Theaterstück

THEATERSTÜCK 

Für 2 Schauspieler und 1 Publikum

Von Philip Hautmann

 

Aufblende. A sitzt an einem Tisch und blickt ins Publikum. Es vergehen einige Minuten. Plötzlich kommt B von hinten links hereingestürmt, auf A zu. Er bleibt in ca. zwei Metern Entfernung von A stehen. A und B sehen sich an. Daraufhin stürmt B wieder zurück, hält kurz vor dem Bühnenausgang spontan inne, kehrt wieder um und stürmt wieder auf A zu und bleibt wiederum in ca. 2 Metern Entfernung von A stehen, der sich B wiederum zuwendet. A und B sehen sich an.

    Das Publikum lacht.

B stürmt wiederum plötzlich von A weg, hält vor dem Bühnenausgang spontan inne, kehrt wieder um und stürmt auf A zu, wie vorher. A und B sehen einander an.

     Das Publikum lacht.

B stürmt wiederum plötzlich von A weg, hält vor dem Bühnenausgang spontan inne, kehrt wieder um und stürmt auf A zu, wie vorher. A und B sehen einander an.

     Das Publikum lacht.

A (etwas krawutisch): Ja, was ist denn nun eigentlich?

Das Publikum zerkugelt sich. Einige Leute im Publikum lachen laut und kichern anschließend intensiv eine Weile fort.

B setzt sich nach einer Pause neben A an den Tisch. Beide blicken nun etwas indigniert ins Publikum.

     Das Publikum schüttelt sich vor Lachen.

A und B wenden ihre Köpfe einander zu und blicken sich gegenseitig etwas indigniert an.

      Das Publikum wiehert vor Lachen.

A und B wenden sich wieder voneinander ab und blicken wieder etwas indigniert ins Publikum.

      Das Publikum brüllt vor Lachen. Als das Lachen etwas abschwillt

A und B fallen plötzlich, aber synchron nach außen weg von ihren Stühlen auf den Boden.

     Woraufhin das Lachen im Publikum wieder stark anschwillt.

A und B winden sich auf dem Boden, stoßen unverständliche, kindliche Geräusche aus. Schließlich kriechen sie aufeinander zu und langsam übereinander hinweg. Sie befühlen und betasten einander dabei in einer Mischung aus Zärtlichkeit und Aggressivität, dem ambivalenten Charakter der Sexualität und der menschlichen Zuneigung Ausdruck verleihend. Schließlich richtet sich B auf und setzt sich an den Tisch, während A etwas verzückt am Boden liegen bleibt.

 A (in möglichst unpassendem, affektiertem Ausdruck):

„Welcher Lebendige,

Sinnbegabte,

Liebt nicht von allen

Wundererscheinungen

Des verbreiteten Raums um ihn

Das allerfreuliche Licht –

Mit seinen Strahlen und Wogen

Seinen Farben

Seiner milden Allgegenwart

Im Tage.

Wie des Lebens

Innerste Seele

Atmet es die Riesenwelt

Der rastlosen Gestirne

Die in einem blauen Meer schwimmen,

Atmet es der funkelnde Stein,

Die ruhige Pflanze

Und der Tiere

Vielgestaltete,

Immerbewegte Kraft –

Atmen es vielfarbige

Wolken und Lüfte

Und vor allen

Die herrlichen Fremdlinge

Mit den sinnvollen Augen

Dem schwebenden Gange

Und dem tönenden Munde.

Wie ein König

Der irdischen Natur

Ruft es jede Kraft

Zu zahllosen Verwandlungen

Und seine Gegenwart allein

Offenbart die Wunderherrlichkeit

Des irdischen Reichs.

Abwärts wend ich mich

Zu der heiligen, unaussprechlichen

Geheimnisvollen Nacht –

Fernab liegt die Welt,

Wie versenkt in eine tiefe Gruft

Wie wüst und einsam

Ihre Stelle!

Tiefe Wehmut

Weht in den Saiten der Brust

Fernen der Erinnerung

Wünsche der Jugend

Der Kindheit Träume

Des ganzen, langen Lebens,

Kurze Freuden

Und vergebliche Hoffnungen

Kommen in grauen Kleidern

Wie Abendnebel

Nach der Sonne,

Untergang“

B:    Sagen sie das meinem Arsch!

       Das Publikum tobt vor Lachen.

Abblende

(2009)

Die Firma – Kommissarin Galehr schlägt zu (Kriminalromanskizze)

Kommissarin Galehr fährt zum Tatort, der Firma, wo ein spektakuläres Verbrechen stattgefunden hat: Die rumänische Diebesbande hat in der Firma alles gestohlen! Kommissarin Galehr ist zuversichtlich, die Gaunerbande endlich auszuheben und freut sich, am Tatort neue Männer kennenzulernen, da sie sich hinter ihrer schroffen und für ihre Umwelt oft rätselhaften Fassade nichts sehnlicher wünscht als einen Mann. Bald stellt sich heraus: In der Firma gibt es nur Idioten, und die Verhöre gestalten sich schwieriger als Kommissarin Galehr es erwartet hatte. Da ist die despotische, übellaunige Chefsekretärin Olga, die von einem Augenblick zum anderen freilich zu einem freundlichen und redseligen Wesen wird, wenn man ihr Gelegenheit gibt, über ihr Privatleben oder ihren letzten Urlaub zu plaudern. Die befremdliche Natalie, die für jeden statt einem normalen Gruß nur ein abschätziges kurzes Lachen bereit hat und selten antwortet wenn sie was gefragt wird, freilich aber ganz freundlich wird, wenn es darum geht, dass man ihr ihr selbstgebackenes Brot abkauft. Der halbbeschäftigte alternde Philosoph und Schriftsteller ohne Namen, der stets zwanghaft und reflektierend von seiner „Mittelmäßigkeit“ redet und darüber brütet und dessen Verhalten und Innenleben so verworren ist, dass man es kaum für möglich halten würde. Der dicke und gutmütige Lasse Benissen, der sich bei den harmlosesten Gelegenheiten und oft gänzlich unerwartet in die Ecke gedrängt fühlt, und dann nervös – aggressiv – unbeholfen sofort damit droht, die Polizei zu holen, die Anwälte, die Gerichte einzuschalten, das Innenministerium u. dergl., und der nicht zur Ruhe kommt bevor er nicht lange, penible Eingaben bei der Firma gemacht hat. Der rätselhafte, undurchsichtige, stets nur nachts, oftmals aber auch gar nicht arbeitende EDV – Techniker John, der zwar sehr beflissen ist, Kommissarin Galehr mit Informationen und Einschätzungen zu füttern, dessen Aussagen jedoch fast immer widersprüchlich sind oder sich überhaupt gegenseitig ausschließen, sofern sie nicht mit der Realität gleich gar nichts zu tun haben. Watscheslav, der Firmenkasperl und Scherzbold, der alle aufheitert, aber auf dem Höhepunkt seiner Witzvorträge immer wieder plötzlich inne hält und dann zu weinen anfängt aus Schuldgefühl, „so fröhlich zu sein, während sein armes Polen gedemütigt in Ketten liegt.“ Yussuf, Atef und Göcksel, die sich die ganze Zeit über ihre eigene geistige und sprachliche Primitivität und ihren mangelnden Willen, sich in die heimische Kultur zu integrieren, selbstironisch lustig machen, oder aber ihren homosexuellen Kollegen, den verschüchterten Heinerle, drangsalieren, dem dann niemand in der Firma hilft. Die Hausfrauen und Mütter jenseits der Fünfzig, die überall gleich sind. Das geschwätzige, tuschelnde und ständig kichernde Eiserne Dreieck, das boshaft alle Leute ausrichtet, vor allen Dingen schwache, zu dem sich Kommissarin Galehr freilich unweigerlich hinzugezogen fühlt. Und über all dem thront als Chef der weltfremde Althippie Werner. Kommissarin Galehr findet zwar heraus, dass 98 Prozent der Angehörigen der Firma glauben, dass die Juden an der Weltwirtschaftskrise „zumindest mitschuldig“ sind oder dass ein Viertel nicht weiß, wer den letzten Weltkrieg gewonnen hat, und stößt überhaupt auf eine schier unglaubliche Ahnungslosigkeit und Begriffsstutzigkeit der Leute gegenüber Angelegenheiten, die nicht unmittelbar den kleinsten, persönlichsten Lebensumkreis betreffen, im Hinblick auf die Täter tappt sie jedoch mehr und mehr im Dunkeln, und scheint wichtige Spuren zu übersehen, während sie die Falschen (unter anderem die von dem EDV – Techniker John absichtslos ins Blickfeld gerückten) konsequent verfolgt – und dann dieser Sexismus bei der Polizei! Auch ihre ansonsten bestens bewährte Intuition scheint Kommissarin Galehr im Stich zu lassen: Die Sterne, die sie jeden Morgen nach ihrer eigenen Methode berechnet, scheinen zu lügen, und ihre Träume scheinen so sinnlos, dass sie auch mit Hilfe von ihrem bewährtem „Handbuch der Traumdeutung“ nicht schlau daraus werden kann. Gleichzeitig hat es Kommissarin Galehr in ihrem Privatleben nicht einfach, wo sie an einer schrecklichen Einsamkeit und sexuellen Frustration leidet, da sie ja auch schließlich jeden Mann, dem sie begegnet, reflexmäßig als Idioten abqualifiziert. Kommissarin Galehr weiß natürlich, dass das allein eine Rationalisierung der Ergebnisse ist, die ihre sehr niedrige soziale und emotionale Intelligenz mit sich bringen. Doch trotzdem sie den Zusammenhang erkennt, kann Kommissarin Galehr da gar nichts dagegen machen. Da bringt die italienische Firmenputzfachkraft Silvio mit seinem hochgradig primitiven, aber hochgradig wirksamen Charme Kommissarin Galehr jedoch ganz, und gegen ihren Willen, aus der Fassung! Ist sie eine Idiotin, wenn sie auf den hochgradig primitiven, aber hochgradig wirksamen Charme von Silvio reinfällt? Oder ist sie eine Idiotin, wenn sie auf den hochgradig primitiven, aber hochgradig wirksamen Charme von Silvio nicht reinfällt? Fragen ihres Herzens, über die die unentschlossene Kommissarin Galehr den eigentlichen Fall immer mehr aus den Augen zu verlieren droht, und von der rumänischen Diebesbande, die alles gestohlen hat, verliert sich Spur um Spur. Doch war es denn wirklich die rumänische Diebesbande, die alles gestohlen hat?

(2009)

Briefwechsel Silvio – Kommissarin Galehr

Commissare mia!

Du die interessante Frau!! Ich du liebe du ich mir! Du die himmel auf boden das goldkaeferchen. Du das feuerzeug zu meine Herz!! Du das reine gutte Maedchen mit die gutte Sele! Du – die Zuckerpupp! Ich du liebe das dich auch! Ich bin dem mal mit dem man nicht nur niocht sein und verkehr sei geworde bleibt! Ich dir fahre Paradies! D unf ich,

dir Silvio

 

Lieber Silvio,

offenbar hast du einige Dinge fälschlich interpretiert. Der Entscheidung, mich mit dir zu treffen, lagen rein berufliche Motive zugrunde, und obwohl dabei auch Privates zur Sprache kam, sehe ich gar nicht ein, wieso von dir etwas anderes angenommen werden sollte, wenngleich es mich natürlich konveniert, dass du so nette Worte zu sagen versuchst.

Das bedeutet aber nicht, dass es angeht, mir eine solche Depesche zu schicken! Was soll denn der Postbote denken, wenn er eine solche Depesche zu lesen bekommt? Außerdem habe ich den Verdacht, dass du diese Depesche auf Firmenkosten verschickt hast, was doch ganz und gar nicht zu rechtfertigen ist. Hast du nun also diese Depesche auf Firmenkosten verschickt? Wenn ja, erwarte ich mir, dass du mir ehrlich gestehst, ob der Versand der Depesche auf Firmenkosten geschehen ist, oder ob du ihn ordnungsgemäß von deinem eigenen Geld bezahlt hast, so wie es ganz selbstverständlich sein sollte, hörst du?

Bessere dich, lieber Silvio, dann bin ich möglicherweise bereit, dir zu verzeihen.

Kommissarin Jane Galehr

 

Commissare!

Meine Bezeichnung – Silvio! Du die wunderschoene blum im Garten der nAtur! Ich liebe dir! Wenn einer zu dir bos ich den hau in die goschn mit händ undf ärm! Du mein Naturwesen! Du – Springbrunnen!! Mein Herz fure sich, es springe springe über die ganze plaza und zruck! Wenn du mich nicht wolle meine ganze lebe tot nur noch einzwei woche zu lebe! Pasta Asciutta Pizza Maserati Fiat! Du mit mir fahre ich dir zeige meine Alfa Romeo 260 PS schnell! Du dann habe was Gscheids unterm Arsch!

Ich kusse deine fuss!!

Du Silvio

 

Silvio!

Bereits zum zweiten Mal hast du mit eine Depesche auf Firmenkosten geschickt, und das, obwohl du mir versprochen hast, das nie mehr wieder zu tun! Ich frage mich wirklich ernstlich, was dich davon halten soll, mehr aber noch, was DU dir denkst, dass ich von dir halten soll, wenn du so offen deinen Beteuerungen mir gegenüber zuwider handelst und dein Wort brichst. Ich finde, du solltest dich schämen, und das finde nicht nur ich! Dein Verhalten ist ganz und gar ungeziemend, und so erteile ich dir hiermit

EINE ERNSTE RÜGE

Hörst du? Du scheinst dir gar keine Begriffe zu machen, wie sehr du mich inkommodierst. Dass du so feurig bist und der Gedanke an mich deine Sinne verwirrt, mag EINMAL entschuldigend und mildernd in Anschlag gebracht werden können, nicht aber ein zweites Mal, und das nach all den deutlichen Hinweisen meinerseits.

Ich erwarte mir nun also, dass du, lieber Silvio, der Firma nicht nur das Geld heimlich zurück zahlst – so wie wir es ausgemacht haben, damit du dein schönes Gesicht wahren kannst – sondern dich dieses Mal auch offen bei der Firma entschuldigst! Ob du das bis morgen gemacht haben wirst, werde ich mich bei Werner erkundigen. Außerdem weiß ich doch, dass du Silvio heißt! Warum eröffnest du deinen Brief, indem du dich namentlich bei mir vorstellst?

Auch darauf erwarte ich mir eine Antwort!

Kommissarin Galehr

Jessica Simpson, 9, entdeckt, dass alles auf der Welt ein Herz hat

Projektbeschreibung

Die neunjährige Jessica Simpson lebt im frühen 19. Jahrhundert auf der Insel St. Helena und hat einen IQ von 200. Als radikale, aber hyperempathische, zartfühlende und besorgte Außenseiterin handelt es sich bei ihr um ein werdendes Menschheitsgenie, das in der Lage ist, Lösungen für spirituelle Menschheitsprobleme anzugeben. Sie spricht („singt“) zur Natur, die sie liebt (in Form einer Blume), dass sie nach einer lebenslänglichen Verzweiflung und Depression über ihre Mitmenschen und im Rahmen einer lebenslänglichen Introspektionsleistung endlich herausgefunden hat, dass „alles auf der Welt ein Herz hat.“ Damit hat sie ein ethisches Ideal und damit den ultimativen Schutzraum für sich und andere errichtet. Ihr Freund, der Kaiser, ebenfalls ein Genie, allerdings ein weltliches, kommt hinzu, versucht sie zu verstehen, so gut er es eben kann, und klärt sie über die Welt auf. Anschließend blicken sie beide in den Weltraum, zum Exoplaneten Sei, dessen Bewohner dereinst das Leben auf der Erde ermöglicht haben und die sich nunmehr – als die höchste und vollkommenste Form, die einem Lebewesen möglich ist – in beseelte elektromagnetische Felder verwandelt haben, die sich ihre nunmehr ereignislose Zeit damit vertreiben, indem sie sich Klowitze erzählen.

Die Szene ist aus einem längeren Prosatext aus dem „Buch vom seltsamen und unproduktiven Denken“ von Philip Hautmann entnommen, das alle möglichen Texte, Reflexionen und Essays beinhaltet. In dem konkreten Text geht es um eine „analeptische Schau“ auf die Menschheit, ein Eintauchen in die Tiefen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Menschheit. Einige Stationen der Menschheitsgeschichte werden dabei herausgegriffen.

Das Stück

Handelnde Personen:

Jessica Simpson

Der Kaiser

Zwei Schauspieler/Pantomimen/Stimmen im Hintergrund, von denen einer im weiteren Verlauf die Rolle des Kaisers übernimmt

Spartanisch eingerichtete Bühne, die eine Wiese im Distrikt Blue Hill, dem entlegensten Gebiet der Insel St. Helena darstellt. Jessica Simpson auf einer Rasenmatte mit einer Blume. Rechts in der Mitte ein Baum. Links in der Mitte eine blaue Ausbuchtung („Blue Hill“). Hinten links ein Barhocker (auf dem der Gouverneur sitzt). Hinten rechts ein Bett (in dem Jessica Simpson ihre Erleuchtung erfährt). Meeresrauschen als Groove zum Vortrag des Textes. Jessica Simpson im Vordergrund, im Hintergrund die beiden Schauspieler, die die Dialoge szenisch unterstützen.

Stimme des Erzählers:

…Ich sehe, ich habe meine analeptische Schau hier nicht auf eine unbedingt trächtige Quelle gerichtet, also schauen wir halt mal dorthin, wo das Schiff mit der lustigen Person gerade einige Tausend Seemeilen weit vorbeifährt, und da haben wir glücklicherweise einen der entlegensten Orte der Erde, die kleine Insel St. Helena. Im Distrikt Blue Hill, wiederum dem entlegensten Gebiet der Insel, auf einer weiten Wiese, allein, betrachtet die kleine Jessica Simpson eine endemische Kleine Glockenblume mit nachdenklichem und sympathetischem Ausdruck. Nach einer guten Weile richtet sie sich mit dem Oberkörper auf und singt:

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Jessica Simpson:

Ach, Kleine Glockenblume, wer außer mir und dir und den anderen lieben Blümelein hier weiß, dass sich in deinem Anblick das ganze Universum spiegelt? Wer von euch weiß, dass die Natur ein Spiegel ist des allmächtigen Prinzips des Lebens und der Liebe, das den Kosmos durchwaltet? Sieh, wie die Welt aus dem göttlichen Prinzip der Liebe erschaffen ist und erhalten wird, was für eine endlose Weite die Welt ist; wie das Meer teilt sich die Sicht des Beschauers auf alles, was er in der Welt erschaut, weiter, weiter öffnet die Schau eines jeden Dinges die Grenzen der Welt ins Unendliche, wie Moses das Meer teilte, so öffnet das Bewusstsein der Liebe, die Gott ist, das Auge um in jedem Ding das All zu sehen, und das All wiederum ist das Reich der Liebe. Das weißt du und die heimische Lobelie und all die Glockenblumengewächse und jedes Wesen der Natur; seitdem ich dieses Geheimnis durchschaut habe bin ich euresgleichen. Eine kleine Blume bin ich, eine Wiese, ein Baum, ein Wald, als ein Garten Eden werde ich einst wiedergeboren, das gute Prinzip wird meine Organe, meine Seele bilden. Doch aber was mache ich hier, habe ich mich oft gefragt. Der Vater säuft sich bewusstlos, der Bruder der größte Idiot der Insel, die Mutter sieht meine Zeichnungen immer nur schief und neidisch an und fragt mich knurrend, was mir das eigentlich bringen würde, so gescheit zu tun.

(Szenische/pantomimische Darstellung der Familie durch die beiden Schauspieler im Hintergrund) heu4

Ich lauschte dem Rauschen des endlosen Meeres was es mir zu erzählen hat, doch stumm blieb es in dieser Hinsicht wie mein kleiner Zeh. Der Gevatter des Meeres, der Himmel, spiegelt sich in ihm und umgekehrt, ewig liegen beide in ihren Träumen und sagen uns nichts. Da sind die Menschen. Als ich vor Jahren eine Pfütze vor mir fand, steckte ich neugierig meinen Finger hinein, der bis übers erste Fingerglied nass wurde. Ich konnte kaum sprechen, doch betrachtete ich den Finger – plötzlich schreckte ich auf, denn ich konnte erkennen: So tief geht die eigentliche Zwischenmenschlichkeit des durchschnittlichen Menschen! Etwas Entsetzliches durchfuhr mich mit ungeheurer Intensität, ein schwarzes Etwas tat sich vor mir auf in Form der Pfütze, wie ein augenloses Etwas blickte es mich an. Die Eltern verstanden von alldem nichts, aber die augenlose schwarze Pfütze hat mich viele Momente immer wieder angestarrt und angegähnt. Schon früh begann ich zu beten zu Gott dem Herren: Herr, mach sie wissend, dass auch sie haben ein Herz! Ein Herz das empfindet! Und intensiver betete ich darum, mein eigen Herz nicht zu verlieren, dass sich in mir nicht der Zynismus breitmacht, das Nihil, angesichts all dessen, was um mich herum vorgeht und was scheinbar ich allein empfinde. Das erachtete ich als die größte Bedrohung. Ich sprach mit den anderen Kindern darüber, ich fragte Mary, mit der ich mich am Besten verstehe, ob sie sich auch jeden Abend intensive Gedanken machen würde darüber, ob das was sie am Tage getan hat, sittlich rein sei. Ob ihre Gedanken ethisch ohne Einwand seien und sie darum bete, dass der Herrgott ihr stets ein reines Herz bewahren möge. Ach, ich fühlte, sie verstand nicht richtig. Früh begannen mich die anderen Kinder-

Stimmen der beiden Schauspieler aus dem Hintergrund:

„Das Wesen vom Mond“

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Jessica Simpson:

-zu nennen und mich zu hänseln – Gott möge ihnen den Weg zur Tugend weisen, wenn sie älter und reifer, erwachsen werden sollen sie ein Baum des Friedens sein. Doch was hat es mit den Erwachsenen auf sich? Wie ist es um die Erwachsenen bestellt? Letztens hat der Gouverneur gesprochen, ein braver Mann ohne Tadel, ich saß auf meinem Platz, lauschte dem guten Gouverneur, ein guter Mann, fürwahr, nach kurzer Weile habe ich den Strom seiner Wörter vor mir vorbeifließen sehen, dann ging an der Stelle eines jeden Wortes eine Klappe auf in eine andere Sphäre, wo ein anderes Wort stand, das mit dem gesagten in einer emotionalen Verbindung stand, wie ich erkannte, sogleich aber verschwanden die Klappen sowie die Wörter und ein wogendes Meer erschien, wo verschiedene Wörter und Zeichen über nahe wie auch weite Strecken miteinander verbunden waren, ein Sinnmeer, doch nach einigen Augenblicken lösten sich auch die Verstrebungen auf und das Meer wurde zu einem Licht, das zu schwingen begann und inmitten der Schwingungen schien es mir, als würde ich tiefer verstehen. Ich stand auf, zündete eine Kerze an und ging zum Gouverneur, drückte sie ihm in die Hand und legte auch die andere Hand des Gouverneurs um die Kerze und schloss die beiden seiner Hände mit einer liebevollen, warmen Geste um die leuchtende Kerze. Der Gouverneur und die anderen Anwesenden haben gesagt, ich hätte somnambulant gewirkt, tatsächlich befand ich mich in einem Zustand des Friedens und eines rätselhaften inneren Einklangs, innerhalb dessen ich angenommen hatte, der Gouverneur würde verstehen. –

Stimmen der beiden Schauspieler aus dem Hintergrund:

Das Wesen vom Mond! flowers17

Jessica Simpson:

-haben sie alle gelacht, meine Verwandten versicherten allen, sie wüssten nicht, weshalb ich mich immer wieder auf so merkwürdige Art und Weise verhalten würde, die Mutter sah mich wie immer schief an und knurrte, was mir mein gescheites Tun eigentlich bringen würde. (Szenische/pantomimische Darstellung der Szene beim Gouverneur durch die Schauspieler im Hintergrund) Ach, ich betete abermals intensiv zum Herrgott, Herr und Gott! Lass mich mein Herz nicht verlieren! Beschütze es von den satanischen Mächten der Gleichgültigkeit, denn schon sah ich während des Betens einen Raum vor mir aufgehen, von dem ich mir klar wurde, dass es ein Bild meines Geistes war. Luzifer lockte mich hinein, mit satanischem Grinsen, in einen dunklen Raum mit steinernen Wänden, ich begriff: Das ist die mögliche Zukunft meines Geistes, der sich von meinem Herz ablöst und der für sich genommen in den Sphären des Nihil, des in sich selbst abgeschlossenen Zynismus über die Welt sein Dasein fristen wird, bis er abstirbt und anschließend in einem endlosen kalten Universum herumirren wird, für alle Ewigkeit, als gerechte Strafe. Lass sie, die Menschen erkennen, dass sie ein HERZ haben, ein HERZ! Auch die guten Menschen wie der Gouverneur, sie wissen nicht was sie tun, sie wissen nicht, wer sie sind, wie Gespenster ihrer selbst wandeln sie durch die Welt auf Pfaden, die keine Tiefe haben und die immer nur von einem festgelegten Ort zum anderen weisen. Lass mich mein Herz bewahren, indem ich nie vergessen möge, dass sie ein Herz haben, dass sie das Gesetz des Herzens in sich tragen, dass diese Herzen schlafen und imstande sind zu erwachen und sich über die Welt zu legen. Gestern aber geschah es: Einer dieser furchtbaren Tanzabende, zu denen ich immer mit muss. Ich wohne im Körper einer Neunjährigen, doch bewege ich mich ungelenkig und grotesk durch die Gegend, da ich immer das Gefühl habe, über zwei Meter groß zu sein. Dennoch, wenn sie mich zum Tanzen zwingen, führe ich intuitiv geschmeidige Bewegungen aus, die freilich ganz anders sind als die der anderen, Tanzschritte und Choreographien, die niemand kennt außer mir, da ich hinhöre, was das Universum mir eingibt. Gestern führte ich anstelle des Tanzes einige Yoga-Übungen aus. Gefragt, was das denn solle, wollte ich ihnen erklären, das Yoga ein Weg sei, Geist und Körper zu vereinen, das Bewusstsein seiner selbst zu stärken und zu Harmonie, Ausgleich, sowie einer abgeregten Konzentration zu finden, etwas, das die Menschen des Okzidents bitter nötig hätten –

Stimmen der beiden Schauspieler aus dem Hintergrund:

HAHAHA das Wesen vom Mond! So ein Unsinn würde doch nie unter den Menschen des Okzidents Fuß fassen! Das Wesen vom Mond! Das Wesen vom Mond!

(Szenische Darstellung der Ereignisse beim Tanzabend im Hintergrund)

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Jessica Simpson:

-platzte es aus allen heraus. In der Nacht, als ich in meinem Bett lag, versuchte ich ruhig zu bleiben und rasch Schlaf zu finden, nach kurzer Weile aber begann ich stumme Schreie auszustoßen, gegen die ich mich wehrte, konvulsivische Zuckungen durchfuhren meinen Körper, schließlich entfuhren mir Artikulationen der schrecklichen Wehklage und des unausgesprochenen Schmerzes, ich begann mit meinen Beinen auf und ab zu schlagen, mich gegen etwas zu wehren. Ich starrte in die Finsternis und sah Linien nach vorne schießen und sich verbinden. Ich erkannte, das ist mein Geist, er droht kristallartig fest zu werden und schon schossen Eiszapfen die Linien herab, aus einer dunklen Öffnung flogen sodann riesige schwarze Unheilsvögel auf mich zu, inmitten eines ganzen Schwarms von schrecklichen schwarzen Unheilsvögeln sah ich mich, die mit entsetzlicher Geschwindigkeit an mir vorbeizogen, mein Körper drohte zu sprengen. Schon schien es, dass mich die Unheilsvögel in einem Überschlag zu Boden warfen, dort aber faltete ich die Hände zum Gebet, schloss die Augen, und sah vor mir und nahm mit allen Fasern meines Körpers wahr, wie der Turm von Babylon einstürzte, mächtiges Donnern und Grollen rollte heran. Langsam und ächzend und von unten weg sah ich den riesigen Turm von Babylon einbrechen, majestätisch, doch mit zunehmend hilfloser Majestät als die unteren Stockwerke mit dem Flächenausmaß von vielen Hektar verschwanden und zu Staub und Chaos wurden, in dem der einstürzende Turm mehr und mehr verschwand und das zu mir hinaufrollte. Links wie rechts stürzte ein Sprühregen von sinnlosem Material in die Vision, geradeaus kam die Sintflut auf und auf mich zu. Konvulsivisch und mit einem stummen Schrei schlug ich meinen Kopf an den Fußboden, ohne dass ein Wille meinerseits diese Bewegung angeleitet hätte, doch mit aller Kraft, die nur möglich war. Da aber teilte sich die Vision! Licht brach der Länge nach hervor, durch das Szenario des grenzenlosen Unheils, in einer Ritze, die jedoch plötzlich aufsprang und sich weitete.

(Licht erfüllt den Raum, eventuell durch einen anschwellenden Ton unterstützt)

Das Licht begrub die Schreckensvision unter sich, strahlte auf mich zu, ich erhob meinen Oberkörper und sah mich mit geschlossenen Augen ganz in das Licht getaucht. Ich sah mir zu, wie ich lächelte. Die Vision, in der mich das Licht anstrahlte, schien endlos zu dauern. Ich wog meinen Kopf nach links oben, hob die Hand an um mir langsam durch das Haar zu fahren, inmitten des Lichts, dann wog ich den Kopf nach rechts, ich sah mich lachen, lachen, mit mehreren Stimmen lachen, chorartig, kaskadenartig, mein Lachen stürzte in das Licht und wurde langsam von mir fort, in das Universum hineingetragen als ewige Schwingung, die sich mit dem Grundton des Alls vereinigte. Ich hob die Arme seitwärts, ballte die Fäuste, warf den Kopf lachend nach hinten, und begann langsam die Arme um mich zu schließen und das Licht in mich hineinzudrücken. Schließlich legte ich langsam die Arme um mich und das Licht drang ganz in mich ein. Es war mir wärmer geworden und ich sah vor meinem geistigen Auge, wie ich strahlte, nunmehr ewiglich. Das war mir nun ganz klar! Ich wiegte den Kopf lächelnd ein wenig, dann stand ich langsam auf und legte mich ohne Hast ins Bett, wo ich mich nach kurzer Weile noch einmal aufrichtete um mir klarzumachen, was ich endlich begriffen hatte: Nämlich, dass alles auf der Welt ein Herz hat! Alles, und alle, haben ein Herz! In tiefem Frieden schlief ich ein. Und heute stand ich auf und wusste: Aufrecht und mit einem Lächeln werde ich fürderhin ganz von selbst durch die Welt schreiten! Lass sie mich nur mit ihrem Unrat bewerfen, das Licht, das mich durchströmt, wird es auflösen und zum Verschwinden bringen. Seid barbarisch wie ihr wollt: Ich werde die Lippen zu einem Lächeln hochziehen und die Ergebnisse eurer Dummheit wegwischen, wie mit einem Schwamm. Denn in mir waltet jetzt die Liebe, die die Sterne bewegt.

(Szenische, pantomimische Darstellung der nächtlichen Ereignisse durch die Schauspielerin im Hintergrund)

Da kommt der Kaiser, einer der klügsten und fähigsten Köpfe Europas. Mir kommt vor, manchmal, wenn ich etwas zu ihm sage versteht er es. Hayho, Kaiser! Deine Untertanin Jessica erbietet dir untertänigsten Gruß!“

(Einer der beiden Schauspieler aus dem Hintergrund tritt jetzt nach vor zu Jessica und spielt den Kaiser)
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Der Kaiser:

– Hayho, Jessica Simpson! Von bedeutenden Dinge hörte ich dich eben reden. Welche Gedanken wälzte dein fähiges Hirn?

Jessica Simpson:

Kaiser! Ich habe gestern endlich begriffen, dass alles auf der Welt ein Herz hat! Ich meine: Ich habe diese Erkenntnis vollständig in mich aufgenommen, ich wurde schließlich zu dieser Erkenntnis! Ich meine: Ich fühle, dass ich diese Erkenntnis für immer in mich aufgenommen habe, diese räuberische Welt kann sie mir nicht mehr nehmen oder sie verändern! Einer Festung gleiche ich, einer uneinnehmbaren, hinter der sich die einzige aller Wahrheiten verbirgt. Kaiser! Was meinst du dazu? Hat nicht alles auf der Welt ein Herz?

Der Kaiser:

Ja, auch ich liebte meine Josephine von ganzem Herzen. Was für ein Schmerz es war, sie aus Gründen der Staatsräson aufzugeben! Vor allem aber meinen Sohn, den Franz. Das kleine Wesen habe ich geradezu vergöttert, meinten die Leute, und das stimmte. Schade, dass ich nunmehr von ihm getrennt bin.

Jessica Simpson:

Siehst du, Kaiser? Auch du hast ein Herz! Ein Herz, das liebt, ein Herz, das leidet. Oh, wie ich fühle, ständig blüht innerhalb von Augenblicken eine Blume nach der anderen in meinem Herz auf. Wie aber kommt´s, dass du Millionen hingemordet hast?flowers18

Der Kaiser:

Ehrenwerte Jessica Simpson, nicht jeder ist so umfangreich wie du. Genau gesagt: So gut wie niemand. Liebe ist eine Kraft, die das Atom der Gesellschaft zusammenschweißt: die Familie; Sympathie hält ein Kollektiv zusammen und Gleichgültigkeit ist das eigentliche Schmiermittel der Menschenwelt … Ich wollte den Franzosen die Weltherrschaft geben. Etwas anderes wäre mir auch gar nicht übrig geblieben, denn die anderen europäischen Großmächte haben mich fortwährend bekämpft und versucht mich zu vernichten, was sollte ich also anderes tun, als die Macht Frankreichs auszubauen? Vor allem England verhielt sich von Grund auf intransigent. Einen kurzen Moment hätte es gegeben, nach der Schlacht bei Marengo, wo ein gewisses Gleichgewicht der Kräfte erreicht worden wäre und somit die Grundlage für eine stabile europäische Ordnung. Aber dieser Moment wurde von niemandem genutzt, weil das niemand wollte. Dieses Gleichgewicht war ohnehin zu fragil. Und so war ich gezwungen, ständig Krieg zu führen … Nach Indien wollte ich in der letzten Konsequenz, weißt du! Das Ziel aller großen Welteroberer, von Alexander dem Großen angefangen! Jahrzehnte nach meinem Tod werden dann die Deutschen nach Indien wollen, den Grundstein dafür im Bau der Bagdadbahn legen. 1913 werden auch die Österreicher versuchen, im darniederliegenden Osmanischen Reich Fuß zu fassen und in der Bucht von Antalya eine ökonomische Kolonie zu errichten. Da werden sie vom großen deutschen Bruder aber sofort und brüsk zurückgepfiffen werden, das hier ist unseres, wird der deutsche Bruder ausrufen, und wir sind mächtiger als ihr, also habt ihr euch fortzuscheren – nichts werden sie ihnen abgeben wollen und nicht den kleinsten Anteil davon werden sie ihnen zukommen lassen! Ja, selbst wenn es um marginale ökonomische und strategische Fragen geht hört sich eine Freundschaft auf, das kenne ich sehr gut. So viel also zum Thema Liebe!

(Szenische Darstellung im Hintergrundwiese7

Jessica Simpson:

Und das Ziel der Weltherrschaftspolitik bleibt immer Indien? Wer Indien beherrscht, der herrscht über die ganze Welt?

Der Kaiser:

Aber nein, das ist sowieso immer ein Irrtum gewesen, wie so oft in der Politik. In der Zukunft wird imperiale Politik in der Form auftreten: Wer die Leittechnologien beherrscht und das Zentrum der technologischen Innovation ist, hat die Hegemonie über die Welt. Und später, wer den Weltraum beherrscht. (Sterne beginnen zu flimmern)

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Stimme des Erzählers:

Der Kaiser und Jessica blicken an dieser Stelle in den Weltraum. Ihr Blick haftet sich an den Exoplaneten Sei im Sternbild Schwan; der Kaiser als einer der höchsten Geheimnisträger weiß, wie alle Geheimnisträger, dass die Bewohner von Sei einst die Grundlagen für das Leben auf der Erde geschaffen haben, Jessica über ihren intimen Kontakt mit der Natur wird es eines Tages auch noch herausfinden. Die Bewohner von Sei haben sich mittlerweile längst in intelligente, miteinander kommunizierende elektromagnetische Felder verwandelt, der Kaiser und Jessica fixieren gerade eine Region auf Sei in der junge elektromagnetische Felder sich zeitversetzt Klowitze erzählen –

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(Das ursprüngliche Vorhaben)

„Lieber Philip,

vielen Dank für Deinen Beteiligung an unserem Wettbewerb zum Thema „Willkommen in meinem Schutzraum“! Wir haben 73 Projektvorschläge erhalten und die Auswahl ist uns nicht leicht gefallen.

Deine Projekteinreichung „Jessica Simpson, 9, entdeckt, dass alles auf der Erde ein Herz hat“ passt leider nicht in unseren Wettbewerb, da es kein AutorInnenwettbewerb ist und wir ein klares Konzept zur theatralen Umsetzung vermissen. So interessant der Text selbst ist, er sprengt unser Format und wir können uns nicht vorstellen, dass er in einem 20 Minuten-Format umsetzbar ist.

Daher müssen wir Dir diesmal leider absagen. 

Mit besten Grüßen“

 

Note about the Toilet Joke Continuum

… Der Kaiser und Jessica blicken an dieser Stelle in den Weltraum. Ihr Blick haftet sich an den Exoplaneten Sei im Sternbild Schwan; der Kaiser als einer der höchsten Geheimnisträger weiß, wie alle Geheimnisträger, dass die Bewohner von Sei einst die Grundlagen für das Leben auf der Erde geschaffen haben, Jessica über ihren intimen Kontakt mit der Natur wird es eines Tages auch noch herausfinden. Die Bewohner von Sei haben sich mittlerweile längst in intelligente, miteinander kommunizierende elektromagnetische Felder verwandelt, der Kaiser und Jessica fixieren gerade eine Region auf Sei in der junge elektromagnetische Felder sich zeitversetzt Klowitze erzählen. „Haltet mal ein, gute Freunde! Wie kommt es eigentlich, dass wir uns nach wie vor an ein archaisches Relikt, in dem Fall Klowitze klammern?“ unterbricht jetzt eines davon die allgemeine Gaude. „Na, weil archaisches Verhalten einfach Spaß macht! Ist doch bei all unseren intelligenten Geschöpfen so: Dass sie nicht allein nach Höherem streben, sondern sich auch gerne und mit Lust zum Niederen herablassen. Nicht allein zur Einheit strebt alles, sondern genauso gut zur Ablösung von dieser Einheit, zum Fragment, das sich vom kosmischen Gesetz ablöst, um nur für sich selbst zu herrschen. Das ist dann, je nach spezifischer Ausprägung, das Böse, das Gewöhnliche oder das Dumme.“ – Hach! Wie gerne würde ich jetzt an dieser Stelle über die ernsthaften, die intelligenten Unterhaltungen dieser elektromagnetischen Felder schreiben! Es ist mir aber klar, dass ich dann die Verkaufszahlen für dieses Buch im Keller suchen kann! Ebenso klar wird mir aber schnell, dass diese galaktische, nein, intergalaktische Intelligenz, die alles umfasst und alles kann, es gar nicht mehr zum Ziel oder zum Inhalt haben kann, intelligente Diskurse zu führen, sondern allein in der Genügsamkeit zur Ruhe kommt, sich mit unintelligenten Dingen wie Klowitzen die Zeit zu vertreiben. Tatsächlich, auf das läuft wohl die höchstmögliche Intelligenz hinaus. Ist einmal die Möglichkeit gegeben, Intelligenz zu manipulieren beziehungsweise zu erweitern, setzt bei lebenden oder maschinellen Systemen ein manisches Streben nach noch mehr Intelligenz ein, exponentiell wächst es an, schießt in den Kosmos hinauf – um schließlich, wenn alles erreicht ist, weniger sein Quietiv sondern seine einzig mögliche sinnvolle Betätigung im Sich Erzählen von Klowitzen zu finden. – Von der Erde weg blickt jetzt wieder ein gebrochenes, totes Auge Richtung Sei, wo die Toten aller möglichen Planeten zuerst archiviert und ihre Seelen dann ebenfalls in elektromagnetische Felder umgewandelt werden, für alle Ewigkeit. „Erdling Ghazal, zum Tode verurteilt und hingerichtet durch das persische Höchstgericht anno 427 v. Chr., dem dreizehnten Oberboten von Sei, durch die Methode des Scaphismus; durch Einfassung des Rumpfes in zwei bootähnliche Schalen; Kopf, Arme und Beine frei herausragend; übergossen mit Honigmilch und dann der Sonne ausgesetzt, dadurch Insekten anlockend, die ihn qualvoll stechen und peinigen den ganzen Tag über, sowie zwangsernährt mit Honig, auf das sich innerhalb der Schalen seine Ausscheidungen sammeln und er von den Würmern von innen her aufgefressen und ausgezehrt wird, bis er nach siebzehn Tagen endlich stirbt, weil er die Kokosnuss geklaut hat.“ Das also ist das Schicksal Ghazals aus Persien….

Aus dem Buch vom seltsamen und unproduktiven Denken

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The Emperor and Jessica look at this point in the space. Her gaze adheres to the extrasolar planets is in the constellation Cygnus. the emperor as one of the highest secrecy knows how all secrets, that the inhabitants of was created once the basics of life on the Earth have, Jessica will find out one day even about their intimate contact with nature. The inhabitants of was have now long been intelligentcommunicating electromagnetic fields turned into, the Emperor and Jessica fix just a region at was in the boy electromagnetic fields is delayed telling toilet jokes. „Stop time, good friends! How it actually comes, that we still cling to an archaic relic, in that case of toilet jokes?“one interrupts the General Gaude now of it. „Well, because archaic behavior is fun! But in all our intelligent creatures: that they aspire not only to higher, but gladly and with pleasure to the lower settle down. All strives not only to the unit but as well to the replacement of this unit to the fragment that is replaces by the cosmic law, to rule just for themselves. It is then, depending on the specific expression, evil, the ordinary or the stupid.“ Oh! How gladly would I now write the intelligent conversations of these electromagnetic fields at this point about the serious! It is clear, I can then search for the sales figures for this book in the basement! Just as clear is fastthat this Galactic, no, intergalactic intelligence, which includes everything and anything, it no longer the purpose or the content may have to result in intelligent discourse, but to rest comes alone in the frugality, with unintelligenten things like toilet jokes to pass the time. In fact, that the highest intelligence amounts to probably. It is even possible to manipulate intelligence or to expand, uses a manic pursuit of even more intelligence in living or mechanical systems, it grows exponentially, shoots up into the Cosmos Finally, when everything is reached, Quietiv be less but its only possible meaningful activity in the can be found telling toilet jokes. Away from the Earth now a broken, looks dead eye that direction where the dead of all possible planets first filed and their souls are also converted into electromagnetic fields, for alleternity. „Earthling Ghazal, sentenced to death and executed the thirteenth top Envoy by the Persian Court in 427 BC, of whether, through the method of the Scaphismus;by socket of the hull in two boat-like shells. Head, arms and legs free outstanding; doused with honey milk and then exposed to the Sun, thereby attracting insects to, him excruciating sting and chastise them throughout the day, and force-fed with honey, which located within the shells collect his excrement and eaten by the wormsfrom the inside and eaten out is, until he after seventeen days finally dies because he stole the coconut.“ This is the fate of Ghazals from Persia.

From the Book of Strange and Unproductive Thinking, translated by Mr Bing

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2077 #lifegoals #squadgoals #relationshipgoals

 

I sit in the Augarten summer open air cinema, they’re gonna play 1970s Performance, I am checking the news feed, wonder what has become of this 1907 Indian girl, maybe write a cosmic novel about her, in 2077, then finally go to rest. ‪#‎lifegoals‬ ‪#‎squadgoals‬ ‪#‎relationshipgoals‬

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Musetouch Visual Arts Magazine

Traveling through history of Photography…Portrait of an Ojibway, or Chippewa Indian girl, photograph by Roland W. Reed, 1907, via National Geographic.

Neue Besprechung, im OÖ Kulturbericht

„Gut möglich, dass diese blitzgescheite Manie dem Mysterium des Seins am ehesten gerecht wird.“

Es ist sogar sehr wahrscheinlich, ich werde demnächst auch einmal ausführen, warum, im weiteren Verlauf vielleicht überhaupt alle intellektuellen Probleme lösen, wie es Otto Weininger ursprünglich vorgehabt hat, glücklicherweise bin ich aus dem Selbstmordlebensalter heraus.

Kulturbericht Hautmann

Der Metaphysische Nebenraum

„Wir wissen nicht, was der Endzweck der Dinge ist, was die Wechselfälle des Lebens für einen Sinn und für ein Ziel haben sollen, warum die Guten so oft erniedrigt werden und die Schlechten so oft triumphieren. Ja, wir wissen nicht einmal, wieso die Guten so oft triumphieren und die Schlechten so oft erniedrigt werden! So geht es uns, die wir uns vor der Strahlenmauer befinden. Da ist der Raum, in dem wir uns bewegen, in dem die Gesetze der Physik gelten, als ein bräunlicher Nebel legen sich die über alles und hüllen alles ein und verwirren alles. Hinter der Strahlenmauer ist das Reich der Metaphysik. Der metaphysische Nebenraum. Ich frage mich, wie es in dem wohl aussieht. Welche Bewegungen dort mit den sichtbaren Bewegungen und Ereignissen im physikalischen Hauptraum, also dem unserem, korrespondieren. Ich denke mir für einen Moment, ein ganzer Haufen Zwerge – oder so etwas Ähnliches – schuftet dort, mit einem angestrengt gesenktem Haupt und einem angestrengt gesenktem Blick. So auf die Art, lass uns in Ruhe, sprich uns am besten nicht an; wir müssen hier unserer Arbeit nachgehen; wir wissen nicht, wozu wir diese Arbeit machen und was das Ziel unserer Tätigkeit ist, nichts wissen wir; wir wissen auch nicht, ob wir gezwungen sind, unserer Arbeit nachzugehen oder ob wir sie freiwillig machen; vielleicht ist die Antwort auf diese Frage, ob wir unsere Arbeit freiwillig machen oder auch nicht, nicht einmal unterwegs verlorengegangen, im Dickicht der auf der Strecke gebliebenen Antworten auf Fragen, wahrscheinlich existiert diese Frage gar nicht und so auch nicht die Antwort. Wir führen hier Bewegungen aus, die dann die physikalischen und auch die mentalen Bewegungen und Prozesse in eurer Welt sind, darüber hinaus wissen wir nichts. So kann ich mir das vorstellen. Hätte damit dann aber den Verdacht, dass es sich bei dem metaphysischen Nebenraum auch nur um einen Schauplatz handelt, der vom Absoluten abgetrennt ist, so wie der unsere; um ein bloßes Duplikat unseres physikalischen Hauptraumes. Ich nehme jetzt an, ein Zirkel spreizt sich und spannt mit dieser Bewegung die zahllosen Räume auf, die Dimensionen. Im Kreismittelpunkt des Zirkels findet sich die Ewigkeit, die echte, ewige Überschau über die Prozesse. Von dort aus kann es beobachtet werden, wie sich die Ereignisse über das Medium der Zeit verteilen, sich die Dinge formen und verändern, dabei über Ursache und Wirkung miteinander verknüpft sind, wobei gleichzeitig unsere beschränkten kognitiven Fähigkeiten immer weniger in der Lage sind, diese Verknüpfungen zu erkennen, je weitläufiger und somit interessanter sie sind, dabei also das ausmachen, was man unsere Schicksale nennt. Das ist das Reich der Übersicht und der Freiheit. Das mit Gott gleichzusetzen ist. Von dem ich nicht weiß, ob es, ob er existiert. Das mit dem Spalt allerdings weiß ich. Vor uns fällt der Raum ab, in einen Spalt, einen Abgrund hinein. Wenn wir das jetzt einmal aus einem Winkel von neunzig Grad betrachten, sehen wir da also in unserem kognitiven Gesichtsfeld beziehungsweise unserer Wahrnehmung eine abfallende Raumfläche, die einen Spalt bildet, auf der anderen Seite, der Seite des Wahrgenommenen, eine Fläche. Die ist dann der Schleier, hinter dem das Objekt der Wahrnehmung liegt. Man weiß nicht, ob sich irgendwo ganz unten, in den Tiefen, der eine Raum, der abfallende des Subjekts, mit dem anderen Raum, den senkrecht aufschießenden des Objekts vereinigt; wahrscheinlich aber nicht. Der Spalt wird zwar immer enger, doch er bleibt vorhanden, ist strukturell. Es ist der Spalt, der unsere Wahrnehmung von den Objekten der Wahrnehmung beziehungsweise von der Möglichkeit der vollkommen transparenten Selbstwahrnehmung trennt. Der Spalt ist das, was man als Willensfreiheit bezeichnen kann, als die Freiheit der Wahrnehmung, der Spalt ist das Verhältnis, über das sich der Mensch nicht als vollkommen identisch mit sich selbst begreift. Über das die von ihm geschaffenen Institutionen nicht vollkommen identisch sind mit sich selbst. Über das die gesamte von ihm geschaffene Kultur nicht vollkommen identisch mit sich selbst ist. Die allein deswegen geschaffen wurde, weil der Mensch und seine Wahrnehmung und seine Möglichkeiten niemals vollkommen identisch sind mit sich selbst. Also aufgrund des Spalts. Searle weist nach, dass ohne den Spalt, ohne die (Illusion der) Willensfreiheit, ohne die Nicht-Identität des Menschen mit sich selbst, gar keine Kultur und keine Institutionen nötig wären, da wir in jedem Augenblick von selbst wüssten, was wir zu tun hätten. Aufgrund der Möglichkeit zum seltsamen und unproduktiven Denken erwächst also das alles. Der Spalt markiert also das Territorium des seltsamen und unproduktiven Denkens. Ich finde es gut, wie das alles zusammenhängt. Es lebe der Spalt!“

(Buch vom seltsamen und unproduktiven Denken ‪#‎dermetaphysischenebenraum‬)

 metaphysischernebenraum

„Samuel Beckett cat4

Ich habe hier bereits mehrmals das in mir herumlodernde Interesse bekundet, Literatur zu machen, die so aussieht, als könnte sie von einem anderen Planeten kommen (sehr fremdartig und doch sehr vertraut, da sie tiefer oder zumindest anderswo im Universum angesiedelt ist und von dort aus einen Blickwinkel auf das Sein errichtet), sowie, Literatur zu verfassen, die aus dem „Metaphysischen Nebenraum“ kommen könnte (mit dem Metaphysischen Nebenraum war ein Ort gemeint, in dem die Bewegungen, die wir hier in der Welt, durch den Schleier der Maya wahrnehmen, rein und unverfälscht, skelettartig, stattfinden, als Bewegungen „an sich“). Im Moment weiß ich nicht mehr so ganz, was ich davon halten soll, die Sache ist ja eh in etwa in dem Sinn erledigt, vielleicht überlege ich mir bald was Neues; allerdings verbinde ich die Realisierung einer solchen Art von Literatur unweigerlich mit der von Beckett. Beckett war mir der wichtigste Hirte für all das, was ich nach „Yorick“ in Angriff genommen habe. Ich habe immer gefunden, bei Beckett, wie auch bei Kafka, hat man Literatur, die von einem anderen Planeten kommen könnte, und die gleichsam im Metaphysischen Nebenraum stattfindet, an einem anderen Ort, an dem die konkreten Bewegungen in der Welt abstrakt stattfinden. Sam, das Weltauge, das auf die Existenz blickt und der Mund von Nicht-Ich, der seufzt. Die Sprache hat bei ihm das höchste Niveau. Runter durch die Wortfläche, sage ich mir immer, sich vertiefen, damit man eine Etage tiefer fällt, eine Wortfläche und eine Sinnschicht tiefer, bis man schließlich an der letzten Stufe anlangt vor dem lodernden Feuerkern, oder aber dem Urschlamm der reinen Existenz, die dann nicht mehr ausgesagt werden können.cat6

Die Geschichten, die Hamm im „Endspiel“ zu erzählen trachtet, oder „Ein Stück Monolog“ sind solche letzten Texte, die als Signifikanten als Signifikat nur mehr den Urschlamm haben, „Der Namenlose“ wiederum die letzte Stufe in eine höhere Welt; „Wie es ist“ taucht dann wieder aus dem Urschlamm auf. Alle seine Werke seien ein Versuch gewesen, das Dasein darzustellen, hat Beckett einmal gemeint, wobei sein Eindruck war, „nur an der Oberfläche gekratzt zu haben“, „Wie es ist“ hat er als seinen wohl gelungensten Versuch angesehen. Was mich ganz unabhängig von dieser Offenbarung, die ja nicht überraschend kommt, seitdem ich es mit der Literatur probiere, brennend interessiert, ist ja genau dasselbe, eben Formen zu finden, das Dasein darzustellen, und dabei neue Bezirke zu erforschen, neue Formen aufzuwerfen aus dem Urschlamm, einfach so, weil ich davon besessen bin, Probleme zu lösen, die ansonsten kaum wen in dieser Intensität interessieren. – Man kann über Beckett nicht schließen, ohne etwas über seinen Charakter gesagt zu haben“ (etc.)

The Stranger

When I was little one of my plans was that I wanted to write a novel with reference to The Stranger about a guy who goes to the US and deliberately kills someone just to get sentenced to death, and executed. I did not completely figure out the meaning revolving around this archaic idea back then, maybe there was an uneasiness that Camus is superficial and does not work on the last layer, the terminal layer of all things (and ideed, the last, terminal layer of all things and of all vision is NOT the absurd but is to directly gaze into the chaosmos and amalgamate with the chaosmos). Well, later in the Book of Strange and Unproductive Thinking I came to think about it again and finally did it.

(Maybe the philosophical associative chain would go like this: The Stranger is hollowman establishing some perspective on man, although there is some stringency to his acts they lack cohesion and are weak and confuse; whereas the Hyper Stranger who deliberately goes to the US to kill someone to have himself killed would be a hollowman who establishes a plateau, his own territory, his own island, therefore become more, and actually, autonomous in contrast to the Stranger, who is not (it is just that his true essence is revealed in the end, if I remember that correctly). Thinking along these lines I wonder about the possibility of the Ultra Stranger, and what he might do, The Ultra Stranger! That the Ultra Stranger is now going to haunt my mind and I would have to examine the Ultra Stranger comes as a mixed blessing, it will distract me from my three dozen other intellectual projects which are worked through in my head at the moment, and every day an additional one seems to come around, yet finally it will make my network more dense, glorious and adapted to the last, the terminal layer of reality, and as far as I can see there is no other possibility to achieve that. Btw when I think of Camus the message of his books actually is that human relations ARE meaningful and it is the concept of the absurd which is the delusion. Existentialism is inevitable, but nihilism is not, it is, eventually, a personal choice, or a personal failure, When I tried it with philosophy as a teenager my first contact was Sartre, I found it, both as literature and as philosophy, interesting, but unsatisfying, somehow simple, simplistic, and ultimately untrue. Before that, when I was 15 years old, I wrote a manifesto for a global movement to overcome all problems, it was born out of a joke but also reached into the serious, years later I realized that I was actually outlining an approach for a Theory of Everything in search for a deep structure behind mathematics, economics, the human realm, and being in general. The core message was that every entitiy, whether virtual, platonic or actual, embodies a certain quality named Fucking Scrambled Eggs (referring to an insider joke between me and some friends of mine at that time), this is the deep structure of all reality and shows how everything is connected. In order to actually understand that you of course first have to trespass Sartre, Camus, the absurd, and some other things lol)

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Philip Hautmann „Sugar Bill (was für ein Name, der ja absolut nicht passt und in keiner Weise adäquat ist) kauft sich ein Ticket nach Amerika, dieses verrückte Land, bringt dort einen um, lässt sich verhaften, zum Tod verurteilen und hinrichten, der verrückte Kerl. Das war die ganze Geschichte, damit ist mir ein noch größerer existenzieller Luftikus gelungen als Camus` Fremder, aber wie gesagt, die Geschichte ist schon wieder aus, Sugar Bill bereits bei seinen Ahnen, von denen er sich gleich nach seiner Geburt bereits so weit entfremdet hatte, dass keine Behörde dieser verrückten Welt ihn irgendwie über deren Begräbnistermine hätte in Kenntnis setzen können, also hat meine Geschichte, verglichen zu der von Camus, nicht einmal einen Anfang.“ (S. 57)

Stephen Faust Those turning points, those interstitial layers, where gestalt gives over to a new Order of things, oft give the lie to what seems so profound and underlying of all. Simply to appeal to a bottom line is not to draw the whole map, nor pointing to a handful of dirt creates the moon anew.