Meta-Philosophen

Die Intelligenz von Meta-Philosophen wie Sokrates, Nietzsche, Kierkegaard, Wittgenstein oder Otto Weininger ist so hoch (oder zumindest so radikal), dass sie auch die der großen philosophischen Systematiker wie Hegel, Heidegger oder Marx übersteigt – weswegen es eben keine Philosophie mehr ist, was sie machen, sondern Meta-Philosophie. Ihr Denken findet auf einem höheren Level der Analyse und Integration statt, der Abstraktion sowie der Fähigkeit, Individualitäten und Aberrationen wahrzunehmen (und durch sie beunruhigt zu werden); es bewegt sich entlang einer Fluchtlinie, die negativ gekrümmt ins Unendliche und Unbekannte verläuft; das Erstellen von (notwendigerweise beschränkten) Systematiken ist nicht mehr möglich oder findet nicht mehr statt, und wenn, dann nur um gleich wieder subvertiert zu werden. Hegelsch gesprochen hat man da die Realisierung des Absoluten Geistes, allerdings in seiner absoluten Form. Die Realisierung des Absoluten Geistes in seiner absoluten Form wird keine Philosophie mehr sein, sondern ein Bewusstsein über alle Philosophien. (Ob sich die Realisierung des Absoluten Geistes in seiner absoluten Form für dessen Träger im Leben auszahlt, ist freilich eine andere Frage.) Jemand, der sowohl Kafka als auch Otto Weininger gekannt hat, hat gemeint, beide wären „verrückt“ gewesen: Beide hätten einen Satz bereits durchgestrichen, bevor sie ihn überhaupt erst niedergeschrieben hätten. Rimbaud hat gemeint, sein Zeitalter sei zu dornig gewesen für seinen großen Charakter und seine Weisheit werde „ebenso verachtet wie das Chaos“. Hell yeah!

The enduring brilliance of Ludwig Wittgenstein

Remarks on the Relentless Honesty of Ludwig Wittgenstein

Additional Remarks on the Relentless Honesty of Ludwig Wittgenstein