichkeit des Geistes. In dieser Ewigkeit (des Geistes) ruht nichts. Es rotiert und fluktuiert alles herum, um eben das ideale ewige Zentrum des Geistes, das in Stasis ist, da es in sich selbst ruht, und keine Bedingungen anerkennt als seine eigene reine Subjektivität und die möglichst reine Objektivität der Dinge und der Vorgänge, die der Geist beobachtet.

Wenn der Geist sich verwirklicht hat, eben indem er sich permanent verwirklicht, über die Reflexion der Reflexion, erscheinen die Zeichen der Ewigkeit und die Räume und Felder der Ewigkeit. Die Zeichen und die Räume und die Felder der Ewigkeit sind ebenso universell, wie sie privat sind. Sie sind zum Beispiel die Erleuchtung, das Satori, oder auch die unio mystica. Sie erscheinen in der großen Kunst, in den Landschaften von Tarkowskij oder Antonioni zum Beispiel hat man einen Blick auf die ewigen Felder.

Wenn mir die Zeichen und die Perspektiven auf die Ewigkeit erscheinen, ist das etwas Geistiges und es ist etwas Körperliches. Der Geist tritt aus sich selbst heraus, und nimmt den Körper mit, die starren Formen der Ewigkeit wiederum fixieren den Geist, und sie fixieren den Leib. Es sind starre, einfache Architekturen, die unendlich robusten Verstrebungen, sie wachsen aus dem Leib heraus und durch ihn hindurch, so dass der Geist und der Leib nicht wegkönnen; von ihrem in die Zeitlichkeit geworfenen Reflektieren, das die Ewigkeit zum Gegenstand hat. Was mich anlangt, so kann ich von dort nicht weg. Das ist, bei allen ekstatischen Erlebnissen, nicht immer angenehm, sondern durchaus auch dessen Gegenteil. In meiner radikalen Freiheit bin ich gefangen, in meiner Gefangenschaft in Zeit und Ewigkeit bis ich radikal frei. Die Zeichen der Ewigkeit treten vor mein geistiges Auge und in mein inneres Erleben mal so, mal so. Jetzt zum Beispiel erscheint mir folgendes Zeichen der Ewigkeit:

Dieses Zeichen der Ewigkeit erscheint vor meinem Geist, und wandert jetzt auf das Firmament, brennt sich in den Himmel ein und ist dann dort.

Das Zeichen der Ewigkeit hängt am Himmel, einigermaßen groß, und blickt stumm und ein wenig ernsthaft, ein wenig überwältigend, ein wenig durchdringend auf uns hinab. Sein metaphysisches Charisma liegt dabei nicht darin, dass es kommuniziert, denn es kommuniziert nicht. Es liegt nicht darin, dass es tatsächlich blickt, denn es ist augenlos. Inwieweit es Wissen beinhaltet, weiß man nicht. Es ist unkompliziert, es ist simpel, aufdringlich und unwandelbar. Es ist präsent. Sein metaphysisches Charisma ist es, einfach präsent zu sein. Es gemahnt an die ewige Möglichkeit einer anderen Ordnung, und damit an die Relativität der jeweiligen zeitlichen Ordnung. Es gemahnt an die Ewigkeit. Dass es sich in das Firmament eingebrannt hat, gemahnt, genau gesagt, an das Wechselverhältnis zwischen Zeitlichkeit und Ewigkeit. Von der Ewigkeit aus blicke ich auf die Zeitlichkeit und relativiere sie so (ein wenig, da ich trotzdem der Zeitlichkeit angehöre), von der Zeitlichkeit aus blicke ich auf die (sich der definitiven Kommunikation entziehende, und offenbar eigentlich dumme und stumme) Ewigkeit, und transzendiere so die Zeitlichkeit, und ermögliche in der Zeitlichkeit großen Fortschritt.

Das Zeichen der Ewigkeit hat sich in das Firmamen eingefressen und besteht dort. Es wird dort noch bestehen, wenn die Sonne längst verloschen ist, so mächtig ist es. Vielleicht wird es irgendwann einmal anfangen, zu verblassen. Sein Verblassen wird erst in ferner Zukunft stattfinden und der Prozess seines Verblassens wird sich noch viel länger hinziehen als die Zeit seines unverblassten ursprünglichen Bestehens. Irgendwann, in der fernsten Zukunft des Universums, mag es ganz verblasst sein. Wobei das nur eine Möglichkeit ist, es ist nicht einmal sicher. Es erscheint nur wahrscheinlich, auch weil die Zeitlichkeit in der fernsten Zukunft des Universums, in der alle Ordnungen zerfallen sein werden, eine andere sein wird, und damit auch ihr ewiger Reflex ein anderer. Das metaphysische Charisma des Zeichens der Ewigkeit wird nicht mehr in der Präsenz liegen, sondern in seiner verblassenden Absenz.

Das ist die Ewigkeit des Geistes. Dann gibt es die Ewigkeit, die in der Seele liegt. Die Substanz der Seele liegt darin, gute, empathische Bezüge zu schaffen, zu sich und zu dem, was sie umgibt. Zu dem, was in ihr liegt, und zu dem, was außerhalb von ihr liegt: zum Anderen. Die Ewigkeit der Seele ist der Himmel. Der Himmel besteht in der permanenten Kommunion mit Christus, dem Allesvereiniger, dem Hersteller des guten Bezugs und der guten Bezüglichkeit. Das ist die Ewigkeit der Seele. Sie ist, in ihrem Sinnbild, eher was Wolkenhaftes und Luftiges als was Starres.

Man sieht, die Ewigkeit der Seele zu beschreiben, ist nicht schwierig; ist weniger schwierig, als die Ewigkeit des Geistes zu beschreiben, die sich der definitiven Beschreibbarkeit und definitiven Anschaulichkeit entzieht. Angesichts der Ewigkeit des Geistes hat man nur verschwimmende Anschauungen oder eben, als Gegenteil, stumme und gänzlich unterkomplexe (allerdings hochsuggestive) Zeichen. Die Ewigkeit der Seele ist etwas Emotionales (und Moralisches!), und nicht etwas Intellektuelles oder Anschauliches. Das Emotionale hat seine Präsenz nicht in Anschauungen oder Zeichen, sonden in sich selbst. Das ist der Himmel.

Petrarca wäre aber dann doch nicht Petrarca, wenn nicht – trotz aller Besorgnis um Zeitlichkeit und weltlichen Ruhm – auch er zur Ewigkeit vorgedrungen wäre! Petrarca beschäftigt sich, als Universaldichter und Universaldenker und Universalmensch, zeitlebens mit dem pensare, der Ausdehnung des Geistes, um die horizontale Mannigfaltigkeit der Welt zu erfassen, die disparat und gottlos ist (im Gegensatz zu (dem ebenfalls sehr rumsüchtigen und daher folgerichtig von Petrarca getadelten) Dante, der die vertikale Mannigfaltigkeit der Welt erfassen will, also der göttlichen Seins- und Heilsordnung (und bei dem sich das Denken und die Anschauung angesichts der höchsten Instanz, des Göttlichen, auflösen; was bleibt ist die „Liebe, die bewegt die Sonn und Sterne“, also eben die Essenz des Himmels)). Das absolute pensare dringt einerseits in sich selbst, und ist andererseits von grenzenloser Ausdehnung (die aber nichtsdestoweniger einen Horizont hat, hinter dem das ewig Unbekannte liegt: die absolute Zukunft und das Wissen (in) der absoluten Zukunft, die von keinem Denken der Welt antizipiert werden können; das absolute Denken beherrscht es aber, so gut es geht, indem es das nicht antizipierbare Wissen antizipiert und sich darauf vorbreitet: insofern das absolute Wissen und das absolute Denken eben permanent auf neues Wissen und neues Denken sich vorbereitet). Der sich intensivierende Kraftakt des Denkens hat schließlich zum Lohn, dass es zum Stillstand kommt, und die „Welt in unbeweglichem und ewigem Zustand erblickt“, und Vergangenheit und Gegenwart und Zukunft zusammenfallen; die unüberblickbare Vielheit der Welt wird im Rahmen einer überweltlichen Einheit der Weltanschauung und –introspektion begriffen. Die Sukzession der Zeit (und die disparate, gottlose Vielheit, die sich über die Suzession der Zeit entfaltet) wird aufgehoben und du erblickst dann ihre Vielfalt im Raum, in dem die Ereignisse der Welt zusammentreffen: eine Versammlung der Ereignisse der Zeit im Raum der Anschauung. Da tanzen sie also alle an, die Ereignisse und die Großen und die Kleinen der Weltgeschichte! Ich sehe sie alle wieder! In diesem Raum triffst du auch Petrarca wieder (ich nannte diesen kommunalen Raum schon mehrmals „das Kontinuum“). Ich treffe, genau gesagt, nicht Petrarca wieder, sondern seinen ewigen Geist. Dieser Raum, oder „das Kontinuum“, ist kein Raum des Triumphes des Ruhmträchtigen, der in der Zeitlichkeit stattfindet, sondern es ist der imaginäre Raum des Triumphes der Ewigkeit, eben über die Zeitlichkeit. Es ist der Raum des Ideals, das unzerstörbar ist, der Raum der abstrakten Unsterblichkeit. Abstrakte Unsterblichkeit heißt, dass etwas Sinn im Universum macht. Dass sich ein Text in die Struktur des Universums einbrennt. Das ist ein viel tieferes Ereignis als jeglicher Ruhm.

Ohne das jeweils andere sind beide nichts, ohne die Zeitlichkeit zerfällt die Ewigkeit, und umgekehrt. Das versteht ein jeder und eine jede. Vielleicht existieren beide auch nur, objektiv, als Wechselverhältnis. Doch das ist kaum beantwortbar (da es schon schwer genug ist, als zeitliches Wesen in der Ewigkeit anzulangen – wie also das Wechselverhältnis Zeitlichkeit – Ewigkeit möglicherweise auch noch transzendieren? (hier wird es „aufgelöst“, indem es wechselseitig immanent gemacht wird) Wie lässt sich, möglicherweise, ein solcher Raum betreten? Zu untersuchen!!; Anm.). Was wir hier versucht haben, war, das metaphysische Verhältnis zwischen Zeitlichkeit und Ewigkeit zu beschreiben, angesichts dessen die letzten Beschreibungen versagen, da es, inhärent, hinter dem Horizont liegt. Sein Rest ist Schweigen. Und diese Ausführungen hier eben sind beredtes Schweigen. Damit schließt sich der überdimensionale Zirkel. Und ein Zirkel läuft eben ewig fort. Ich bin schon gespannt auf das nächste Zeichen der Ewigkeit, das mir früher oder später erscheinen wird. Denn die Ewigkeit gibt mir (und auch dir) Zeichen. (Und wie sollte ich verstehen, was er meint, überlegt Wittgenstein, ich sehe ja nur seine Zeichen. Und wie sollte er verstehen, was ich meine, überlegt Wittgenstein weiter, er sieht ja nur meine Zeichen.) Momentan bin ich aber mit diesen drei Balken und der Art Türklinke drüber ganz zufrieden.

Mi Diosa

No fue fácil para mí, el genio literario, describir mi Diosa en detalle, aunque la conozco desde hace unos años. Describir mi Diosa en detalle es algo que incluso elude mis habilidades analíticas, las habilidades de un genio literario muy alto. Pero esto es, por supuesto, muy, muy bueno, porque la sustancia es, por su propia naturaleza, algo que elude la descripción final y definitiva, sino que continúa avanzando, o se sumerge en las profundidades. Eso es muy, muy bueno; cuando estás lidiando con algo así, ¡sabes que estás tratando con la sustancia! Las cosas buenas eluden la descripción completa y la mente analítica (mi Diosa, por otro lado, puede que no le importe mucho, porque es idéntica a sí misma). Siempre fue predecible que si alguna vez encontraba un alma gemela, probablemente sería algo completamente inesperado e impredecible. Y eso es en la práctica, porque por ejemplo mi Diosa vive en otro extremo de la tierra. ¡Así que tuve que volar a otro extremo de la tierra para encontrar mi diosa! Mi Diosa, por otro lado, es completamente idéntica a sí misma. Mi Diosa es un fenómeno completamente natural y un ser natural. Goethe dijo de su Christiane Vulpius que ella es su ser natural (mein Naturwesen), y mi Liliana es sólo mi ser natural. Me encanta mirarla cuando recoge piedras, a su manera pausada, y más aún cuando saca las piedras recogidas de su bolsillo y las esparce delante de ella. También me encanta mirarla cuando está viendo la televisión. Llegamos a conocernos a través de los medias sociales, que los sabios dicen cosas separadas y aíslan a la gente. Mientras que la gente en Facebook supuestamente tiene muy pocos amigos internacionales o „amigos“ que no conocen en la vida real, tengo en Facebook muchos amigos de todos los países diferentes del mundo y que no conozco en la vida real. Porque para mí, Facebook es mi ventana al mundo. Es mi monitor sobre el que observo los acontecimientos mundiales en todas sus facetas; porque soy curioso y curioso (¡igual que ella!). Un grupo más grande de mis amigos internacionales proviene de la comunidad internacional de alta inteligencia, el otro de círculos donde la gente tiene un ojo para el especial, una supuesta percepción excéntrica. Disfrutan de impresiones hermosas, extrañas, divertidas, fuera de lugar, sin sentido. Tienen el sentido de la posibilidad, es decir, una percepción creativa (los altamente inteligentes, por otro lado, tienen el sentido de la realidad – y desafortunadamente no hay casi ninguna distinción entre estos mundos, que están habitados por pequeñas minorías). Conozco mi Diosa de los círculos de personas con una percepción excéntrica (o más precisa, correcta). Ella también es una excepción allí, ya que su visión del mundo es muy diversa. Mientras que la mayoría de los percedes excéntricos se centran en una cosa (hermosa o divertida, etc.), es receptiva a las cosas hermosas, así como extrañas y fuera de lugar, a la belleza de las mujeres, así como a la de los hombres. „A mi, mis cosas gustan las buenas y las cosas malas“, dice. En general, y sobre todo, expresa una amplia gama de perspectivas; una red que se eleva por encima de la tierra inmediata o el suelo y se cierne sobre ella a una y a la altura de la otra („ein Netzwerk, dass sich über die unmittelbare Erde bzw. die Bodennähe erhebt und darüber in der einen und der anderen Höhe schwebt“). „Cuando era niño, tenía mucha curiosidad.“ Pero sobre todo, todo esto revela un enfoque completamente natural de las cosas. En todo esto, mi Diosa es completamente idéntica a sí misma, es la naturaleza. Así que los dos no tenemos muchos amigos. Aunque la mayoría de la gente en Facebook, al menos la gran mayoría de la gente de la comunidad de alta inteligencia, así como de la comunidad excéntrica, me parecen encontrar me disuasoria, mi Diosa rápidamente me reconoció como un aliado y buscó mi cercanía. De nuevo es imposible describir la comunicación exacta con ella, pero ella es muy sentida, incluso si está enojada o muy celosa. El secreto de su comunicación, a su vez, es que es completamente natural e idéntica a sí misma. Puedes hablar con ella con normalidad. Ese es el gran secreto, y aparentemente la gran rareza. Aunque también tiene sus adorables inseguridades, tuvo un gran poder y audacia cuando me dijo que me ama (pero, debido a sus celos argentino, odia a todas las mujeres que me rodean). ¡Sí, la magia de todo esto es que es como una niña grande! Sólo quien llega a ser, o es, como los niños entrarán en el reino de los cielos. Y así vivo con mi Diosa en un reino de los cielos, donde todo es encantador, repentino y sin complicaciones. Nuestros registros de chat pueden pasar fácilmente a la historia literaria como el intercambio más hermoso de cartas de amor; y somos una de las parejas más importantes de la historia literaria. He leído una serie de cartas y cartas de amor, algunas de las cuales han sido leídas por los grandes de este mundo, tal vez todavía no he penetrado en el fondo y en su fondo, sino que me parece que incluso los grandes de este mundo no siempre ha tenido un auténtico acceso a él. sus sentimientos – o no sentimientos auténticos – sí, simplemente no puedo preguntarme lo suficiente. Ella es, como se mencionó, muy celosa y no le gustan muchas cosas, y muchas personas; a diferencia de mí, que todavía está atrapado en sueños ingenuos sobre la gente. Pero ella es el centro de su familia, y solía ser camarera porque le gusta hablar con la gente. Ella siempre elige a los comunistas, y conoce al jefe del Partido Comunista, pero no le gustan los musulmanes, no le gustan las feministas y, sobre todo, no le gustan las mujeres chinas (en algún momento, cuando los chinos tratan de imponer sus reglas al mundo, nosotros, los europeos super tolerantes, también nos volvemos entienden lo previsible que era esto!). Tiene arte chino en casa, y dice que le gusta el arte y la cultura chinos, pero no le gustan los chinos. Con el fin de provocar y burlarse de ella en sus celos, sigo publicando fotos de mujeres chinas, y ella se venga publicando imágenes de machos musculosos vulgares, lo que luego me pone celoso y consternado – porque son machos musculosos tan vulgares (increible!). ! Pero así es como funciona entre nosotros. Me encanta verla sentarse en la parte de atrás de su sofá amarillo y beber a su pareja mientras mira en el aire. Me toca aún más cuando cocina o hace jardinería, a su manera pausada pero concentrada. Me encanta y yo amo esta extraña criatura única! Si deja de ser, una visión cierta y única del mundo ya no será, una perspectiva, una percepción que no es tan fácil mente reproducible, y que tiene mucho que ensare. Hay muchas otras cosas que se pueden decir, pero me doy cuenta de que esta es una tarea difícil de transmitir algo completamente natural y sin mediación. También tengo que seguir organizando y revisando mis impresiones (ella misma también está leyendo  Corrección de Thomas Bernhard; me gustaría mostrarle mi hermosa Viena, no sólo en fotos y videos, sino que le gustaría tenerlos en Viena, pero ella está feliz de que ella está en los libros de Thomas Bernhard siempre recibe hermosas descripciones de lugares en Austria). El rasgo que más une a la gente es el humor y mi diosa es muy divertida. Es un horizonte grande y amplio que se abre, una melodía abierta y anhelada que suena. Me encanta y yo amo esta extraña, única criatura mucho!

23. – 26. Januar 2020

In Memoriam Plaaastic

Coming back to Sheidlina, I had to find out that Sheidlina collaborator Plaaastic died. Her universe was more uncanny as she was suffering from horrible depression. This is very sad. I hope she will now truly be in some celestial realm. Farewell, sister 😓

One Day

One day I will be
Just a forgotten memory.
But I will be your
forgotten memory.

Don’t forget to forget

http://www.plaaastic.com/

Estoy muy conmovido

Drei große Fragen des Menschen: Was soll ich tun? Was kann ich machen? Wo gehe ich hin? Will ich also mit Raja in die Monet-Ausstellung in der Albertina. Wir sind spät dran, da sie in ein paar Tagen ausläuft, wollen also unter Woche zu Mittag, in Erwartung, dass es dann vergleichsweise ruhig ist, dort hin. Vierte große Frage des Menschen: Was muss ich sehen? Eine unglaublich lange Schlange vor der Albertina, an Leuten, die weit über die gewaltige, allmächtige Treppe hinausreicht, bis hinter den Eingang zum Filmmuseum! Ich blieb dort eine Weile wie angewurzelt stehen, weil ich es kaum glauben konnte und mich vergewissern wollte, dass es sich dabei um keine optische Täuschung oder Fata Morgana handelt – aber es war dem tatsächlich so: die Schlange war ganz real. Und weg die Puste; also sind wir stattdessen in den Tirolerhof gegangen. Immer wieder die Menschheit! Stehen sie also in einer langen Schlange, wie die Blöden, nur damit sie sich im ebenfalls völlig überfüllten Museum beinahe über den Haufen laufen und sich in die Kunst ja nicht einmal im gewöhnlichen Maßstab, also dass man im Museum an den Bildern eher gemütlich vorbeiläuft, vertiefen und diese genießen können; und das in einer schneidenden, unangenehmen Kälte – und wenn dann einer wie van Gogh oder Nietzsche oder ich daherkommt, die also was machen von einer strahlenden, extrem auffälligen Schönheit und Intelligenz, dann kann man es ihnen täglich aufs Aug kleben, kostenlos und unschuldig, und es interessiert sie nicht und sie beachten es kaum! Ich weiß jetzt nicht, wie das bei Monet war, womöglich ähnlich. Was soll man sich für einen Reim darauf machen – es geht nicht, denn es reimt sich nicht. Das Dasein reimt sich halt in etlichen Aspekten nicht, ist eben dort und da nicht lyrisch oder episch, sondern prosaisch. Was macht man aber in einem solchen Fall? Versuchen, ihn anders zu betrachten! Sie stehen also Schlange, in schneidender Kälte, vielfach Touristen, zu den Feiertagen um den Jahreswechsel. Sie können oder wollen dort nicht weg, nicht ausbrechen – Herdenverhalten (oder so). Eigenartig auch immer, wie vor dem Würstelstand bei der Oper und Albertina stets eine Schlange von Menschen steht, damit sie eine ganz gewöhnliche Bosna bekommen, obwohl das ja an jeder Straßenecke möglich ist (und zwar genauso möglich). Da stehen sie also, bei Wind und Wetter, in einer langen Schlange vor einem Würstelstand und vor einer Kunstausstellung. Und wenn einer wie van Gogh oder Nietzsche oder — aber naja. – Wie bleibt womöglich der Verstand stehen, schmilzt aber das Herz jetzt, wenn ich mir vergegenwärtige, was sie alles auf sich nehmen: eine Stunde oder mehr in der scheidenden Kälte stehen um dann in einem völlig überlaufenen Museum den Monet zu sehen. All das nur, um den Monet zu sehen! Und meine heißen Tränen fließen, zumindest innerlich. Wie müssen die Tränen des Monet fließen, wenn er das sehen könnte? Was sie alles auf sich nehmen, nur um seine Bilder zu sehen! Während Raja und ich in diesem Zusammenhang nichts auf uns genommen haben, haben sie für die Kunst was auf sich genommen! Während Raja und ich in diesem Zusammenhang für die Kunst nicht gelitten haben, haben sie für die Kunst gelitten!  Wie rührend die Dinge dann auch immer wieder liegen auf diesem Planeten! Wie rührend Loving Vincent, der von allen geliebt wird, jetzt. Und Nietzsche weinte, sowieso. Der Mensch hätte gerne Antworten auf seine Fragen und der Yorick mag sich sicher fragen, was für eine Bedeutung die Kunst, die Philosophie, der Geist, das Ideelle, das was er macht, eigentlich hat, angesichts dieser Doppelperspektive, wo die Menschen und die Akademiker, die den Vincent und den Friedrich lieben und sich in langen Schlangen um sie anstellen, den nächsten unbekannten Friedrich Vincent wieder genauso ignorieren. Ewige Wiederkehr des Gleichen. Ist das, was man da macht, eigentlich von kaum einer Bedeutung, oder ist es von einer sehr großen Bedeutung? Spielt es kaum eine Rolle in der Welt, oder eine recht große Rolle in der Welt? Kann man die Welt eigentlich verändern, oder kann man es nicht? Allerdings, das kann sich nicht nur der nach seinem Tod gewaltige, allmächtige Künstler-Philosoph fragen, sondern auch Rockefeller, der Kaiser von China oder Napoleon; oder der Christus oder der Buddha oder der Marx, wie es um die (positiven) Effekte ihrer Wirksamkeit überhaupt bestellt sein kann, in einer Welt wie dieser. Allerdings lässt sich diese Art von Rätsel in meine Sicht vom Chaosmos ja ohne Weiteres integrieren, und gestern Nacht ist mir auch eine blendende Formulierung ins Gehirn geschossen, warum, leider nur habe ich sie vergessen; aber egal: denn das alles IST eben der sich prozessierende Chaosmos, und wenn man will, kann man sich, als keine so schwierige Übung, ja auch selber was dazu ausdenken. Einerseits gefällt es den Menschen immer wieder nicht so, wenn etwas daherkommt, dass sie an Intelligenz und guten Eigenschaften deutlich überschreitet, oder sie haben zumindest oft gemischte Gefühle deswegen; andererseits ist es aber ganz real, dass der Mensch nach etwas strebt und etwas verehrt, Ziele und Inhalte die nobler sind als er. Es gibt ja auch keine größere und authentische und dauerhaftere Verehrung, die die Menschen – und zwar die Menschen ganz allgemein – dem entgegenbringen, das große Noblesse hat, und spirituelle Wahrheit. Noblesse und spirituelle Wahrheit und Bedeutung zu erlangen, bedeutet in der Regel, dass man durch was hindurchgegangen ist, gelitten hat, in der Wüste war, um das Gegebene zu überschreiten und neue Formen und Inhalte zu werfen, so wie es Monet getan hat. Der Monetartige Mensch war in der Wüste, hat sich selbst geprüft und hat gelitten, und jetzt leiden die Menschen für ihn draußen in der Schlange und in der Kälte, nur um ihn zu sehen. Ich bin sehr bewegt und gerührt! Und ein wenig beschämt, außerdem. Die Massen vor der Albertina von vorvorgestern haben für die Kunst gelitten und sie sind wahrhaft durch etwas hindurchgegangen, während die Künstler Raja und ich in dem Zusammenhang für Monet nicht gelitten haben und nicht hindurchgegangen sind. Ja scheiß einer die Wand an.

Neues Jahr, neues Glück

Was mich interessiert, ist das Problem des Sehr Tiefen Denkers: Wenn ein Sehr Tiefer Denker, der an der letzten Schicht arbeitet, also jemand wie Laotse oder Dostojewski oder Nietzsche heute daherkommt, was würde der dann sagen? Das Streben des Sehr Tiefen Denkers ist darauf gerichtet, den Status seines Zeitalters festzustellen, und, insofern er an der letzten Schicht arbeitet, dadurch auch den Status aller Zeitalter und eines jeden Zeitalters festzustellen. Armstrong sagt, jenseits der Vollendung der Meditation des Yogi, die darin besteht, dass der Yogi mit den Dingen eins wird, gibt es noch extremere Zustände, die nur von einigen wenigen Yogi erreicht werden können, und die sich allein durch Paradoxien beschreiben ließen: da gibt es eine Leere, die gleichzeitig eine Fülle ist; eine Abwesenheit, die gleichzeitig eine Anwesenheit ist; ein Raum, der raumlos; eine Zeit, die zeitlos; ein Leben und einen Tod jenseits von Leben und Tod, u. dergl. In der Sprache der östlichen Metaphysik ist das, in etwa, das Tao. In der Sprache der westlichen Metaphysik könnte man das, in etwa, als das ontische Potenzial bezeichnen. Das ontische Potenzial suggeriert eine tiefere Schicht als das Sein, mit dem sich Heidegger so intensiv beschäftigt hat. Heidegger gilt manchen als der tiefste Philosoph des 20. Jahrhunderts, der Sehr Tiefe Denker (wie z.B. Wittgenstein) beschäftigt sich aber eher mit dem ontischen Potenzial. Heidegger ist ahnungsvoll und unklar, aber einfach, daher bei der akademischen Philosophie sehr beliebt; die Rede vom ontischen Potenzial ist klar und abgründig, kompliziert und einfach, daher ist davon auszugehen, dass sie bei der akademischen Philosophie sehr unbeliebt sein wird. Insofern es allein durch Paradoxa beschreibbar ist, erscheinen seine klaren Tiefen als hohe Anarchie. Dieses Kreuz musst du tragen, nicht umsonst symbolisiert das Kreuz letztendlich den Zusammenhalt der Welt und die Herrschaft über die vier Himmelsrichtungen. Das Problem des Sehr Tiefen Denkers soll weiter vertieft werden. Neues Jahr, neues Glück.

7 things you don’t know you’re doing because you’re a deep thinker

Das Reich des Saturn

Goethe, der Olympier und der Jupiter, und der Olymp der Wissenschaften. Goethe war ja auch ein bisschen bodenständig. Jenseits des Olymps und des Reiches des Jupiter liegt, in den sich entziehenden Tiefen, das Reich des Saturn. Das Reich der jenseitigen, transzendenten Geister dann, die die materielle Hyle vollständig durchstoßen. Über Perelman hat man bemerkt, nachdem er seinen Jahrhundertbeweis über die Poincaré-Vermutung erbracht hat, sei ihm der Olymp der Wissenschaften offen gestanden, der ihn dann aber nicht mehr interessiert habe. Ja, wie denn auch? Die Zeit im Reich des Kronos ist älter als die Weltzeit, der Raum stürzt in seine eigenen ahnungsvollen Tiefen und gebiert sich fortwährend aus sich selbst heraus, dort. Die Materie wird zu reinem Geist. Über Perelman hat man, nach seinem Verschwinden, bemerkt, jemandem, dem es gelungen sei, die Poincaré-Vermutung zu beweisen, seien die Meinungen der Menschen über ihn wahrscheinlich ganz gleichgültig. Das, was gegenüber der Relativität der Meinungen ganz gleichgültig ist, ist das Absolute. Das Reich des Saturn gilt als schattenhaft. Ja, die Konturen dort sind unermesslich und tiefengestaffelt. Der Olymp und der Geist von Goethe spiegeln alle Welt. Das Reich des Saturn überschreitet alle Welt und kann von aller Welt nicht vermessen werden. Um bei der Mathematik zu bleiben, war Galois, der sich mit gut 21 totschießen hat lassen, auch ein Angehöriger des Reiches des Saturn. Dante gehörte dem Olymp an, Shakespeare war jenseits davon, Büchner war weiter drinnen und Attar ziemlich weit drinnen im Reich des Saturn. Goldenes Einhorn auf Titan!

Unicorn!

Weitere, beunruhigte Zwischenbemerkung

Hier sitz ich nun also, forme Gedanken. Meine Gedanken betreffen die ganze Welt und legen sich über die ganze Welt. So wie die Masse des Blob legen sie sich über alles, sie legen sich gallertartig um diese Ecke und jenes Grasbüschel und versuchen sich mit ihm zu verbinden, mit ihm zu verschmelzen, eine höhere Einheit mit ihm einzugehen: meine Gedanken beinhalten und empfinden dann dieses Grasbüschel, und dieses Grasbüschel kennt dann und empfindet dann mich und meinen Geist. Ein Verhältnis der guten Symbiose. Was aber, wenn das gar nicht so ist und so sein kann? Als Atlas trage ich die ganze Welt, intellektuell ist das sogar relativ leicht für mich (wenngleich auch natürlich viel Arbeit und Auseinandersetzung dahinter steckt), spirituell auch, allerdings nicht ganz so leicht und möglicherweise ganz unmöglich und auch das ganz Falsche, so was zu tun oder zu probieren, da Möglichkeiten der spirituellen Verbindung nicht immer gegeben sind zu den Objekten und den Subjekten in der Welt. Der Geist ist leicht, weil er so leicht ist. Die Dinge sind schwer, weil sie so schwer sind. In seinem Buch „Wunschdenken“ zitiert sogar Thilo Sarrazin Schiller: „Eng ist die Welt, und das Gehirn ist weit. Leicht beieinander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen.“ Ich bin in guten Verhältnissen aufgewachsen, persönlich wie sozial, in einer guten lokalen Ecke in einem, was ebendiese Ecke betrifft, guten Zeitalter. Es gab immer Anlass zur Hoffnung, dass das – im Wesentlichen – so weitergehen würde: Hindernisse mag es geben auf dem Weg zum Fortschritt, doch der Fortschritt und das Fortschreiten der Zivilisation seien die eigentliche Macht, und nicht der Rückschritt. Es kann schon sein, dass im Rahmen des jüngsten, sich anbahnenden Abschnittes der Industrialisierung (hierzulande genannt „Industrie 4.0“) gegen Mitte des Jahrhunderts umfassende Umwälzungen zum Positiven stattgefunden haben werden. Aber vielleicht werden die gar nicht so wichtig sein, da das eigentliche Zentrum des geschichtlichen Verlaufes in negativen Entwicklungen bestehen mag. Kann ich mir dann auf die Schulter klopfen und sagen: Im Rompf-Roman (dem „uninterpretierbaren Traum“) habe ich das unzeitgemäß vorhergesehen! Ein Szenario, wo es, global betrachtet, immer nur Inseln gibt – Inseln des Guten und Inseln des Schlechten oder Bösen – die sich über die Zeit wandeln und sich eventuell in ihr Gegenteil transformieren mögen, ohne wiederum darin beständig zu sein – das Zusammenspiel von Kosmos und Chaos als ewiger weltgeschichtlicher Prozess! Das Thema des Rompf-Romanes war die Auseinandersetzung zwischen Geist und Welt, ihrer ewigen möglichen Zusammenarbeiten und Symbiosen, ihrer ewigen gegenseitigen Indifferenzen oder aber auch Feindseligkeiten. Die Sichtweise auf Inseln der Ordnung und des kosmisch in sich Zusammengefügten im weltgeschichtlichen Prozess, die mit der Zeit erodieren oder von anderen Entwicklungen überholt werden, und die dann ins Chaos abgleiten – nicht allein wegen der identifizierbaren menschlichen Dummheit, sondern aufgrund der mehr oder weniger anonymen und schwer adressierbaren Dummheit von Gesellschaften, die ihr Eigenleben fristen und die ihre eigene Schwerkraft ausstrahlen. Gut behütet kann man also auf das schöne Farben- und Formenspiel blicken, das der weltgeschichtliche Prozess ist, das allsehende Auge tut das. Kierkegaard spricht von einer Art Position des allsehenden Auges vom Ungeheuer des weltgeschichtlichen Prozesses, das „selbst so ungeheure Portionen wie China oder Persien verschlinge wie nichts“ (was zähle und was ewig sei, sei allein das Verhältnis des Einzelnen zu Gott). Man mag da, von der Position des allsehenden Auges, den weltgeschichtlichen Prozess anblicken, da tut sich hin und wieder was, neue Dinge geschehen, neue Technologien oder Ereignisse kommen auf und produzieren „Gewinner“ und „Verlierer“ (die aber durch den insgesamt guten Verlauf kompensiert werden), bunt ist das, prächtig, mosaikhaft! – Doch könnte das Ganze vom Beschaulichen bald ins Unbeschauliche kippen. Es wurde zwar vorhergesagt, dass sich im Rahmen der heutigen Entwicklungen innerhalb des Post-Cold War World Orders (unrichtige Formulierung, aber ich lasse sie, da sie mir gerade eben gefällt) die Dinge auf der Arena der internationalen Politik sich komplexer und komplizierter gestalten können und somit für die Verantwortlichen immer schwieriger, sie positiv zu gestalten, mit der Gefahr also, dass die Entwicklungen überhaupt zu entgleiten drohen. Und solche Feuerzeichen scheinen immer deutlicher. Die Degeneration der Demokratie und der zivilisierten Politik in der westlichen Welt! Die mögliche Degeneration des „aufgeklärten“ Despotismus in China unter Xi hin in einen plumpen und gefährlichen Despotismus wie unter Mao (möglicherweise nicht aufgrund von buonapartistischen Ambitionen von Seiten Xis, sondern weil ansonsten die Kontrolle über die chinesische Gesellschaft ganz zu entgleiten droht)! Die mögliche Degeneration der islamischen Kultur und Zivilisation in die Barbarei (in ihren Heimatländern wie auch in den Ländern anderswo)! Die Verwerfungen, die der Kapitalismus entlang der Industrie 4.0. produziert, ohne dass man gegen die Grundtendenzen (den technologischen Wandel und der Probleme, die er erzeugt, durch die Ersetzung des Kapitalismus durch irgendein anderes System was tun könnte)! Am Schlimmsten aber die möglichen Konsequenzen des Klimawandels!! Jüngst wurde eine Studie veröffentlicht, wonach die voraussichtliche Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur zwar nicht höher oder schneller ausfallen würde als bisher angenommen, dass aber eine diese (vergleichsweise moderate) Erhöhung viel drastischere Folgen zeitigen könnte als angenommen! Der Klimawandel und seine negativen Folgen werden seit den 1970er Jahren vorhergesagt, als die „Grenzen des Wachstums“ sich dann doch nicht so eng erwiesen haben wie 1972 ursprünglich prognostiziert, hat der Alarmismus wieder abgenommen, in etlichen Zukunftsszenarios wird dem Klimawandel kein herausragender Platz zugesprochen. Man kann sagen, ein wärmeres Klima ist besser als eine Abkühlung, möglicherweise schützen wir uns mit der Aufheizung der Erde in Wirklichkeit vor einer neuen Eiszeit; immer noch läge die globale Durchschnittstemperatur unter dem langfristigen Mittel (wobei die Frage aber ausgespart bleibt, was passiert, wenn die Erhöhung des Klimas so schnell wie noch nie stattfinde und wie gut sich die Ökosysteme daran vergleichsweise kurzfristig anpassen könnten). Onkel Karli, der Alpenfreund, meint, am deutlichsten sehe man den Klimawandel am Rückgang der Gletscher in den Alpen, und den müsse man gesehen haben, um es tatsächlich glauben zu können. Der neue Klimareport sagt drastische globale Konsequenzen des Klimawandels bereits innerhalb der nächsten 20 – 30 Jahre vorher, räumt allerdings noch ein gewisses Zeitfenster ein, um gegenzusteuern. Man kann hoffen, dass diese Vorhersage falsch und tendenziös ist. Was aber, wenn es nicht so ist? Dass die Menschheit in einem so kurzen Zeitrahmen die notwendigen Mittel ergreift, um einer gar nicht mal eindeutig bestätigten Gefahr gegenzusteuern, erscheint wenig aussichtsreich. Man kann zwar sagen, dass die Menschheit letztendlich, wenn der Hut brenne, dann doch einlenke und das Richtige tue – aber in so etlichen Fällen ist auch das nicht der Fall, und vor allen Dingen stehen die Chance wohl schlecht, wenn die Menschheit dazu gar nicht über die adäquaten Mittel verfügt (in dem Fall über grüne Technologien, auf die man großflächig umsteigen könne). Man könnte meinen, es werde nicht so heiß gegessen wie gekocht wird, doch, wie Hannah Arendt mit Rückblick auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts gemeint hat, wurde da immer heißer gegessen als es je einem Koch in den Sinn gekommen wäre. Wenn wir an das 20. Jahrhundert zurückdenken, an dessen „Urkatastrophe“ des Ersten Weltkrieges, in den die Herrschenden unwissend als „Schlafwandler“ hinein geschlafwandelt seien, nichts ahnend, das Verhängnis nicht ahnend? In seiner monumentalen Kafka-Biographie verwirft Reiner Stach ein solches Verständnis: die Herrschenden hätten genau gewusst, worauf sie sich da wahrscheinlich einlassen, die Mittel des modernen Krieges hätten sie gekannt, dass Blitzsiege unwahrscheinlich seien, hätten sie gewusst. Trotzdem seien sie fatalistisch in den Ersten Weltkrieg und in das Elend, das er produziert hat, „hineingeschlittert“. Wobei Stach aber nicht hinweist, warum sie so fatalistisch hineingeschlittert seien. Weil ihnen das innerhalb des Gemengelages der Zeit wohl als unausweichlich erschienen ist. Da hatte man: eine imperialistische Konkurrenz zwischen aufsteigenden und absteigenden Großmächten (wobei das aufsteigende Deutschland sich (aufgrund der kombinierten Rüstungsanstrengungen der Entente) als militärisch am absteigenden Ast gesehen hat und die möglicherweise letzte Chance nutzen wollte, das Blatt noch einmal zu wenden); Probleme im Inneren im Hinblick auf Soziales wie Nationales (v.a. in der Habsburgermonarchie); die Desintegration des Osmanischen Reiches und der Frage, wie man mit der Konkursmasse (v.a. am Balkan und im Nahen Osten) umgehen solle bzw. wie diese Konkursmasse selber mit sich umgehen werde, was die Strahlkraft von internationalen Zankäpfeln produziert hat; kapitalistisch-imperialistische Konkurrenz; die Herausforderung durch den Sozialismus. All das (und wohl anderes mehr) an Gemengelage hat eine Situation erzeugt, wo man fatalistisch in eine „Urkatastrophe“ reingeschlittert ist bzw. eine solche tatsächlich erzeugt hat bzw. sie sogar gewollt hat. Ein anderer Denkrahmen war nicht vorhanden. Es wurde mehrmals gesagt, das Problem der heutigen Zeit sei, dass es zunehmend komplexer werde und sich inmitten dieser Komplexität immer unsicherer navigieren ließe. Aber das ist möglicherweise zu tief gestapelt. Vielleicht wird die Wirklichkeit viel krasser. – Es gefällt mir, dem weltgeschichtlichen Prozess zuzusehen, wie er selbst so ungeheure Portionen wie Persien und China verschlingt wie nichts, aber bald könnte es sein, dass ich auch da nichts mehr zu lachen habe, da die Probleme nicht mehr im Grunde genommen bewältigbar seien, wie ich es bis jetzt geglaubt habe, sondern eben nicht (mehr) bewältigbar. Dann erweist sich auch mein Geist als sinnlos. Mein Geist erfreut sich an der Komplexität und an der Welt, die tief ist und tiefer also der Tag gedacht – also an der Tiefengestaffeltheit der Welt, deren bezaubernde und mitunter quälende Reize nie aufhören und man fraktalsmäßig immer wieder auf neue Reize stößt. Was aber, wenn die Komplexität und die Tiefengestaffeltheit sich mitunter als gar nicht so sexy und amourös erweisen? So wie im Fall von Wirtschaftskrisen, sozialen Problemen oder eben des Klimawandels? Das Spiel mit der Komplexität und die Mimesis mit der Komplexität also gar nichts Gutes, sondern etwas abgrundtief Gemeines, das für uns bereitgehalten wird am Ende? Der Klimawandel ist einfach eine (abgrundtiefe) Gemeinheit weniger des Menschen als der Natur, die immer schon gemein war und wegen der die Menschheit ja die Industrie entwickelt hat, als relatives Bollwerk gegen die Gemeinheit der Natur. Mein Geist beherrscht, intellektuell und spirituell, mehr oder weniger die ganze Welt. Andererseits beherrscht er gar nichts und er wird ja auch kaum wahrgenommen und etliche haben auch gar kein Interesse daran, dass er wahrgenommen wird. Verschwörungstheorien entladen sich in Ideen, wonach es bestimmte Einzelpersonen, Gruppen oder Elemente seien, die den weltgeschichtlichen Prozess steuern und manipulieren, weil sie die Macht und die Kontrolle haben (und solche Verschwörungstheorien machen dann deren Anhänger glauben, dass sie intellektuelle Macht und Kontrolle hätten und „den Durchblick, weil sie in Wirklichkeit durch überhaupt nichts durchblicken). Es ist aber eher so, dass niemand die Macht und die Kontrolle über den weltgeschichtlichen Prozess und über die Sachen hat. Das mag befreiender wirken. Oder aber eben beunruhigender. Trotz seiner nahezuhen Allmächtigkeit verschwindet mein Geist dann auch nur im Malstrom des weltgeschichtlichen Prozesses und er kollabiert oder zerschellt an den Sachen. Was bleibt, ist sein Echo.

„Die Welt neigt zum Verfall. Das Gute manifestiert sich von Zeit zu Zeit in einzelnen Personen und in Ereignissen, … doch insgesamt ist die Entwicklung negativ.“

Kurt Gödel

 

The evil that men do lives after them, the good is oft interred with their bones.“

Shakespeare, Julius Caesar

 

Schwierigkeiten, sich mitzuteilen

Hauser sagt, das Genie hat Probleme, sich vollständig mitzuteilen, da das Genie die reine Leistungsfähigkeit ist, die die jeweilige (und seine jeweiligen) Leistung/en übersteigt. Daher das „offene“ Kunstwerk des Genie, das ausfranst oder explodiert, in einem gleichzeitig stabilen, erzenen Rahmen. Das transzendente Genie, das ich immer in Form einer weißen, sich stets verformenden Aura sehe. Hauser auch über die Einsamkeit Goethes, der einen Gutteil seiner Lebenszeit kaum ein Publikum hatte, und kaum gewirkt hat. Das habe ihn sehr belastet, da er, laut Schiller, doch der „kommunikabelste aller Menschen“ war und „nach Teilnahme, Wirkung, Verständnis lechzte“. Ja, wem sagt er das! Götter, Helden und Wieland. Wieland hat an Kleist bemerkt, wie Kleist, wenn er präsent war, immer auch abwesend schien und mit mehreren Gedanken gleichzeitig beschäftigt und wie ein einziges Wort „wie ein Glockenspiel“ etwas in ihm anziehen konnte und eine ganze Flucht und Assoziationskette hervorrufen. Man kann sagen, ein großes Kunstwerk, wie der „Ring des Nibelungen“, kann mit jedem Zeitalter neu interpretiert werden, weil das große (transzendente) Kunstwerk über dem (zeitgebundenen) Künstler stehe. In Wahrheit mag das aber eher so sein, weil der (transhistorische) Geist des Künstlers eben umgekehrt über dem Werk stehe und mehr beinhaltet, als das Kunstwerk unmittelbar zu vermitteln scheint. Hölderlin spricht von dem dunklen, akausalen Grund, aus dem die Gedanken hervorsteigen, und den kein Gedanke aber jeweils völlig ausleuchten kann (eine wichtige Figur im Buch vom seltsamen und unproduktiven Denken: der Grund). Das ist die reine Imagination. Malewitsch hat sich damit auch identifiziert. Mit den Mitteln der Kunst könne man den dunklen, akausalen Grund besser ausleuchten, als mit der spekulativen Vernunft, und erst recht besser als der reine (endliche) Verstand. Ja, das kenne ich. Nietzsche sagt, durch seinen extravaganten Faltenwurf scheint das Genie ungeheuerlich, obwohl es, über ihn verdeckt, in Wahrheit auch immer nur mit seinen selben sechs, sieben alten Stücken komme. Da glaubt man eine starke Persönlichkeit Nietzsches zu merken, dass er sich so was Unerhörtes zu sagen traut!