Neue Besprechung, im OÖ Kulturbericht

„Gut möglich, dass diese blitzgescheite Manie dem Mysterium des Seins am ehesten gerecht wird.“

Es ist sogar sehr wahrscheinlich, ich werde demnächst auch einmal ausführen, warum, im weiteren Verlauf vielleicht überhaupt alle intellektuellen Probleme lösen, wie es Otto Weininger ursprünglich vorgehabt hat, glücklicherweise bin ich aus dem Selbstmordlebensalter heraus.

Kulturbericht Hautmann

The Glowing Man

I found a new page <3 Gira announces The Glowing Man, which was released 3 weeks ago, is likely to be the last Swans album at least „in this version/iteration of the band“, which was forseeable because with The Seer (2012) and To Be Kind (2014) they were again exploding into transcendence/into the beyond; the archaic, wild, basic convulsions, the Dionysian, got contrasted with a basic, reduced, fragmented Apollonian framework structure, the lyrics imploding in form and exploding in meaning and associations, respectively establishing a plateau out of its own intensity, similar to the last string quartetts of Ludwig Van, the Seer looks into the infinite and the message which lies there is to be kind; before entirely collapsing over itself The Glowing Man now presents the equivalent to the White Land, the Salt Lake Desert, the return to base, to innocence, the starting point again, tiny figures appear within the landscape, they barely move, but will learn to and feed and grow, again, the next iteration within the hypercycle is going to set in, ever eccentric, ever moving towards the center and the heart of it all, death to false metal. And I am going to write a note about this very important band which expresses so much about what everything is about and „what is a mind for“, I was always thinking/associating what Beckett has done in literature and Francis Bacon has done in painting Swans have done in popular music (the subversion of the subject along the barely visible lines of pre- and postindividual forces which constitute and, then, reflect the subject into the Hyper Subject, the Menschheitssubjekt, the objective subject), although the actual depth of their genius has not yet ever been truly discovered.

This party is boring My feet hurt This music is too low bitrate >tfw still superior patrician WHY AM I SO MUCH BETTER THAN EVERYONE ELSE
With glittering hands / On collapsible land / We’re…
GENIUS.COM
shower

Network Update

When I was walking through the Praterallee before some thoughts came to my mind about the incompleteness theorem, set theory, theory of everything, info-cognition, reality as a language, Zeno’s paradoxa, Cantor’s mathematical innovations, internal vs external consistecny of and within systems, the nature of consciousness, the nature of language, metalanguage, Chomsky vs Wittgenstein, whether there is a heart of it all or finally an evolutionary (or degenerative) interplay of heterogenous sets at the deep structure, also concerning human intelligence taken as ability to carry out manipulations within symbolic systems and then whether there is an underlying structure to „symbol systems“ or they are also, at the core, heterogenous, etc. and how all of this is connected. I eagerly wanted to read David Foster Wallace` book about Cantor on this behalf after I would be at home again, but now I am doing nothing, not even thinking in any relevant fashion. Maybe later. Maybe I listen to Nervosa next, because they’re furious and cute. It is hot in Vienna today. Anyway, my network is apparently getting ever more dense and robust. That will feel good.

books15

bett14

Der Metaphysische Nebenraum

„Wir wissen nicht, was der Endzweck der Dinge ist, was die Wechselfälle des Lebens für einen Sinn und für ein Ziel haben sollen, warum die Guten so oft erniedrigt werden und die Schlechten so oft triumphieren. Ja, wir wissen nicht einmal, wieso die Guten so oft triumphieren und die Schlechten so oft erniedrigt werden! So geht es uns, die wir uns vor der Strahlenmauer befinden. Da ist der Raum, in dem wir uns bewegen, in dem die Gesetze der Physik gelten, als ein bräunlicher Nebel legen sich die über alles und hüllen alles ein und verwirren alles. Hinter der Strahlenmauer ist das Reich der Metaphysik. Der metaphysische Nebenraum. Ich frage mich, wie es in dem wohl aussieht. Welche Bewegungen dort mit den sichtbaren Bewegungen und Ereignissen im physikalischen Hauptraum, also dem unserem, korrespondieren. Ich denke mir für einen Moment, ein ganzer Haufen Zwerge – oder so etwas Ähnliches – schuftet dort, mit einem angestrengt gesenktem Haupt und einem angestrengt gesenktem Blick. So auf die Art, lass uns in Ruhe, sprich uns am besten nicht an; wir müssen hier unserer Arbeit nachgehen; wir wissen nicht, wozu wir diese Arbeit machen und was das Ziel unserer Tätigkeit ist, nichts wissen wir; wir wissen auch nicht, ob wir gezwungen sind, unserer Arbeit nachzugehen oder ob wir sie freiwillig machen; vielleicht ist die Antwort auf diese Frage, ob wir unsere Arbeit freiwillig machen oder auch nicht, nicht einmal unterwegs verlorengegangen, im Dickicht der auf der Strecke gebliebenen Antworten auf Fragen, wahrscheinlich existiert diese Frage gar nicht und so auch nicht die Antwort. Wir führen hier Bewegungen aus, die dann die physikalischen und auch die mentalen Bewegungen und Prozesse in eurer Welt sind, darüber hinaus wissen wir nichts. So kann ich mir das vorstellen. Hätte damit dann aber den Verdacht, dass es sich bei dem metaphysischen Nebenraum auch nur um einen Schauplatz handelt, der vom Absoluten abgetrennt ist, so wie der unsere; um ein bloßes Duplikat unseres physikalischen Hauptraumes. Ich nehme jetzt an, ein Zirkel spreizt sich und spannt mit dieser Bewegung die zahllosen Räume auf, die Dimensionen. Im Kreismittelpunkt des Zirkels findet sich die Ewigkeit, die echte, ewige Überschau über die Prozesse. Von dort aus kann es beobachtet werden, wie sich die Ereignisse über das Medium der Zeit verteilen, sich die Dinge formen und verändern, dabei über Ursache und Wirkung miteinander verknüpft sind, wobei gleichzeitig unsere beschränkten kognitiven Fähigkeiten immer weniger in der Lage sind, diese Verknüpfungen zu erkennen, je weitläufiger und somit interessanter sie sind, dabei also das ausmachen, was man unsere Schicksale nennt. Das ist das Reich der Übersicht und der Freiheit. Das mit Gott gleichzusetzen ist. Von dem ich nicht weiß, ob es, ob er existiert. Das mit dem Spalt allerdings weiß ich. Vor uns fällt der Raum ab, in einen Spalt, einen Abgrund hinein. Wenn wir das jetzt einmal aus einem Winkel von neunzig Grad betrachten, sehen wir da also in unserem kognitiven Gesichtsfeld beziehungsweise unserer Wahrnehmung eine abfallende Raumfläche, die einen Spalt bildet, auf der anderen Seite, der Seite des Wahrgenommenen, eine Fläche. Die ist dann der Schleier, hinter dem das Objekt der Wahrnehmung liegt. Man weiß nicht, ob sich irgendwo ganz unten, in den Tiefen, der eine Raum, der abfallende des Subjekts, mit dem anderen Raum, den senkrecht aufschießenden des Objekts vereinigt; wahrscheinlich aber nicht. Der Spalt wird zwar immer enger, doch er bleibt vorhanden, ist strukturell. Es ist der Spalt, der unsere Wahrnehmung von den Objekten der Wahrnehmung beziehungsweise von der Möglichkeit der vollkommen transparenten Selbstwahrnehmung trennt. Der Spalt ist das, was man als Willensfreiheit bezeichnen kann, als die Freiheit der Wahrnehmung, der Spalt ist das Verhältnis, über das sich der Mensch nicht als vollkommen identisch mit sich selbst begreift. Über das die von ihm geschaffenen Institutionen nicht vollkommen identisch sind mit sich selbst. Über das die gesamte von ihm geschaffene Kultur nicht vollkommen identisch mit sich selbst ist. Die allein deswegen geschaffen wurde, weil der Mensch und seine Wahrnehmung und seine Möglichkeiten niemals vollkommen identisch sind mit sich selbst. Also aufgrund des Spalts. Searle weist nach, dass ohne den Spalt, ohne die (Illusion der) Willensfreiheit, ohne die Nicht-Identität des Menschen mit sich selbst, gar keine Kultur und keine Institutionen nötig wären, da wir in jedem Augenblick von selbst wüssten, was wir zu tun hätten. Aufgrund der Möglichkeit zum seltsamen und unproduktiven Denken erwächst also das alles. Der Spalt markiert also das Territorium des seltsamen und unproduktiven Denkens. Ich finde es gut, wie das alles zusammenhängt. Es lebe der Spalt!“

(Buch vom seltsamen und unproduktiven Denken ‪#‎dermetaphysischenebenraum‬)

 metaphysischernebenraum

„Samuel Beckett cat4

Ich habe hier bereits mehrmals das in mir herumlodernde Interesse bekundet, Literatur zu machen, die so aussieht, als könnte sie von einem anderen Planeten kommen (sehr fremdartig und doch sehr vertraut, da sie tiefer oder zumindest anderswo im Universum angesiedelt ist und von dort aus einen Blickwinkel auf das Sein errichtet), sowie, Literatur zu verfassen, die aus dem „Metaphysischen Nebenraum“ kommen könnte (mit dem Metaphysischen Nebenraum war ein Ort gemeint, in dem die Bewegungen, die wir hier in der Welt, durch den Schleier der Maya wahrnehmen, rein und unverfälscht, skelettartig, stattfinden, als Bewegungen „an sich“). Im Moment weiß ich nicht mehr so ganz, was ich davon halten soll, die Sache ist ja eh in etwa in dem Sinn erledigt, vielleicht überlege ich mir bald was Neues; allerdings verbinde ich die Realisierung einer solchen Art von Literatur unweigerlich mit der von Beckett. Beckett war mir der wichtigste Hirte für all das, was ich nach „Yorick“ in Angriff genommen habe. Ich habe immer gefunden, bei Beckett, wie auch bei Kafka, hat man Literatur, die von einem anderen Planeten kommen könnte, und die gleichsam im Metaphysischen Nebenraum stattfindet, an einem anderen Ort, an dem die konkreten Bewegungen in der Welt abstrakt stattfinden. Sam, das Weltauge, das auf die Existenz blickt und der Mund von Nicht-Ich, der seufzt. Die Sprache hat bei ihm das höchste Niveau. Runter durch die Wortfläche, sage ich mir immer, sich vertiefen, damit man eine Etage tiefer fällt, eine Wortfläche und eine Sinnschicht tiefer, bis man schließlich an der letzten Stufe anlangt vor dem lodernden Feuerkern, oder aber dem Urschlamm der reinen Existenz, die dann nicht mehr ausgesagt werden können.cat6

Die Geschichten, die Hamm im „Endspiel“ zu erzählen trachtet, oder „Ein Stück Monolog“ sind solche letzten Texte, die als Signifikanten als Signifikat nur mehr den Urschlamm haben, „Der Namenlose“ wiederum die letzte Stufe in eine höhere Welt; „Wie es ist“ taucht dann wieder aus dem Urschlamm auf. Alle seine Werke seien ein Versuch gewesen, das Dasein darzustellen, hat Beckett einmal gemeint, wobei sein Eindruck war, „nur an der Oberfläche gekratzt zu haben“, „Wie es ist“ hat er als seinen wohl gelungensten Versuch angesehen. Was mich ganz unabhängig von dieser Offenbarung, die ja nicht überraschend kommt, seitdem ich es mit der Literatur probiere, brennend interessiert, ist ja genau dasselbe, eben Formen zu finden, das Dasein darzustellen, und dabei neue Bezirke zu erforschen, neue Formen aufzuwerfen aus dem Urschlamm, einfach so, weil ich davon besessen bin, Probleme zu lösen, die ansonsten kaum wen in dieser Intensität interessieren. – Man kann über Beckett nicht schließen, ohne etwas über seinen Charakter gesagt zu haben“ (etc.)