Zwischenbemerkung

Das, Schwester, sind die Grenzen des menschlichen Denkens. Das hier sind die Grenzen des menschlichen Empfindens, das hier sind die Grenzen der menschlichen Seele. Die Grenzen des menschlichen Denkens werden erreicht im tiefen, empathischen Versenken in die Materie, in dem Versuch, ihr die letzten Geheimnisse zu entreißen. Es ist eine tiefe Introspektion. Es ist eine tiefe Meditation (die möglicherweise sogar über „das (semi-triviale, Anm.) Geheimnis“ hinausschießt, und es so dingfestverschwommen macht, erleuchtet). An den Grenzen des menschlichen Denkens bewegen sich z.B.: Kafka, Wittgenstein, Nietzsche, van Gogh, von Kleist, Pessoa, Weininger, Einstein. Fast lauter Figuren, die mit einem Bein im Grab stehen! Das nicht als Halluzination, sondern adäquate Reflexion, denn der Charakter der Welt ist ein Doppelgesicht! Glanz und Elend, gleichermaßen, ohne dass das eine ein Übergewicht über das andere zu haben scheint – was für den Forscher, der Ruhe finden will (möglicherweise im Nihilismus), sehr anstrengend sein kann. So ist man also, an den Grenzen des menschlichen Denkens, zur einen Hälfte im Himmel, in den Sphären, zur anderen in der Hölle, vulgo mit einem Bein im Grab, und ergibt insgesamt einen scheinbar purgatoriumsmäßigen Lebenslauf jener Zeitgenossen. Zu dem, was die Regierung macht, kann ich nicht viel sagen, da Regierungen im Vergleich zu mir praktisch überhaupt keinen Verstand haben. Sonst würden sie ja auch gar nicht funktionieren, wahrscheinlich. Es hat ja ganz China nicht so viel Verstand wie ich! Und so bemerke ich tatsächlich, dass ich viel mehr über die Politik in China lese, als über die Politik bei uns! Wenngleich ich natürlich auch China nicht ganz ernst nehmen kann, aus dem eben genannten Grund. Daraus ergeben sich gewisse Schwierigkeiten in der Kommunikation, und ich frage mich, was ich machen soll. Meine Verwandten Nietzsche oder Wittgenstein haben sich in den Übermenschen gestützt oder in den sokratischen Monolog; Kierkegaard hat es so gemacht, dass er für den „Einzelnen“ philosophiert hat und daraus Rückschlüsse allgemeinster Natur gezogen hat. Ich will das vielleicht so fassen, dass das Problem, oder der Problemrahmen von dem, was mich insgesamt beschäftigt, das Problem des Sehr Tiefen Denkers ist. Wenn ein Sehr Tiefer Denker, wie Laotse, Dostojewski oder Nietzsche, daherkommt, ein Denker, der an der letzten Schicht arbeitet, also heute kommen würde, was würde der sagen? Er würde versuchen, den Status seines Zeitalters festzustellen. Und darüber den Status eines jeden Zeitalters, und einen neuen Horizont eröffnen, denn der Sehr Tiefe Denker ist universell und auch außerdem transzendent. Fortlaufende Bemühungen in dererlei Hinsichten haben dazu geführt, dass ich selber zum Sehr Tiefen Denker geworden bin, im Lauf der Zeit, und mein Projekt besteht also darin, zu sehen und zu beobachten, was ich selber sage. So könnte man das formulieren. Ich frage mich außerdem: Wie könnten die geistigen Grundlagen der nächsten Jahrhunderte aussehen? Politisch könnte die Frage der nächsten Jahrhunderte sein: Was sind die Grenzen und Möglichkeiten für eine planetarische Gesellschaft? Die Regierung hilft, das auszutesten (wie auch schon die Regierung vor ihr), und ich beobachte sie dabei. – Vielleicht geht das, was ich sage, einfach an der Menschheit vorbei, frage ich mich oft, denn es hat ja den Anschein? Aber, ah, bah! Letztendlich tut es das NICHT, nichts ist mehr mit der Menschheit verwachsen als der „Yorick“. (Nicht zuletzt) angesichts des nicht-hierarchischen Charakters meines Denkgebäudes frage ich mich hin und wieder, wie man sich in Zukunft wohl an mich erinnern wird, und wie das die Zukunft beeinflussen wird. M.E., die auskunftsfreudige weibliche Soziopathin, meint, ein bevorzugtes Opfer für SoziopathInnen seien u.a. (neben allerlei Gestalten, die im Leben wenig Halt haben) die „too smart for their own good“. Ich nehme an, so was könnte ich seien, eine Art Säulenheiliger für die „Too smart for their own good“. Hegel (?) sagt, Napoleon sei der „Weltgeist zu Pferde“. Naja, ich schaffe das scheinbar sogar ohne Pferd! In einer inwendig hohlen Parallele von wegen Napoleon, der Tatmensch und Ich, der Reflexionsmensch, komme ich mir auch vor wie die Reflexion des Weltgeistes, oder die Metaebene des Weltgeistes. Unerhörte Empfindungen! Das, Schwester, die Grenzen des menschlichen Denkens. Das hier sind die Grenzen des menschlichen Empfindens, das hier sind die Grenzen der menschlichen Seele. Wenn der Geist, das Empfinden, die Seele vollständig realisiert sind, wird es grenzwertig.

Nachbemerkung

Die Doppelgesichtigkeit der Welt. Wenn wir uns schon mit christlichen Mystikerinnen (und Mystikern) beschäftigen, erinnern wir uns auch an Cusanus, und seine Idee von der coincidencia oppositorum; wonach also alle Gegensätze der Welt im Unendlichen, in Gott, in eins zusammenfallen. Das glaube, wer kann. Cusanus sagt, mit dem Verstand erkennt man Gott nicht, denn der Verstand kann nur anschauliche, daher endliche Dinge miteinander ins Verhältnis setzen und so ihre Verhältnishaftigkeit bestimmen. Die Vernunft, die in abstrakten Begriffen denkt, kann Gott anvisieren, letztendlich bleibt er aber im Wesentlichen für die Vernunft paradox und verborgen (Cusanus war hierin auch von der negativen Theologie des Pseudo-Dionysius beeinflusst, später hat ja auch Kierkegaard Aufhebens darum gemacht). Was uns zu Gott zieht, ist die Liebe, mithilfe derer wir ihn allein tatsächlich (annähernd) erfassen. Schlegel sagt: „… Cusanus. Ein Philosoph in dem Sinne, dass Leibniz und solche ganz flach und seicht dagegen scheinen. (Er ist) wie der Grundstein vom festesten, gründlichsten Tiefsinn.“ Wenn ich an die Theologie von Dionysius Areopagita denke, sehe ich dunkles Licht, dunklen Ton, und einen dunklen Scheinwerfer, der allmächtig schweift – bei Cusanus hingegen hat man auch die Dunkelheit und das tiefe Brummen, jedoch auch einen gelblich-orangenen Strahl, der sich eventuell zu einem Ring formt, bevor er sich eventuell wieder öffnet. Humor und Verständnis für die kleinen Freuden im Leben, und die Freuden der kleinen Leute im Leben sei, trotz seiner allfälligen sonstigen guten Eigenschaften, im Übrigen keine große Stärke des Universalgenies Cusanus gewesen, vermerkt der Biograph und durch gewisse kirchenväterliche Inflexibilitäten habe er sich unbeliebt und verhasst gemacht. Daher plädiere ich auch für die Heraufkunft des Einheits-Bewusstseins, das ALLES umfasst, und über dem Universalgenie steht und seine Unzulänglichkeiten überwindet – wobei freilich Cusanus mit seiner coincidentia oppositorum und der Vorstellung, dass in Gottes Sichtweise alles eine einzige Einheit sei, schon etwas, in seiner unnachahmlichen Weise, uns hierzu beigebracht hat. Ach, für einen wie mich, der es hasst, im Mittelpunkt zu stehen, ist es nicht leicht, hier so auf die Pauke zu hauen, was die Beschreibung meines Geistes anlangt! Aber es ist eben, soweit ich sehe, eine angemessene Beschreibung meines Geistes. Wenn einer so auf die Pauke haut, könnte man meinen, er habe eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Aber wenn einer, der ein Sehr Tiefer Denker ist, sagt: Ach, mein Geist! Ist doch ganz normal! Muss man kein Aufheben machen darum, hätte er eher einmal eine selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung!, denn seine Einschätzung wäre nicht adäquat. Kafka hat das eventuell betroffen.

Update about the Fourth Dimension

I have repeatedly stated that the genius sees things in an additional dimension, as there are no conventions how higherdimensional objects are to be seen and recognised in society, he has no true instrument to figure out and has to rely on his own „intuition“ and „vision“ (respectively rationality). That is, originally, private and primordional, I have spoken about how the genius sees a field of intensity (as the soul-like abstraction of an entity he wants to describe), and then wants to move through this intensity and let the intensity shoot through itself, to, somehow, turn the field of intensity inside out and open it into a space of negative curvature (at least in the case of the transcendent genius as opposed to the immanent genius) – that is an immediate expression of the intellectual and somatic processes that happen in the mind and the body of the genius if he deeply thinks about something. In the note about Giacinto Scelsi I think I have illustrated that, whose „compositions“ where vibrating spheres of an extreme interplay of intensity and stasis, etc. – it was the intensity shooting through itself. Intensity vs form you have, prominently, in Beethoven´s music, and that kind of inversion and erecting a somehow paradoxical structure that opens into another dimension in some of John Lennon´s compositions like Strawberry Fields Forever, I am the Walrus and, most perfectly, Tomorrow Never Knows, or in the entire The Piper at the Gates of Dawn album by Pink Floyd/Syd Barrett.

When I read that Duchamp was keenly interested in the „fourth dimension“ respectively in painting how fourdimensional bodies would appear in a threedimensional world, how their „shadow“ would be, or how it would be if a threedimensional object took a ride through the fourth dimension, it said that if a threedimensional object would take a demi-tour through the fourth dimension, it would return mirror-reversed and inside out. (That is to say, the genius intuition proves correct or adequate.) If I remember correct, that is also how Cube2 – Hypercube can be interpreted, the sequel to Cube, an enigmatic mystery/horror film where people are trapped inside a gigantic cube-like structure for unknown purpose: In Cube2 – Hypercube they are trapped inside a hypercube/tesseract! Despite the dramaturgy and grouppsychological dynamics are a bit of a cheap copy of the original (which is why it got largely dismissed by the audience, including my friends), I found the enigma of the hypercube (and of the conspiracy behind it) extremely immersive and, as also quantum physics got mentioned, it made me think a lot about it. In that respect, Cube2 – Hypercube was one of the coolest films I´ve seen.

 

UPDATE 011518: LOL

 

Prelude to Note about James Joyce and the Sinthome

„My only misgiving regarding „American Ulysses“ is that its length (864 pages) will scare off all but the most enthusiastic Civil War enthusiasts. I hope as many people as possible read this book“

– I think I will read this book, since I also think it is better than the Irish Ulysses (this is easy; the Irish Ulysses is the greatest shit book of all time, next to Finnegan´s Wake).

We should be grateful to historian Ronald C. White for a thorough and nuanced biography of one of the most consequential figures in American history.
CSMONITOR.COM|BY THE CHRISTIAN SCIENCE MONITOR

Philip HautmannThe Irish Ulysses being the greatest shit book of all time seems to confirm that creative endeavour gets spoiled and is doomed, when ego is a primary motive; that might be the case with the ordinary genius; the non-ordinary, transcendent genius will rather strive not for immortality among humans but for an abstract immortality, realignment with spacetime, which is his true element; the psychology of the transcendent genius is NOT very much alike the human psychology but is of a higher order. Thus spake L´Innomable.

Update about the Pathless Path

The true scientist, philosopher, artist – i.e. the truth-seeker – will strive for knowledge about what is already known, but, essentially, strive to look deep into the universe to discover new stars, new galaxies, new worlds. – In doing so, the truth-seeker also looks into himself; a triviality. – New worlds, new illuminations, are to be found in the unexpected, the trivial, on the street, in non-locations (non-lieus, Nicht-Orte) – to which the truth-seeker has a natural bond and solidarity – when the locations of the sublime – to which the truth-seeker also has a natural bond and a natural solidarity -, of course, have been explored as well; the locus of the existential truth is the true individual, the locus of truth of the world is a flower-like domain shifting through totality. – To become the locus of truth the truth-seeker must do what is called to „empty himself“. This means he must study a lot, as much as possible, and then 1) realign it with reality 2) deconstruct it – to gain pure insight, pure perception, pure forms of perception on which he can re-establish pure concepts – therein, he will come into contact with the nullfläche, the primal ground of his own mind, upon which everything else emerges, naturally (the vision of the primal ground is personal and subjective though there are similarities among those visions; it might be a surface of dirty white where no location is distinguished from any other, or, in closer touch with the outside world, an unspectacular ventilation shaft). In an act like this, everything is contained, like in the movements, gestures and actions of children everything is contained about what can ever be said, thought and perceived about those acts, because everything about those acts is authentic, simple and direct, because they incorporate the full potential of the idea of those movements, nothing is hidden, everything is there, such is purity. – This is, then, „the pathless path“. – Some might find a speech like that „a mystery wrapped in an enigma“. That is a good step to begin with. Meditate about that.

childartist

childartist2 art2 artist

pathlesspath

 

Update about Something Perfect

Philip Hautmann

August 2 at 12:46pm ·

 I swear, this is one of the most perfect things I have ever seen.

ballerina

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Philip Hautmann
Philip HautmannThe innocent girl child! The ballerina! Who ties herself to art (at a young age)! Who defeats gravity! The self confident countenance, assertive to openness, to what lies ahead! The colours of dress! The whiteness of the fan! From above right, the light (resolving the scene into the ethereal)! The wooden Sinnloszaun! And, ahhhh, the manhole cover, as an additional element, making reality more dense, interesting, senselessly value added, full of information, etc. <3
UPDATE: One of the most perfect things I have ever seen, and, like practically always, 4 Likes on Facebook. HAHAHAHAHAHA! People are so „weird“ <3 Let´s dance
dancer1 dancinggirl ballett

Update about #supersanity

„Super sanity, from what I’ve heard, is the ability to see things in an elevated state of mind. I just want to say if this is the definition, then yeah, it’s a horrible, terrible, awful thing. It’s also beautiful, enlightening, and refreshing. You go full meta, and you can feel everything. You can also see every or many points of view. You can analyze, deduce and relate many things that people can’t. You feel useless. It’s overwhelming. I have failed to thoroughly describe it.“

Link to a vision of Super Sanity
ghostgirl supersanity2 supersanity4 kafka despair chair2

 

Update about Shakti

Adi Shakti, Adi Shakti, Adi Shakti, Namo Namo!
Sarab Shakti, Sarab Shakti, Sarab Shakti, Namo Namo!
Prithum Bhagvati, Prithum Bhagvati, Prithum Bhagvati, Namo Namo!
Kundalini Mata Shakti, Mata Shakti, Namo Namo!

blackmetalgirl4
Primal Shakti, I bow to Thee!
All-Encompassing Shakti, I bow to Thee!
That through which Divine Creates, I bow to Thee!
Creative Power of the Kundalini, Mother of all Mother Power, To Thee I Bow!
spanking

Network Update

When I was walking through the Praterallee before some thoughts came to my mind about the incompleteness theorem, set theory, theory of everything, info-cognition, reality as a language, Zeno’s paradoxa, Cantor’s mathematical innovations, internal vs external consistecny of and within systems, the nature of consciousness, the nature of language, metalanguage, Chomsky vs Wittgenstein, whether there is a heart of it all or finally an evolutionary (or degenerative) interplay of heterogenous sets at the deep structure, also concerning human intelligence taken as ability to carry out manipulations within symbolic systems and then whether there is an underlying structure to „symbol systems“ or they are also, at the core, heterogenous, etc. and how all of this is connected. I eagerly wanted to read David Foster Wallace` book about Cantor on this behalf after I would be at home again, but now I am doing nothing, not even thinking in any relevant fashion. Maybe later. Maybe I listen to Nervosa next, because they’re furious and cute. It is hot in Vienna today. Anyway, my network is apparently getting ever more dense and robust. That will feel good.

books15

bett14

Update about Notes

Some years ago I read one or two books by philosopher Alexandre Kojève; now in the biography about Lacan I read Kojève had an epiphany as a young man about the synthesis of the Orient and the Occident; man, in the Metaphysical Note about Extreme Metal I wanted to show how „Western“ and „Eastern“ metaphysics can be trangressed into a holistic practice and teach you the (metapyhsics of the) overman. Good I still have not written it, due to a permanent mixture of intellectual overarousal and (apparent) practical laziness, maybe I again postpone it for good. Apart from that it appeared to me today in the morning I have to read Pirsig´s Lila and Norbert Wiener´s autobiography since both contain information about WJ Sidis as alongside I made the plan to write a note about the Transbodhidharma. That will feel good.

zielscheibe

Philip Hautmann Apart from that it just appeared to me there needs to be written a note about (comparing) John von Neumann and Kurt Gödel.

fruits