Schweine gelten als sehr intelligente Tiere. Soweit ich weiß, soll ein Schwein die Intelligenz eines dreijährigen Menschen haben. Auch Hunde sind intelligente Tiere. Damit ist die Hündin Bruna wohl intelligenter als der acht Monate alte Enzo. Aber Bruna lacht nicht. Tiere freuen sich offensichtlich, Bruna zum Beispiel, wenn man mit ihr apportiert. Das freut sie wahnsinnig.
Enzo aber lacht. In dem Fall, weil er etwas komisch, etwas humoresk findet. Er beobachtet etwas, was sich auf drollige und harmlose Weise nicht in die üblichen Abläufe einfügt. Es ist somit eine intellektuelle Freude; Humor ist eine intellektuelle Angelegenheit, und beruht auf einer intellektuellen Sicht auf die Welt. Die dann eben versprachlicht werden kann, und dann können drollige Harmlosigkeiten, die sich nicht in die üblichen Abläufe einfügen, als Witze erzählt werden.
Wie kommt es dazu, dass Menschen Sprache haben? Der jüngst wieder ins Gerede gekommene Noam Chomsky postuliert eine „Universalgrammatik“ als Anlage im menschlichen Hirn, über die der Mensch Sprache ausbildet. Soweit ich weiß, hat man über all die Jahrzehnte keine echten Hinweise auf eine solche Struktur gefunden. Andererseits ist es schwierig, ohne eine solche Fakultät die Sprachfähigkeit des Menschen zu erklären, die angesichts ihrer immensen Komplexität tatsächlich rätselhaft ist. Neuere Theorieansätze, die mich sehr interessieren, versuchen die Sprachfähigkeit des Menschen zu erklären damit, dass er zwar keine gleichsam geschlossene kognitive Struktur im Hirn hat wie eine Universalgrammatik, aber bestimmte kognitive Strukturen, als Grundelemente, über die sich dann Sprache herstellt; z.B. die Fähigkeit, Analogien zu bilden, aus denen dann sprachliche Analogien werden; die Fähigkeit, Dinge zu kategorisieren, aus denen dann Begriffe (oder zumindest Wörter) werden etc. Vielleicht ist ein derartiges kognitives Tool auch eine grundlegend intellektuelle Weltsicht, die im Menschen angelegt ist, und im Zusammenhang mit welcher der Mensch Humor hat, Tiere aber offensichtlich nicht. Was macht aber diese grundlegend intellektuelle Weltsicht aus? Die Fähigkeit, Abstraktionen zu bilden, aus denen dann Begriffe und Sprache werden?
Tiere haben keine (mit der unseren vergleichbaren) Sprache. Abgesehen davon, dass sie den entsprechenden Stimmapparat nicht haben, haben sie offenbar keine Begriffe. Vielleicht haben Tiere Schemata, über die sie Wahrnehmungen ordnen. Vielleicht haben Tiere gar keinen abstrakten Sinn, sondern ihre Wahrnehmungen und Erinnerungen sind stets konkret. Das würde mich auch sehr interessieren, wie das wohl wirklich ist.
Im Buch vom seltsamen und unproduktiven Denken habe ich radikale literarische Experimente versucht, da ich im Yorick zuvor ja sonst schon alles gemacht habe. Wollte sozusagen an die Ursprünge allen Denkens, Sprechens, Schreibens heran und habe mich gefragt, wie könnte man es wohl ausdrücken und versprachlichen, was Tiere oder kleine Kinder denken? Es ist mir allerdings nicht gelungen, mich in den Kopf von Krähen oder von Säuglingen hineinzuversetzen, habe das dann aber auch als unnötig empfunden. Schade trotzdem. Wenn ich jetzt die zweieinhalbjährige Giovanna beobachte, sehe ich ja in etwa, was in ihrem Kopf vorgeht, über das was sie sagt. Zwar ist die Hälfte noch, von dem was sie spricht, Kauderwelsch, und ich frage mich, ob sie damit etwas sagen will (also eine Vorstellung hat, was sie sagen würde wollen, wenn sie es könnte) oder ob es Geplapper an sich ist. Was aber geht genau in ihrem Kopf vor, was sind die inneren Bilder dabei? Bestimmte Sprachphilosophen, oder auch die Behaviouristen argumentieren, dass das unwichtig und bestenfalls ein privates Traumbild wäre; wichtig und der eigentliche Inhalt sei, was an der Oberfläche eben über die Sprache und über das Verhalten sichtbar werden würde. Trotzdem würde ich gerne wissen, was in ihrem Kopf vorgeht und was ihre inneren Bilder sind. Das wäre unter anderem auch poetisch, wenn man das versprachlichen könnte. Sprachphilosophie und Behaviourismus sind hingegen sehr schroff unpoetisch. Aber tatsächliche Wahrheit und der Kern der Sache oder das Ding an sich sind eventuell eben unpoetisch.
Affen sind, neben Delfinen vielleicht, die intelligentesten Tiere und das Verhalten von Affen wird intensiv erforscht. So gibt es auch Versuche, Affen „sprachlich“ zu verstehen bzw. zu verstehen, was sie uns sagen würden wollen, wenn sie sprechen könnten. Die Fähigkeit, mit Tieren sprechen zu können, hätten viele Menschen gerne und fasziniert viele Menschen; vor allem die gefühlvollen kleinen Mädchen, die gerne mit ihren Ponies sprechen können würden. Man denke an den einen Witz, wo die gute Fee dem Mädchen die Fähigkeit verleiht, Ponies zu verstehen – sehr zu ihrer Frustration freilich, denn das Pony will dann über nichts anderes mit dem Mädchen sprechen und sie versuchen davon zu überzeugen, dass „nicht alles, was Hitler gemacht hat, schlecht war“. Ich frage mich, wie sich das bei Giovanna entwickeln wird; hier in Argentinien in der Nachbarschaft trifft man tatsächlich immer wieder auf Pferde. Sie sagt dann: „Hola caballo“. Demnächst bekommt sie eventuell ein Fahrrad. Gefragt, was für eine Farbe ihr am Liebsten wäre, antwortet sie mit „azul“. Das scheint ihre Lieblingsfarbe zu sein, und das ist vielversprechend, denn Blau ist im Allgemeinen eine Lieblingsfarbe von nachdenklichen, kontemplativen Menschen. Zurück aber zu den Affen. Die längste Sequenz, die man von dem kommunikativen Verhalten eines Schimpansen einmal versprachlicht hat, lautet: „Gib mir Orange, essen Orange, du mir geben Orange, essen Orange, Orange gib mir“. Naja, so anders als bei so manchen Menschen erscheint das ja auch wieder nicht. Man würde auch gerne die Gedanken von anderem Menschen lesen können, und Menschen sind fasziniert von der Möglichkeit, die Gedanken anderer Menschen lesen zu können. Aber auch dazu gibt es einen Witz: „I have always wondered what it would look like reading other people´s minds. Then I got a Facebook account, and now I´m over it.” Es ist aber gut, dass wir Menschen die Fähigkeit zum Humor haben, nicht wahr.
Liliana Medina
Enzo también es muy feliz y fuerte y aunque es muy pequeño,es inteligente , el sabe lo que le gusta comer y ama a su mamá ,eso por ahora basta
Liliana Medina
Ellas son muy felices , claro son niñas , aunque Bruna es una perra ella solo juega y es feliz cuando alguien juega con ella
Acts of the Unspeakable | philiphautmann.com
Addendum 22/3/26